#Brieferl No.65 – Ja ja ja blau blau blau blüht die Bundesbahn dideldideldum

Lieber Cousin Herbert,

darf ich bitte dir, stellvertretend für die gesamte FPÖ,herzlich zur gelungenen Einbläuung der ÖBB gratulieren?

Man hat ja schon länger nix mehr gelesen zu dem Thema und da habe ich mir gedacht, ich schau mal, wie denn die Fortschritte so sind. Ich bin wie immer fasziniert! Was da für Kapazunder jetzt am Ruder sind, es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Wen haben wir denn da genau im Aufsichtsrat?

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates ist ein Mag. Arnold Schiefer. Der ist bei der schlagenden Burschenschaft Teutonia mit von der Partie. Die klitzekleine Kleinigkeit, dass das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes die Burschenschaft dem rechtsextremen Spektrum zuordnet, wollen wir mal hier beiseite lassen.
Ich empfinde ihn als besonders ausgezeichnete Wahl. Wenn die Kollegen nicht spuren, wie er will, könnte er die Abtrünnigen anstatt zu öden Mitarbeitergesprächen ja vielleicht zu einer erquickenden Mensur einladen. Blaue Flecken inklusive. Ich könnte mir gut vorstellen, dass solche Maßnahmen die Runde machen und künftig verpflichtend in allen Unternehmen Österreichs einzusetzen sind.

Der Stellvertreter Dr. Kurt Weinberger ist schon seit 2015 im Aufsichtsrat und hat bleiben dürfen. Finde ich auch gut, weil irgendwer sollte schon halbwegs den Überblick haben.

Der zweite Stellvertreter ist ein Mag. Andreas Reichhardt. Der passt meines Erachtens nach besonders gut zum Herrn Schiefer und kann ihn sicherlich bei der Schaffung einer neuen Unternehmenskultur hilfreich zur Seite stehen.
Er hatte nämlich in den 1980er Jahren so gerne mit dem Bumsti „Paintball“ gespielt. Was meinst du? Treffen die sich immer noch gelegentlich im Wald oder können sie sich mittlerweile eine Halle leisten?
https://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/413147/Neues-StracheFoto-von-Wehrsportuebung-aufgetaucht

Dann ist auch noch die lustige Monika „Faschingsministerin“ Forstinger mit von der Partie. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man ihr diesen Ehrentitel mittlerweile aberkennen sollte und dafür die KHB (nicht zu verwechseln mit KHG) zur „Faschingsministerin“ küren sollte. Es warat wegen der witzigen Amtsauffassung, so generell halt.

Die Dr. Barbara Kolm ist auch eine Altgediente in der FPÖ und war schon im Innsbrucker Gemeinderat. Außerdem leitet sie seit 2000 das Friedrich A. v. Hayek Institut, das neoliberales Wirtschaften ordnungsgemäß unter die Leute bringen will.

Die Dr. Cattina Leitner wurde vermutlich vom Basti in die blaue Idylle gequetscht, denn sie gehört der ÖVP an. Als Quereinsteigerin. Meinst du, ist es Zufall, dass sie die Gattin vom Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner ist? Du kannst dich vielleicht erinnern. Das ist jener Wolfgang Leitner, der am 4. Jänner seinen „Fat Cat Day“ feiern darf.
Der Lebenslauf vom Herrn Leitner hat mich immer schon besonders fasziniert. Er ist nämlich als Sohn eines Schlossers zur Welt gekommen, hat dann aber Chemie an der Universität Graz studiert. Glücklicherweise hat er einen besonderen Studienkollegen gefunden, mit dem er in späteren Jahren ein Pharmaunternehmen gegründet hat. Der Name dieses Kollegen ist übrigens Martin Bartenstein. Da sieht man es wieder! Harte Arbeit hat nichts mit dem Zufall einer vermögenden Unibekanntschaft zu tun!

Über den Karl Ochsner ist leider nicht viel zu finden, außer dass er das Familienunternehmen für Wärmepumpen geleitet hat. Und dass er durch die FPÖ an seine neue Position gekommen ist.

UPDATE: „Als Straches Trauzeuge fungierte ‚diesmal‘ der oberösterreichische Unternehmer und Wärmepumpen-Erzeuger Karl Ochsner.“
Danke an OL für’s enagierte Recherchieren!
https://kurier.at/stars/hc-strache-hat-philippa-beck-geheiratet/224.685.596

Der Mag. Gilbert Trattner ist da schon ergiebiger. Dass er für die FPÖ schon im National- und Bundesrat war, liegt eh fast auf der Hand. Aber dass er doch einiges an Erfahrungen in der ÖBB hat, weißt du vielleicht nicht mehr.
Es war im schönen Jahre 2004, als sich der Gernot Rumpold mit seiner Firma „mediaConnection“ bei der ÖBB Infrastruktur Bau AG zu einem Wettbewerb für die Entwicklung eines neuen Logos beteiligt hatte. „Obwohl sein Entwurf als Letzter gereiht wurde, bekam er den Auftrag im Wert von 100.000 Euro.“
So kam es, dass eine parlamentarische Anfrage gestellt wurde, weil man den Verdacht hegte, „Rumpolds Freund und ÖBB-Vorstandsmitglied Gilbert Trattner hätte seinem Parteifreund den Auftrag zugeschanzt.“
Und was hatte unser damaliger Minister Hubsi „the world in Vorarlberg is too small“ Gorbach geantwortet? Kannst du dich erinnern? Er sagte: „Es besteht keine Auskunftspflicht!“
http://www.zeit.de/2007/15/OE-Korruption/seite-5

Ach, der Hubsi Gorbach. Mit dem hatten wir alle auch viel Spaß. Ich habe da ein schönes Video gefunden, das uns an ihn erinnern soll.
Hubert Gorbach und sein Pferd

Vielleicht war es sogar er, der dich zur Leidenschaft für Pferde gebracht hat. Verdienste ohne Ende gewissermaßen. Lass ihn doch bitte recht herzlich grüßen, falls du ihn mal wieder sehen solltest!

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

11 Antworten auf „#Brieferl No.65 – Ja ja ja blau blau blau blüht die Bundesbahn dideldideldum“

    1. Philippa Strache hat zusammen mit dem nicht weniger unbedarften Toni Polster eine Quizsendung auf oe24 gemacht. Ich erinnere mich an eine Sendung mit Norbert Hofer. Die Kandidatin aus dem Volk hat die ersten 4 Fragen richtig beantwortet und ein ordentliches Guthaben angehäuft. Dann wurde das „Preisgeld“ für die nächste Runde stark erhöht, Hofer bekam eine einzige Frage aus dem Bereich Parlament und strahlte als Sieger!

  1. Machst was mit Computern hab ich mir gedacht. Computer sind die Zukunft!
    Hätte lieber was in der Politik machen sollen…

    Die blauen machen jetzt aber eh nur den von ihnen so kritisierten Postenschacher wieder gut, sie machen auch bestimmt nicht mit!

  2. Brrrrr, da beutelt’s einem ab, wenn man sich das so anschaut. Als ich in zarten Jugendjahren versucht habe, eine halbwegs schöne Wohnung zu bekommen, um der Enge meines Kinderzimmers in der elterlichen 75qm-Wohnung zu entkommen, eine Wohnung wo ich nicht über den Gang auf’s Klo gehen muß, das ich mit der halben Nachbarschaft teile, hat mir mein Papa kein bißchen geholfen, weil er damals im Gemeinderat dieser damals ungefähr 3500 Seelen umfassenden Gemeinde saß. Er wollte nicht, dass irgendjemand ihm oder mir vorwerfen kann, ich hätte die Wohnung nur durch Schieberei bekommen. Andere haben sich da natürlich nicht so viele noble Gedanken gemacht und so bin ich dann in einer quasi unbeheizten (der alte Ölofen war schon jenseits von Gut und Böse) Eineinhalb-Zimmer Substandardwohnung mit romantischen Eisblumen im Winter an den Vintagefenstern(damals kannte man den Ausdruck Vintage allerdings noch nicht) gelandet und mußte mir das Klo außerhalb der Wohnung, aber wenigstens nur mit einer Nachbarin teilen, während andere, die sowieso über gute Wohnverhältnisse verfügten, sich über eine Wohnung in einem Neubau freuen könnten. Das ist jetzt schon 35 Jahre her und mittlerweile habe ich 3 Zimmer und mein Klo für mich ganz alleine. Aber würden so Männer wie mein Vater in der Regierung sitzen,… ach was schreib ich da eigentlich?… Solche Männer gibt es ja, wenn überhaupt, nur in kleinen Gemeinden und die werden es auch nie weiter bringen. Mit Ehrlichkeit und Anstand ist noch nie jemand besonders weit gekommen, leider. Mein Papa auch nicht.
    Weiter so mit ihren Briefen, ich freue mich schon auf weiterer, auch wenn es natürlich besser wäre, sie hätten gar keinen Grund solche Briefe zu schreiben.
    LG, Moni

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