A Mensch mecht I bleib’n, liebe Nix-zu-Verbergler!

„Ich habe ja nichts zu verbergen“ hört man immer wieder von jenen, die so rein gar nichts dabei finden, wenn der Staat Überwachungsmaßnahmen installieren will.

Das ist sehr praktisch, weil das einerseits die eigene, absolute Unfehlbarkeit herausstreicht. Und in einem Aufwasch andererseits jenen, die sich nicht so gerne überwachen lassen wollen, unterstellt, dass sie eben etwas zu verbergen hätten.

Aufwachen, liebe Nix-zu-Verbergler!

Es geht nicht darum, ob ich etwas zu „verbergen“ habe oder nicht!
Ich möchte ein möglichst freier Mensch sein.
Ich möchte nicht unter Generalverdacht gestellt werden.
Ich möchte nicht alles, was ich tue oder auch nicht, erklären müssen.
Wem gegenüber überhaupt und vielleicht noch wichtiger – Warum eigentlich?

Oder auf gut Wienerisch zusammengefasst: Wo samma denn bitte?

Wir haben in Österreich das unbeschreibliche Glück, auf einen Fundus großartiger Künstler zurückgreifen zu können. Und deshalb lasse ich an dieser Stelle einen sprechen bzw. singen, der bereits 1982 ein wunderbares Statement abgegeben hat.

„A Mensch mecht i bleibn, a klaans Geheimnis mecht i hom …“ 

Wolfgang Ambros – A Mensch mecht I bleib’n

Und wer sich jetzt fragt, was er/sie eigentlich tun kann – bitteschön 🙂

https://action.amnesty.at/nein-zum-ueberwachungspaket

Was Spinat und Winston Churchill gemeinsam haben

Im Alter von etwa 20 war ich gut und gerne für markige Aussagen wie „Lieber tot, als rot“ zu haben. Kein Wunder, war ich in den 1980er Jahren doch geprägt vom kalten Krieg und den ungustiösen Kommunisten, die nicht zuletzt breitenwirksam als das ultimative Böse filmreif gegen meinen allerliebsten Hollywoodlieblingsliebling Sylvester Stallone angetreten sind.

Außerdem war ich ja nicht nur absolut unverwundbar, sondern sowieso etwas Besseres als die Anderen. Woraus genau ich das geschlossen hatte, außer meiner Jugend und einer halbwegs guten Ausbildung, entzieht sich heute meiner Kenntnis.

Unzählige Menschen haben mich auf meinem bisherigen Lebensweg begleitet. Häßliche und Hübsche, Große und Kleine, Junge und Alte, Nette und Unsympathische, Gescheite und Dumme. Die ganze Palette quasi. Die Gewissheit, etwas Besseres zu sein, hat sich glücklicherweise verflüchtigt. Nicht zuletzt deshalb, weil diejenigen, die glauben etwas Besseres zu sein, mir zutiefst unsympathisch sind.

Sie begründen ihr vermeintliches Bessersein nämlich in Umständen, für die sie nichts können. Der Mann, der sich gut vorkommt, weil er eine Eigentumswohnung sein eigen nennt, die seine Eltern erarbeitet haben, ist nichts Besseres. Die Frau, die mit Schönheit und Intelligenz gesegnet ist, die dank des Vermögens der Eltern in aller Ruhe studieren und in Folge einen Topjob ergattern kann, ist nichts Besseres.

Die hässliche Frau, deren Kindheit unschön verlaufen ist und die jeden Tag an der Supermarktkassa freundlich zu mir ist, ist nichts Schlechteres. Der kleine wie unauffällige Mann, der mir jeden Tag die Post bringt und mit seinem Gehalt gerade einmal sich und seine Familie über die Runden bringt, ist nichts Schlechteres.

Ob man als Frau oder Mann, als Hässlichkeit oder Schönheit, als Hochbegabter oder geistiges Nackerbatzerl, in Österreich oder Afghanistan zur Welt kommt, darauf hat niemand einen Einfluss. Man will uns immer gerne einreden, dass jeder alles erreichen kann, wenn er es nur will und sich bemüht. Das ist ausgemachter Bullshit. „Was Spinat und Winston Churchill gemeinsam haben“ weiterlesen

Das Toleranz-Paradoxon

Gestern wurde bekannt, dass dem Chef der vom DÖW (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes) als rechtsextrem eingestuften „Identitären Bewegung“ die Einreise nach UK verweigert wurde. Er musste die Nacht in einem Anhaltezentrum verbringen.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/Einreiseverbot-Identitaeren-Chef-Sellner-in-London-festgehalten;art391,2838175

Er kann einem schon leid tun, der Martin Sellner. Da kämpft er selbst gegen illegale Einreisen und dann ist er plötzlich selbst betroffen. Weil man ihn nicht haben will. Aber in seinem Fall ist das freilich etwas anderes. Da werden „kritische Meinungen ausgesperrt“.

Was muss / soll / darf eine Gesellschaft tolerieren und was nicht? Müssen wir im Namen der Toleranz auch Meinungen und Aktivitäten hinnehmen, die von Grund auf intolerant sind? „Das Toleranz-Paradoxon“ weiterlesen

„IHR KÖNNT MICH ALLE AM ARSCH LECKEN! ICH LASS MIR DAS NICHT MEHR LÄNGER GEFALLEN!“

Nein, das Zitat stammt nicht aus meiner Feder. Es stammt aus dem Film „Network“ aus dem Jahr 1976.

Zuerst noch ein paar aktuelle Meldungen, die sich mit Meinungsfreiheit in Österreich beschäftigen.
Kritik ist Hochverrat, Propaganda Pflicht
Das ist parteipolitische Steinzeit

Ich habe für den heutigen Sonntag, als Inspiration für die neue Woche, kurze Filmszenen herausgesucht. Szenen, die ich mir gerne ansehen würde in der Gewissheit, sie wären nur Fiktion. Die Fiktion einer Welt, die nichts mit der unseren zu tun hat. Ist nur leider nicht so.

Die gesamte Rede aus „Network“
Ich will, dass Ihr wütend werdet

Das englische Original
I AM AS MAD AS HELL, AND I’M NOT GONNA TAKE THIS ANYMORE!

TV-Rede aus V wie Vendetta
V wie Vendetta – Fernsehansprache

Das englische Original
V for Vendetta: The Revolutionary Speech

Wir haben die Wahl, wir haben immer die Wahl! Auch wenn es so scheint, als ob wir hilflos ausgeliefert wären. Das stimmt nicht! Wir sind mehr, wir müssen uns „nur“ aufraffen. Um den Weg „Zurück zur Zukunft“ zu ebnen.

Zum Überwachungspaket in Österreich

Gestern Abend hab ich mir, inspiriert vom Überwachungspaket, wieder einmal den Film „Snowden“ angeschaut. Da spielt ja Österreich auch mit!

Irgendwie hat man ihn ja schon fast wieder verdrängt. Ihn, der immer noch in Russland lebt. Ihn, der meint, dass  „jeder einzelne Bürger die Pflicht habe, inländische Gesetze zu verletzen, um Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit zu verhindern.

Eward Snowden hat uns auch etwas zu den Gründen von Überwachung gesagt. Die Regierung, allen voran Innenminister Cousin Herbert, will uns doch weismachen, dass es sich um ein „Sicherheitspaket“ handle, das uns vor „schwerer Kriminalität“ sowie „terroristischen und extremistischen Bedrohungen“ schützen soll.

Edward Snowden zum Argument, dass alles doch zu unserem eigenen Schutz und gegen Terrorismus gemacht wird: „Es ging nie um Terrorismus, weil es den Terrorismus nicht effektiv verhindern kann. Es geht keinesfalls um Sicherheit, es geht nicht um Schutz, es geht um Macht: Überwachung dient zur Kontrolle. Es geht darum, jeden Moment der Verletzlichkeit zu sehen in jedem Leben, ungehindert davon, ob derjenige ein Krimineller oder eine normale Person ist.“

Snowden: Massenüberwachung verhindert keinen Terrorismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Snowden

 

 

„Deregulierung“ à la Basti & Bumsti – Datenschutz-Anpassungsgesetz Bildung

Im Zuge der „Datenschutz“-Anpassung wird auch eine neue Fassung des Schülerbeihilfengesetzes 1983 vorgeschlagen.

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/ME/ME_00008/fname_681158.pdf

Geltende Fassung des Schülerbeihilfengesetzes 1983

§ 15 (6) Im Verfahren zu Gewährung von Beihilfen nach diesem Bundesgesetz
sind die Beihilfenbehörden berechtigt, die hierfür notwendigen
personenbezogenen Daten der Personen, deren Einkommen zur Ermittlung der
sozialen Bedürftigkeit nachzuweisen ist, automationsunterstützt zu verarbeiten.
Das sind folgende Daten:
1. Name, Titel, Anschrift und Telefonnummer,
2. Geburtsdatum und Versicherungsnummer gemäß § 31 des Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetzes, BGBl. Nr. 189/1955 i.d.g.F.,
3. Staatsbürgerschaft,
4. Familienstand und Geschlecht,
5. Beruf bzw. Tätigkeit,
6. Dauer der Versicherungsverhältnisse,
7. Name und Anschrift des Dienstgebers,
8. die für die Ermittlung der Schülerbeihilfe erforderlichen Daten des
Einkommens im Sinne des § 4 Abs. 1,
9. Schulbesuchsnachweise des Beihilfenwerbers,
10. Bankdaten des Beihilfenwerbers bzw. seines Vertreters,
11. Gewährung von Familienbeihilfe,
12. Höhe und Bezugsdauer der Studienbeihilfe,
13. Höhe und Bezugsdauer von Krankengeld,
14. Höhe und Bezugsdauer von Wochengeld.

Vorgeschlagene Basti & Bumsti Fassung des §15 (6): „„Deregulierung“ à la Basti & Bumsti – Datenschutz-Anpassungsgesetz Bildung“ weiterlesen

Richard David Precht

Liebe alle Menschen da draussen,

darf ich vorstellen – Richard David Precht, seines Zeichens Philosoph. Ein echter sogar. Nicht wie der cousiniale „ich habe inskribiert und sogar ein paar Vorlesungen besucht“-Philosoph.

Selbiger Cousin ist außerdem zu sehr damit beschäftigt, unsere Daten zu verknüpfen, die Burschenschaften hochzujubeln und „Durchschummlern“ den Garaus zu machen.

Und damit, wieder einmal klarzustellen, dass die täglichen Grauslichkeiten eh „keine Absicht“ waren.

https://derstandard.at/2000073947976/Holocaust-Verharmlosung-auf-Facebook-Seite-des-Innenministeriums

Mir hängt das so dermaßen zum Hals raus, ich kann es euch gar nicht sagen!

„Richard David Precht“ weiterlesen

Rede beim Neujahrsempfang

Mein Dank geht an die grossartige Elisabeth Langer für die Verlesung meiner Grussbotschaft.

Das ist der Text dazu:

Lieber Cousin Herbert,
wir könnten dich um volle Konzentration auf diesen Text bitten. Aber das wäre uns zu billig.

Und billig überlassen wir euch.

Billige Arbeitslosenversicherung
Billige Arbeitskräfte
Alles verpackt in billigen Sprüchen

Zu deiner Erinnerung:
Wir sind die vielen, die diese türkis-blaue Allianz NICHT gewählt haben.
Wir sind die vielen, die ihre Augen offen halten und es NICHT dulden werden, dass der
„kleine Mann“ noch kleiner gemacht wird.
Wir sind die vielen, die aufstehen gegen Ausgrenzung, soziale Kälte und Aufhussen.

Ihr macht alles billig, unsozial und schnell.
Schnell deshalb, weil ihr hoffentlich wenig Zeit haben werdet.

Schnell tausende Gesetze gekippt.
Schnell im Sozialsystem herumgepfuscht.
Schnell ein paar Asylantenlager errichtet.

Wir werden euch genau auf die Finger schauen!.
Wir werden unser Land informieren, wenn wieder Husch und Pfusch regieren.

Ihr seid billig, habt kein Ideal – wir sind hier, mutig und sozial!

Zum „Neujahrsempfang“

Liebe alle Menschen da draussen,

Cousin Herbert muss heute leider auf sein Brieferl verzichten. Ich hoffe, er ist mir nicht böse. Er hat aber eh gestern zwei Brieferln bekommen – eines hier und eines auf der Seite für die Demo am Samstag.

Dennoch muss ich förmlich, bevor ich das Wort an euch richte, ganz kurz was nachfragen. Sag mal, lieber Cousin Herbert, gab‘s bei euch in Kärnten am Gymnasium keinen Geschichtsunterricht? Oder haben die dort was auslassen? Oder hast du vielleicht nicht ordentlich aufgepasst? „Zum „Neujahrsempfang““ weiterlesen