#Brieferl No.40 – Die Würde des hohen Hauses

Lieber Cousin Herbert,

heute hast du mir schon wieder leid getan. Da schwingst du eine beschauliche Rede darüber, wie sich die Kriminalität weiter entwickelt und dass alle Überwachungsmaßnahmen nur ein Schutzschirm für die Bevölkerung sind.
Und was machen diese dreisten Abgeordneten der Liste Pilz? Marschieren mit Herbie-Kickl-Masken und Kameraattrappen herum und rollen ihre Transparente mit „Nein zur Überwachung“ aus.
http://www.krone.at/1652847

Du hast es wirklich nicht leicht als Minister. Umso herziger habe ich es gefunden, dass dir der Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka gleich zu Hilfe geeilt ist. Da habe ich mich an Schulzeiten erinnert gefühlt. Da wurde der Klassensprecher auch manchmal zum Klassenvorstand zitiert. Wie im Parlament die Klubobleute zum Präsidenten. Und im Hintergrund lacht der eine oder andere Abgeordnete verstohlen. Das war bei uns in der Schule auch immer so. Besonders heimlich haben immer die gelacht, die selber gerne bei einer coolen Aktion dabei gewesen wären, aber den Mut dazu nicht finden konnten.

Was ich aber eigenartig gefunden habe war, dass die Aktion vom humorlosen Präsidenten deshalb unmittelbar beendet worden war, weil „die Würde des hohen Hauses“ wiederherzustellen sei.
Sagt also ein Mitglied jener Partei, die 2015 für ein Rauchverbot in Gastronomie gestimmt und dies, übrigens auch heute, wieder zurückgenommen hat. Ist das die Würde der Volkspartei / Liste Kurz?
Sagt also das Mitglied jener Partei, die ihr gesamtes Handeln auf christlich-sozialen Werten aufbaut und dann die Menschen in die Armut treibt (Arbeitslosengeld Neu, Streichung des Erwachsenenschutzgeldes, Sparen bei AMS-Leistungen).
http://www.vol.at/kritik-von-spoe-und-fpoe-oevp-wahlprogramm/5441781
https://derstandard.at/2000075194323/Regierungsparteien-brachten-Antrag-auf-Aufhebung-des-Rauchverbots-ein

Ich weiß ja, nicht, was sich der Basti unter „christlich-sozialen“ Werten und der Herr Sobotka unter Würde vorstellen, aber zumindest nicht das, was ich mir darunter vorstelle. Interessant jedenfalls, dass zwar die „Würde des hohen Hauses“ von immenser Bedeutung zu sein scheint, die Würde des einzelnen Österreichers aber nicht.

Na ja, wir haben es bereits besprochen, das lässt sich ja hoffentlich ändern.

Ich arbeite übrigens gerade an einem schönen Titel für das neue Volksbegehren.

Unser bisheriger Arbeitstitel „Basti & Bumsti Go Home“ für das Volksbegehren sagt zwar alles, ist aber offiziell leider nicht zu gebrauchen.
Weil § 3 (3) Zi. 2 des Volksbegehrensgesetzes besagt, dass die Kurzbezeichnung eines Volksbegehrens höchstens drei Worte umfassen darf.
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009719

Wir müssen also einen neuen Titel finden. Und am besten einen, der schon auch die Ernsthaftigkeit des Anliegens impliziert. Weil wir meinen es ja ernst, auch wenn wir alles humorig nehmen. Das machen wir ja nicht deshalb, weil alles so lustig ist, sondern um nicht gänzlich zu verzweifeln.

Ich habe mir bisher folgende Vorschläge überlegt:
– Nein zu türkis-blau
– Nein zu Kurz-Strache
– Wir sind Österreich
– So bitte nicht!
– So sicher nicht!
– Gemeinsam zur Wende
– Die Notbremse ziehen
– Für unsere Zukunft
– Hört die Signale
– Zurück zur Zukunft

Und dank der Inspiration von „Daham statt Islam“:
– Würde statt Bürde
– Sozial statt Neoliberal

Wenn dir ein Vorschlag einfallen sollte, du weißt ja, wo du mich findest!

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

46 Antworten auf „#Brieferl No.40 – Die Würde des hohen Hauses“

  1. Sehr geehrte Frau Kickl!

    Ich muss sagen, dass ich Sie für Ihre Aufrichtigkeit und Ihren Einsatz bewundere. Sie schreiben über brandaktuelle Themen (logisch), das gut recherchiert, mit Ihrem gewaltigen Politikwissen aufgepäppelt und am Ende noch mit einer großen Prise Humor überzuckert. Ich freue mich jeden Tag auf Ihren nächsten Blogbeitrag und möchte Ihnen herzlich danken.

    Meiner Meinung nach passt „Wir sind Österreich“ am besten. Da besteht auch die Chance, dass „Andersdekende“ das Volksbegehren rein aus nationalistischer Unüberlegtheit unterschreiben. 😉 Meine Unterschrift hätten Sie!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jakob Stummvoll

  2. „Für unsere Österreich-Zukunft“

    Ich finde es sehr, sehr wichtig, positiv ‚für Österreich‘ und die ‚Zukunft unseres Landes‘ konstant zu betonen, da diese „Reizworte“ immer wieder von Bumsti + Basti ( unwahr) besetzt werden, als ob sie das Recht darauf gepachtet haben. LG Harald

  3. Danke, Frau Kickl, für ein neues Brieferl. 🙂

    „Weg den Dreck“ wäre ja sehr passend, aber wohl unter unser aller Würde…

    „Nein zu türkis-blau“ trifft es am besten!

  4. Wieder ein so schönes Brieferl,mit dem sie uns die Tage versüßen. Mir gefällt ja …. zurück zur Zukunft…besonders gut. Bin auf jeden Fall dabei. Darf man als Auslands Österreicherin dann auch mit machen? Bis zum nächsten Brief,auf den ich mich schon freue. Liebe Grüße

  5. Liebe Frau Kickl,

    wieder der Schmunzler des Tages am Abend beim Lesen des Brieferls. Das Volksbegehren werde ich sicher unterschreiben und gerne helfen, wo es geht.

    Wir sind Österreich setzt m.M. nach ein friedvoll-würdiges Zeichen schon im Titel und sollte Programm sein … denn damit sollte sich jeder in diesem Land lebende Mensch – egal welcher Herkunft – ebenso identifizieren können wie auch die Wähler in Blautönen, die mit ihrer Wahl jetz nicht mehr so zufrieden sind.

    LG Martin

  6. Liebe Daniela,
    meine Vorschläge wären:
    * Insel der Seeligen
    * Für freies Österreich
    * in sensu
    * Einen statt Entzweien
    * Solidarität, Frieden, Freiheit
    * Wir für Uns oder „nos pro nobis“

    Liebe Grüße
    Andrea

  7. Danke liebe Daniela Kickl, Danke für ihre tägliche „Aufmunterung“, es braucht wahrlich Humor um an den täglichen Katastrophenmeldungen nicht zu verzweifeln.
    Nun mir gefällt *Wir sind Österreich* am Besten. Zum Einen wären die rechten Recken eh am Liebsten deutschnational so tun wir ihnen nicht mal etwas zu Fleiß. Zum Anderen erinnert es so schön an wir sind Kaiser um beim Humorigen zu bleiben.
    In diesem Sinne freue ich mich täglich auf Ihre Zeilen und grüße herzlich Bille

  8. – Neuwahl
    – Politik mit Verantwortung
    – Für verantwortungsvolle Politik
    – Zurück zur Demokratie
    – Pro demokratisches Österreich
    – Demokratie direkt
    – Demokratie First (oder: Demokratie zuerst)
    – Österreich bleibt demokratisch

  9. Danke für die Initiative! (Und die peniblen Recherchen zu den Brieferln).

    Jeder Aufruf ohne Negation wäre mir recht.
    (Negationen verankern nur das, was man an sich vermeiden will und fördern das gegen- statt das miteinander).

  10. Danke!

    -Stoppt die Show!-
    -Wir wollen Zukunft-
    -aus mit Zündeln-
    -Menschenrechte zuerst-
    – genug gehört, bitte wenden-
    -nur keine Diktatur!-
    lg Margit N.

  11. Um es KURZ zu fassen: die anfängliche Begeisterung aller Schwiegermütter für das Vorzeigebuberl namens Sebastian hat sich nach relativ kurzer Amtszeit wohl in angebrachte Skepsis gewandelt. Die christliche Gesinnung ist dem Yuppie wohl abhanden gekommen. Auch nur so ein Schleimpatzen, der zu Wahlzeiten das Blaue vom Himmel verspricht und danach mit der „Knüppel aus dem Sack“ – Methode alle sozialen Errungenschaften über Bord wirft, um den Zahntechniker bei Laune zu halten. Quo vadis, Austria? (wäre übrigens ein Slogan für das Volksbegehren) – das ich selbstverständlich gerne unterzeichnen würde

  12. Make Austria great again
    und wer jetzt behauptet, dass das vier Wörter sind, der lügt. Und wenn, dann wäre das nur ein bedauerlicher Einzelfall, von dem ich niemals wusste. Außerdem ist in meiner Ausgabe das make geschwärzt. Oder das again? wtf? ginge das auch? Außerdem sehe ich am Samstag mit meinem Kleinen: “”Basti und der Sommersprossendieb” Ob politische Bildung oder kindgerechter Vortrag über die Kriminalstatistik? Wir werden sehen…… Sollten beide überführt werden, wäre das ja auch eine Lösung….;-)

  13. Man kann ihren Einsatz für Österreich nicht hoch genug bewerten. Jetzt ist es Zeit für Taten um dieses Land wieder glücklich zu machen. Deshalb mein Vorschlag
    „Wir für Österreich“

  14. Liebe Frau Kickl, danke für Ihre Brieferl!, rür Ihre treffsicheren Analysen, Ihre akribischen Recherchen und Ihren Humor! Sie.machen das großartig! Ein Volksbegehren werde ich gern unterstützen! Das Anliegen in 3 Worte zu fassen ist nicht leicht,. Zurück zur Zukunft ist nicht schlecht oder Chancengleichheit für alle oder sogar Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (Solidarität),. Danke für alles!

  15. Danke für Ihren großartigen Einsatz. Ich hoffe auch sehr auf das angestrebte Volksbegehren und möchte helfen wo ich kann.
    Mein Vorschlag:
    „Wir für Österreich“
    „Gemeinsam für Österreich“
    Beide Titel klingen sehr positiv, man will ja soviele Menschen wie möglich aus den verschiedenen Lagern dazu motivieren, zu unterschreiben, ohne eine negative Stimmung aufkommen zu lassen.

  16. Wir sind Österreich – gefällt mir am besten!
    Nicht mit uns! wär mein Vorschlag dazu.

    Und großes Danke für Ihren Einsatz, die Briefe machen manche Aktion der Regierung etwas leichter erträglich, jede Stimme, die sich erhebt, ist wichtig!

  17. Wohin darf man dafür seine Spende überweisen?
    Wir sind Österreich passt sehr gut. Es gehören alle dazu, nicht nur jene mit dem passenden Parteibuch.

  18. Ich steuere hier mal ein paar ideen bei. so darf es einfach nicht weitergehen.

    • Tu Cojones Austria
    • #metürkisblue
    • nicht meine zukunft
    • ja zum menschenrecht
    • würde statt hürde

  19. Die Würde des Hohen Haus wurde bei der Plenarsitzung vom 28. Feber 2018 schon ziemlich strapaziert.

    Allein die Wortmeldungen der Gesundheitsministerin und dann des Vizekanzlers lassen mich jetzt noch staunen.

    Und auch die Naivität mancher Abgeordneter (zum Bespiel von Herrn Obernosterer: „Kein Wirt zwingt sein Personal im Raucherbereich zu sein.“) ist schon beispiellos.

  20. Austrofaschismus NEIN DANKE!
    1933 – Wiederholung verhindern!
    Demokratie/Menschenrechte schützen!
    Demokratie retten!
    Menschenrechte statt Burschenmächte!
    Burschenschaft ist Zerstörungskraft

  21. Sorry, “ Nein zu türkis-blau“ geht genau genommen nicht, denn dieser Name könnte als 4 Worte gezählt werden. Ich schlage vor, türkis-blau einfach zu einem Wort zusammenzufassen:
    „Nein zu braun“

  22. Liebe Frau Kickl,

    ich bin ja schon vor einiger Zeit auf Ihren Blog gestoßen und muss sagen ich bin absolut begeistert.
    Sie schaffen es diese, in meinen Augen unsägliche, Regierung auf eine Weise zu kritisieren wie ich es bisher noch nicht erlebt habe, einfach klasse.

    Auch wenn ich in Österreich nicht wählen darf, da ich leider nicht die österreichische Staatsbürgerschaft inne habe, werde ich ein solches Volksbegehren, auch sehr gerne aktiv, unterstützen. Nur meine Stimme hat leider kein Gewicht.

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