#Brieferl No.62 – Strategie und Vertrauen im Allerwertesten

Lieber Cousin Herbert,

zuerst möchte ich dich gerne darüber informieren, dass der Herr Lepuschitz mir wider Erwarten nicht geantwortet hat. Das finde ich nicht nett!
Aber gut, ich verstehe es. Es geht ja um die Optimierung des medialen Auftretens. Und dazu gehört sicherlich das Schweigen. Weil wer nix sagt, den kann man auch nicht hinterfragen. Habt ihr sicher vom Basti gelernt. Und der vom Wolfgang Schüssel.

Ganz so schweigsam, wie man immer glaubt, ist er ja eh nicht, der gute Basti. Zumindest hat er dem Viktor Orban gratuliert.

Die Leute sind immer goaschtig zum Basti. Da schreibt er endlich mal was und dann ist es auch wieder nicht recht.

Aktuell berichtet er sehr viel über den großartigen Besuch in China. Am besten hat mir gefallen, dass er den niederländischen Ministerpräsidenten zitiert hat.

Freihandel ist demnach fast wie der Jesus der heutigen Zeit. Nein besser sogar. Jesus konnte ja bloß Wasser in Wein verwandeln. Aber der Freihandel lässt sogar Kuchen größer werden! Und völlig richtig geht es dabei genau NICHT um die Verteilung der Anteile am Kuchen, sondern ausschließlich darum, dass selbiger größer wird.

Zur aktuellen Lage der Nation sagt der Basti freilich nix. „#Brieferl No.62 – Strategie und Vertrauen im Allerwertesten“ weiterlesen

#Brieferl No.61 – Don‘t blame it on the sunshine …. tralalaaaaaa

Lieber Cousin Herbert,

die arme Frau Hartinger-Klein, die hat es wahrlich nicht leicht. Niemand scheint sie verstehen zu wollen. Zuerst das mit dem Rauchen, jetzt das mit der AUVA.

Dabei meint sie es sicher nur gut mit der Versicherung. Sie wurde ja sogar mit dem Ehrenring der österreichischen Sozialversicherung ausgezeichnet, am 10. Oktober 2013. Immer wieder interessant, welche Auszeichnungen es so gibt, das muss ich sagen.

Weißt du eigentlich, dass Frau Hartinger-Klein eine Klage gegen die AUVA zurückgezogen hat, nachdem als sie als Ministerin angelobt wurde? Sie wollte dort 2015 so gerne Generaldirektorin werden, aber die AUVA hat sie nicht genommen. Klar, dass sie sich diskriminiert fühlen musste, hat doch ein Mann den Posten bekommen. Warum kämpft sie denn nicht weiter für ihr Recht? Wäre es ihr vielleicht peinlich, wenn man in den Medien dann darüber berichtet hätte?

Eines ist aber klar. Das Ungemach hat sich die AUVA selbst eingebrockt!

Don‘t blame it on the sunshine.
Don‘t blame it on the moonlight.
Don‘t blame it on the good times.
Blame it on the AUVA …. tralalaaaaaa

Na ja, jetzt wird sicher alles besser! Jetzt habt ihr von der FPÖ auch endlich einen, der die Auftritte der blauen Regierungsmitglieder optimieren wird.
Da gibt es ganz sicher viel zu tun.
http://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5402331/Strategieberater_Lepuschitz-soll-blaue-Medienarbeit-koordinieren „#Brieferl No.61 – Don‘t blame it on the sunshine …. tralalaaaaaa“ weiterlesen

Was Spinat und Winston Churchill gemeinsam haben

Im Alter von etwa 20 war ich gut und gerne für markige Aussagen wie „Lieber tot, als rot“ zu haben. Kein Wunder, war ich in den 1980er Jahren doch geprägt vom kalten Krieg und den ungustiösen Kommunisten, die nicht zuletzt breitenwirksam als das ultimative Böse filmreif gegen meinen allerliebsten Hollywoodlieblingsliebling Sylvester Stallone angetreten sind.

Außerdem war ich ja nicht nur absolut unverwundbar, sondern sowieso etwas Besseres als die Anderen. Woraus genau ich das geschlossen hatte, außer meiner Jugend und einer halbwegs guten Ausbildung, entzieht sich heute meiner Kenntnis.

Unzählige Menschen haben mich auf meinem bisherigen Lebensweg begleitet. Häßliche und Hübsche, Große und Kleine, Junge und Alte, Nette und Unsympathische, Gescheite und Dumme. Die ganze Palette quasi. Die Gewissheit, etwas Besseres zu sein, hat sich glücklicherweise verflüchtigt. Nicht zuletzt deshalb, weil diejenigen, die glauben etwas Besseres zu sein, mir zutiefst unsympathisch sind.

Sie begründen ihr vermeintliches Bessersein nämlich in Umständen, für die sie nichts können. Der Mann, der sich gut vorkommt, weil er eine Eigentumswohnung sein eigen nennt, die seine Eltern erarbeitet haben, ist nichts Besseres. Die Frau, die mit Schönheit und Intelligenz gesegnet ist, die dank des Vermögens der Eltern in aller Ruhe studieren und in Folge einen Topjob ergattern kann, ist nichts Besseres.

Die hässliche Frau, deren Kindheit unschön verlaufen ist und die jeden Tag an der Supermarktkassa freundlich zu mir ist, ist nichts Schlechteres. Der kleine wie unauffällige Mann, der mir jeden Tag die Post bringt und mit seinem Gehalt gerade einmal sich und seine Familie über die Runden bringt, ist nichts Schlechteres.

Ob man als Frau oder Mann, als Hässlichkeit oder Schönheit, als Hochbegabter oder geistiges Nackerbatzerl, in Österreich oder Afghanistan zur Welt kommt, darauf hat niemand einen Einfluss. Man will uns immer gerne einreden, dass jeder alles erreichen kann, wenn er es nur will und sich bemüht. Das ist ausgemachter Bullshit. „Was Spinat und Winston Churchill gemeinsam haben“ weiterlesen

#Brieferl No.60 – Ein AHa-Erlebnis und die anderen

Lieber Cousin Herbert,

heute, weil Samstag ist, habe ich mir ein AHa-Erlebnis der besonderen Art gegönnt, an dem ich dich gerne teilhaben lassen möchte. Dabei geht um Vergleiche von dem einen mit den anderen.

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Die soziale Tätigkeit hat nie und nimmer in ebenso lächerlichen wie zwecklosen Wohlfahrtsduseleien ihre Aufgabe zu erblicken, als vielmehr in der Beseitigung solcher grundsätzlicher Mängel in der Organisation unseres Wirtschafts- und Kulturlebens, die zu Entartungen einzelner führen müssen oder wenigstens verleiten können. ¹

Arbeitslos in Österreich: Alles „Durchschummler“ oder was?
https://kurier.at/politik/inland/arbeitslos-in-oesterreich-alles-durchschummler-oder-was/306.372.171

Der eine nennt es „zwecklose Wohlfahrtsduseleien“, die anderen sprechen von „Durchschummlern“ und „Sozialschmarotzern“.

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Die Bewegung muß dem Volk die Augen öffnen über die fremden Nationen und muß den wahren Feind unserer heutigen Welt immer und immer wieder in Erinnerung bringen.¹

Österreich: Groß angelegte Abschiebungs-Aktion läuft; Angeblich gibt es bis zu 400 Festnahmeanträge für Afghanen.
https://kurier.at/chronik/oesterreich/oesterreich-gross-angelegte-abschiebungs-aktion-im-laufen/400016968

Der eine spricht vom „ Augen öffnen über die fremden Nationen“, die anderen lassen großflächig abschieben.

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Jede Reklame, mag sie auf dem Gebiete des Geschäftes oder der Politik liegen, trägt den Erfolg in der Dauer und gleichmäßigen Einheitlichkeit ihrer Anwendung.
Diese große Linie allein, die nie verlassen werden darf, läßt bei immer gleichbleibender konsequenter Betonung den endgültigen Erfolg heranreifen. Darin aber wird man mit Staunen feststellen können, zu welch ungeheuren, kaum verständlichen Ergebnissen solch eine Beharrlichkeit führt.
Die politische Meinung der Masse stellt nur das Endresultat einer manchmal ganz unglaublich zähen und gründlichen Bearbeitung
von Seele und Verstand dar.¹

„Operation Gleichklang: Wer für Kurz und Strache die Fäden zieht“
https://kurier.at/politik/inland/operation-gleichklang-wer-fuer-kurz-und-strache-die-faeden-zieht/310.435.684

Der eine spricht von „gleichbleibender konsequenter Betonung“ und „gleichmäßiger Einheitlichkeit“, die anderen nennen es „Message Control“ und leben diese in selten dagewesener Entschlossenheit vor.

***** „#Brieferl No.60 – Ein AHa-Erlebnis und die anderen“ weiterlesen

#Brieferl No.59 – Engerl Bengerl und keine Depperten

Lieber Cousin Herbert,

wurdet ihr in Kärnten während der Schulzeit auch manchmal zum „Engerl Bengerl“-Spiel verdonnert? Das ist ein Geschenke-schenken-Spiel, bei dem man einerseits als „Engerl“ fungiert, weil man irgendeinem Klassenkollegen, dessen Namen man aus einem Topf zieht, ein Geschenk machen muss. Vorzugsweise zu Weihnachten. Andererseits war man eben auch selbst Beschenkte(r) und somit das „Bengerl“.

Unser Rechtsopportunist Basti hat ja irgendwie was von einem Engerl, findest du nicht auch? Immer fesch zurecht frisiert, immer irgendwie strahlend, fast heilig und stets den Anschein wahrend, er könne weder Champagner noch Wässerchen trüben.

Er scheint schon wieder auf Geschenke-verteil-Tour gewesen zu sein. Wahrscheinlich war es genau „Engerl Bengerl“, das ihn inspiriert hat! Und so hat er den ehemaligen Kärntner ÖVP Chef, Christian Benger gleich mal zum Bengerl gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ dermaßen anstrengend waren, dass Benger(l) sich nun eine wohlverdiente Auszeit vom anstrengenden Landesparteiobmann-Dasein nehmen darf.

Und wie es sich für ein besonders anständiges Engerl gehört, hat er auch noch ein zweites Bengerl gefunden, den Martin Gruber. Der muss jetzt nicht mehr als Bürgermeister der kleinen, knapp 2.000 Einwohner zählenden Gemeinde Kappel am Krappfeld vorstehen, sondern darf jetzt einen auf Landesparteiobmann machen.

Ich habe fast den Eindruck, dass der Martin Gruber und unser rechtsopportunistischer Basti so was wie Busenkumpel sein könnten. Zumindest scheint sich der Martin Gruber dem Basti sehr verbunden zu fühlen. „Diesmal Kurz – Gruber wählen“ hatte er am 14. Oktober 2017 auf seiner Facebookseite geschrieben.

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#Brieferl No.58 – Tatüüü Tataaa die Populisten-Quartette sind da ODER was ist ein neuer Rechtsopportunist?

Lieber Cousin Herbert,

herzlichen Dank für deine Inspiration zum Wettbewerb #SportingLikeKickl. Wir alle hoffen, dass du wieder gut und vor allem heil von den Strapazen des Heliskiing zurückgekehrt bist.
Damit da endlich was mit dem Überwachungspaket weitergehen kann!

Ist ja nur gut, dass die Vorbereitungen in Form von Hearings im „Geheimen“ stattfinden sollen, damit da nicht irgendwelche unqualifizierte Bedenken aufkommen.
https://kurier.at/politik/inland/regierung-will-ueberwachungsplaene-im-geheimen-durchsetzen/400014784

Heute muss ich etwas zu Christian Kern schreiben. Der hatte nämlich gestern in einem Interview gemeint, dass der Bundesbasti ein „Rechtspopulist“ sei.
https://derstandard.at/2000077191935/SPOe-Chef-Christian-Kern-OeVP-Kanzler-Kurz-ist-ein-Rechtspopulist

Ich muss dem vehement widersprechen! Erstens hat es der Basti nicht ins Quartett geschafft! Und zweitens halte ich persönlich den Basti nicht für einen Rechtspopulisten. Das ist schon der Bumsti, der ja auch im Quartett entsprechend gewürdigt wurde. Ich finde, dass nicht jedem diese Ehre zuteil werden sollte!

Basti könnte vielmehr einen neuen Rechtsopportunisten darstellen. Historisch betrachtet waren das rechtsorientierte, antimarxistische Opportunisten in der Arbeiterbewegung und wurden als solche im „kommunistischen“ Sprachgebrauch abgewertet.

Wir könnten aber den Begriff zu Bastis Ehren neu definieren, was meinst du? „#Brieferl No.58 – Tatüüü Tataaa die Populisten-Quartette sind da ODER was ist ein neuer Rechtsopportunist?“ weiterlesen

#Brieferl No.57 – Denkangriff der monochromen Jungäpfel

Lieber Cousin Herbert,

es gibt unter Cineasten einige beliebte Filme, die so dermaßen grottenschlecht sind, dass sie fast schon wieder genial sind. Oder zumindest Kultstatus genießen.
„Angriff der Killertomaten“ und „Barbarella“ sind typische Exemplare. Der Bösewicht in Barbarella ist übrigens „Dr. Durand Durand“ und somit Namenspate für die englische Band. Das kann für Fans von Quizduell und Millionenshow von Wichtigkeit sein!

Ich frage mich, ob den Machern solcher Machwerke das Resultat bewusst war. Entweder wollten sie das Publikum bewusst und großflächig veräppeln oder aber es ist ihnen nur passiert und sie dachten wirklich, einen großen Wurf zu landen.

Ähnliches geht mir seit Tagen bezüglich der im Bundeskanzleramt installierten Stabstelle „Think Austria“ durch den Kopf. Stabstellen werden grundsätzlich dafür eingerichtet, Organisationen abseits der hierarchisch im Tagesgeschäft operierenden Linien Arbeit abzunehmen und zu beraten.

Wenn es nun die Stabstelle „Think Austria“ gibt, bedeutet das dann, dass eben dort „gedacht“ werden sollte, weil das dem Basti selbst nicht so liegt? Oder aber hat er keine Zeit für lästiges Denken, weil er doch so mit anderen Dingen beschäftigt ist?

Mir wollen und wollen drei Begriffe nicht aus dem Kopf gehen, die in mir den Verdacht der groß angelegten Volksveräppelung nähren.
Zukunftsradar, Wirksamkeitsbarometer und Evidence-based Policymaking (Evidenzbasierte Politikgestaltung). „#Brieferl No.57 – Denkangriff der monochromen Jungäpfel“ weiterlesen

KHM tauscht Napoleon gegen Kickl

+++ BREAKING NEWS +++

Wien, 01.04.2018

Im Fadenkreuz des Zukunftsradars

Wie heute früh bei der kurzfristig einberaumten Pressekonferenz der neu installierten Stabstelle „Think Austria“ im Bundeskanzleramt bekanntgegeben wurde, wird am 20.04.2018 das Gemälde „Napoleon am St. Bernhard“ des Künstlers Jacques-Louis David ausgetauscht.

„Im Zukunftsradar war ein Reiter erschienen und unverzügliches Handeln ist nun evident“, erklärte die Leiterin von „Think Austria“, Antonella Mei-Pochtler, den anwesenden Journalisten aus Österreich und Russland.

Im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie wird das Gemälde gegen „Der blaue Reiter“ des zeitgenössichen Künstlers Ralf Ricker ausgetauscht.

Der blaue Reiter / Ralf Ricker

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