#Brieferl No.10 – Den Menschen eher doch nicht im Wort

Lieber Cousin Herbert,

wir haben heute Jubiläum! 10-maliges “Lieber Cousin Herbert”-Brieferl Jubiläum! Unglaublich, wie die Zeit dahin rast.

Begonnen hat ja alles damit, dass ich mir solche Sorgen um dich und deine Parteikollegen gemacht hatte. Wegen eines bis dato unbekannten Virus, der eingeschlafene Hände zur Folge hat. Glücklicherweise haben sich diese Sorgen letztlich als unbegründet erwiesen.

Ich habe gesehen, dass du jetzt endlich auch eine Facebookseite hast. Haben dich meine Brieferln dermaßen inspiriert? Das finde ich total nett. Ich weiß, du wolltest soooo gerne 10.000 Likes bis zum 6.1. haben, aber leider hat das trotz der Einladung zum Neujahrstreffen nicht geklappt. Vielleicht erbarmt sich ja der eine oder andere FPÖ-Wähler, der so gerne liest und kommentiert, was ich hier schreibe, und drückt das Knopferl für dich. An mir soll es nicht liegen, ich unterstütze, wo ich kann. Schreibst du eigentlich auch selbst oder macht das bei euch jemand für dich?

„Österreich verpflichtet – den Menschen im Wort“. Das steht in diesem urcoolen Video, das du geteilt hast. Echt wahr? Den Menschen im Wort? Welches Wort könnte damit gemeint sein? Das Wort aus dem Wahlprogramm vielleicht? Nun gut …

Wahlprogramm: Freier Eintritt für österreichische Familien in unsere Museen
Regierungsprogramm: Attraktivierung des Besuchs von Bundesmuseen durch spezielle preisliche Angebote, insbesondere für Familien

Wahlprogramm: Ausbau der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild
Regierungsprogramm: da steht ganz schön viel, zB „In der Volksabstimmung entscheidet die unbedingte Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen; die Stimmen für die Umsetzung des Volksbegehrens müssen mindestens ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung repräsentieren“ – aber nirgends, dass es auch nur annähernd so funktionieren soll, wie in der Schweiz.

Wahlprogramm: Studiengebühren und „Herkunftslandprinzip“ für Nicht-Österreicher
Regierungsprogramm: Moderate Studienbeiträge (Anmerkung: für alle)

Wahlprogramm: Einführung eines Mindestlohnes von 1.500 Euro brutto monatlich
Regierungsprogramm: goa nix

Wahlprogramm: Nein zu den Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TiSA
Regierungsprogramm: Ratifizierung und Umsetzung des am 18.10.2016 im Ministerrat und in weiterer Folge am 30.10.2016 von der Europäischen Union und Kanada beschlossenen Handelsabkommens CETA

Wahlprogramm: Verbot von Tierversuchen in der chemischen, agrarischen und kosmetischen Industrie
Regierungsprogramm: wieder nix

Wahlprogramm: Garantie für die Nutzung von Diesel-Kfz bis 2050 – keine Schikanen für Diesel-Fahrer
Regierungsprogramm: auch wieder nix

Aber ich hör eh schon auf, sonst wird es vielleicht noch peinlich. Das mit dem “Den Menschen im Wort”. Außerdem ist wahrscheinlich an allem Ungemach sowieso der Basti Schuld. Weil immerhin ist er ja der Buben- pardon Bundeskanzler. Also wird er auch das letzte Wort gehabt haben.
Letztlich ist das aber eh recht praktisch für euch. Weil dann könnt ihr immer noch sagen “wir hätten ja, aber wir konnten nicht”. Das macht die käufliche Braut ÖVP ja auch immer gerne. So tun, als wäre alles von den bösen Roten gemacht worden. So tun, als hätte man genau nix mit allem zu tun gehabt.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela