#Brieferl No.98 – “2“ – Feiertage für Frauen, Ministerinnen und Pferde

Lieber Cousin Herbert,

kannst du dich an den “Fat Cat“-Day erinnern, von dem ich dir im Brieferl No.49 erzählt hatte? Das ist der Tag, an dem die Spitzenmanager eines Landes brutto gleich viel verdient haben, wie der durchschnittliche (!) Arbeitnehmer im ganzen Jahr.

Du erinnerst dich vielleicht, dass die glücklichen Herren Leitner (Andritz AG), Treichl (Erste Bank) und Eder (voest) bereits am 4. Jänner sich selbst als fette Katzen feiern dürfen.

Das ist mir deshalb in den Sinn gekommen, weil es doch auch für Frauen einen speziellen Feiertag gibt, den “equal pay day“. Das ist jener Tag, ab dem Frauen, rein rechnerisch, auch bezahlt bekommen. Weil Frauen doch im Durchschnitt nur 84,1% der Einkommen von Männern erhalten. Also arbeiten Frauen bis zum 27. Februar gratis. „#Brieferl No.98 – “2“ – Feiertage für Frauen, Ministerinnen und Pferde“ weiterlesen

#Brieferl No.97 – 140, 150 und 70.000

Lieber Cousin Herbert,

mit großer Freude habe ich die gute Nachricht vom Verkehrsminister Norbert Hofer gehört, dass jetzt testweise mit 140 km/h gefahren werden darf. Daran merkt man, dass er eben nicht für Verkehr, sondern auch für Innovation zuständig ist!

Für den Fall, dass du den Auftritt deines Parteifreundes in der ZIB2 verpasst hast, habe ich wieder die besten, innovativsten Aussagen für dich transkribiert. So wurde gleich zu Beginn gefragt, ob denn eine maximale Zeitersparnis von 2 Minuten tatsächlich einen um 20% erhöhten Schadstoffausstoß rechtfertigen würde.

“Nun, was die Schadstoffe anbelangt, das werden dann auch noch die Messungen ergeben, die wir durchführen werden.
Aber ich möchte eines sagen …“

Das war‘s dann auch schon zum Thema “Schadstoffe“. Das Geschwafle über bessere Autobahnen und bessere Autos will ich jetzt gar wiederholen.

Das mit dem Klimawandel wird ja zumindest vom Bumsti bezweifelt. Da ist er aber in guter Gesellschaft, denn der Mathematiker und seit Dezember türkise Abgeordnete zum Nationalrat Rudolf Taschner meint ja auch, dass der Klimawandel in Wahrheit ein “Scheinproblem“ ist. Er wird es wissen, findet er doch auch in der “g‘sunden Watschn“ viele Vorzüge.
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#Brieferl No.96 – Peppi schiesst den Vogel ab

Lieber Cousin Herbert,

kannst du dich noch an die gute, alte Zeit erinnern, als im ORF an Samstag- und Sonntagnachmittagen schöne, alte Filme gezeigt wurden? Von leichter, erheiternder Natur, perfekt für den verregneten Tag?
Besonders gerne habe ich mir immer die Filme mit Peter Alexander angeschaut. Nun habe ich mich an “Peter schiesst den Vogel ab“ erinnert, weil der Justizminister Josef Moser offenbar auf Peter-Alexanderschen Wegen wandert.

Der Herr Moser ist nicht nur Experte für Deregulierung, sondern auch für handwerkliche Tätigkeiten aller Art. Zumindest als Auftraggeber solcher. So hat er in einem Interview zum 12-Stunden-Tag folgendes von sich gegeben:
https://derstandard.at/2000083851561/Justizminister-Moser-Natuerlich-braucht-man-Gefaengnisse

„Jeder hat erlebt, wenn du einen Handwerker nimmst, und er macht seine Montage, und nach zehn Stunden sagt er: In zwei Stunden wäre ich fertig, aber ich muss jetzt zusammenpacken – dann bin ich nicht mehr wettbewerbsfähig.“

Klar Peppi, so funktioniert das im echten Leben! „#Brieferl No.96 – Peppi schiesst den Vogel ab“ weiterlesen

#Brieferl No.95 – Wir haben schon dunklere Zeiten überstanden

Lieber Cousin Herbert,

kennst du das auch? Du bist irgendwo im nicht-deutschsprachigen Ausland unterwegs und unterhältst dich mit Mitreisenden. Irgendein Einheimischer hört dich deutsch sprechen und schließt haarscharf, dass du aus Deutschland kommst.

Ich habe diese Annahme noch jedesmal korrigiert, auch weil die Deutschen selten irgendwo beliebt sind. Diese Richtigstellungen haben dann meistens zur Folge, dass ich mir schwärmerische Urlaubserinnerungen oder verzückte Lobpreisungen zu „Sound of Music“ anhören muss.

Wenn ich morgen über den Grote Markt in Brüssel spaziere und mich als Österreicherin oute, krieg ich wahrscheinlich „Ah, seid ihr nicht die Deppen mit diesem Vilimsky?“ zu hören.
Und sollte es mich nach Tel Aviv verschlagen, werde ich am besten gleich unterirdisch gehen, um Rückfragen zu Waldhäusl und der namentlichen Registrierung von Juden, die koscheres Fleisch kaufen wollen, zu entgehen.
https://www.haaretz.com/world-news/europe/austrian-state-may-limit-kosher-meat-sales-to-registered-jews-1.6289229

Ich vermute, dass Vilimsky und Waldhäusl mal wieder auserkoren wurden, um blaue Nebelgranaten zu werfen. Damit das Wahlvolk die Maßnahmen des türkisen „Wir sparen am System und nicht bei den Menschen“ nicht als vertrotteltes Lügenmärchen identifiziert.

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#Brieferl No.94 – Das Wandern ist des Kürzers Lust

Lieber Cousin Herbert,

heute habe ich zwei Nachrichten für dich. Eine Gute und eine Schlechte. Zuerst die Schlechte.

Die ZANK (du erinnerst dich sicherlich an die „Zentralanstalt für Niveau und Kasperliaden“) hatte bereits gehofft, die Aushebung des Marianengrabens zwecks Erreichung des FPÖ-Niveaus endlich abschließen zu können. Und was ist passiert?

Da kommt der Harald Vilimsky daher und untergräbt nicht nur das Niveau auf‘s Neue, nein, er legt sogar noch nach.
Er wäre jetzt eine Art „Ischias-Experte“ geworden und hält daher an seiner „Diagnose“ eines „betrunkenen“ Jean-Claude Juncker, Präsident der europäischen Kommission, fest.
https://www.krone.at/1739868

Ich werde dich bezüglich der Fortschritte der ZANK am Laufenden halten. Allerdings glaube ich, dass die Arbeiten noch andauern werden.

Jetzt die gute Nachricht: es gibt noch einen zweiten Wandertag mit St. Sebastian, dem Kürzer! Und man kann sich dafür sogar anmelden und mitwandern.
https://secure.sebastian-kurz.at/bergauf/

Besonders gut gefällt mir das allgemeine Frühwarnsystem, das auf der Homepage angeboten wird:

Jetzt vorab eintragen und
informiert werden, wenn
Sebastian Kurz in deiner Nähe ist!

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Carpe Vitam

Gestern haben wir erfahren, dass Christine Nöstlinger verstorben ist.

Mich machen solche Nachrichten immer betroffen, besonders wenn es jemanden betrifft, der mich in irgendeiner Art und Weise positiv durch’s Leben begleitet hat. Und das hat Christine Nöstlinger mit ihren wunderbaren Büchern.

Noch mehr aber denke ich mir bei solchen Anlässen – sterben müssen wir alle einmal. Und wir wissen das sogar!

Wichtiger, als bei Todesfällen zu trauern, ist es doch, wieder das Bewusstsein zu bekommen, das zur Verfügung gestellte Leben zu nutzen.

Ich persönlich mag mir nicht im Angesicht meines eigenen Todes ein letztes Mal in den Arsch beissen und mir denken „Ach hättest du doch dieses oder jenes getan“.

Ganz gewiss habe ich in meinem Leben nicht alles „richtig“ gemacht. Und ich werde auch in Zukunft noch Dinge tun, bei denen ich mich im Nachhinein fragen werde „War das wirklich notwendig, du Dolm?“.

Mein Ziel ist aber nicht, ein fehlerfreies Leben zu führen. Ganz abgesehen davon, dass „Fehler“ etwas sehr subjektives sind.
Wem genau soll ich es also recht machen, außer mir selbst?

In diesem Sinne: „Carpe Diem“ oder noch mehr „Carpe Vitam“.

https://kontrast.at/ein-buch-braucht-kein-happy-end-eines-der-letzten-interviews-mit-christine-noestlinger/

#Brieferl No.93 – Rudern im Kampf gegen Renitenz

Lieber Cousin Herbert,

an diesem heutigen Freitag, den 13. möchte dich recht herzlich beglückwünschen. Du wirst vermutlich bald Ehrenpräsident des Ruderclubs RANZIG (Rudern – Aber Nur Zurück Ist Gut).

https://www.msn.com/de-at/nachrichten/politik/regierung-rudert-bei-asylversch%C3%A4rfung-zur%C3%BCck/ar-AAzRgeF?li=AAaVEHq&ocid=spartandhp

Ruderst du grundsätzlich gerne, zwecks der Fitness? Rudern soll ja recht gesund sein, sowohl für den Kreislauf als auch für die Muskulatur.
Oder handelt es sich beim aktuellen Zurückrudern doch eher um eine Art Einschleimen?

„Minister Kickl hat es sich somit erspart, in Innsbruck eine voraussichtlich fruchtlose, dafür umso hitzigere Debatte über das Verbot der Asylantragstellung moderieren zu müssen, bei der er sich zudem als Vorsitzender neutral verhalten müsste.“

Ich mag aber gar nicht viel über diese ganze Asyldebatte sprechen und vertraue diesbezüglich ganz darauf, dass dieses “Mini-Europa“, bestehend aus Deutschland, Italien und Österreich, sowieso nicht machen kann, was es will. Denn immerhin hat die EU 28 Mitglieder.
https://www.br.de/nachrichten/koalition-der-taetigen-innenminister-treffen-100.html
Und der Jean Asselborn aus Luxemburg hat auch immer ein besonders wachsames Auge auf die grandiosen Pläne.

Humanität? Genau die sieht der luxemburgische Migrationsminister Jean Asselborn derzeit in Europa in Gefahr.
Der Trend geht allein zum Außengrenzenschutz,
das ist ein gepflegtes Wort für Abschottung, sagte Asselborn.

Hast du gewusst, dass sich euer Europaabgeordneter Harald Vilimsky sehr über den Aufstieg der AFD freut?
https://kurier.at/politik/inland/fpoe-vilimsky-freut-sich-ueber-aufschwung-der-afd/400064057

Damit er sich noch mehr freuen kann, habe ich ein lustiges Lied über die AFD für ihn gefunden.
https://www.youtube.com/watch?v=tVqrGoNQWyA

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#Brieferl No.92 – 4 Wochen, 3 Belastungszeugen und 1 Dementi

Lieber Cousin Herbert,

zuerst muss ich mich entschuldigen, dass die #BBHF nicht vollständig war. Folgende Errungenschaften hatte ich vergessen:

Tempo 140, Rechtsabbiegen bei Rot, Pannenstreifen öffnen bei Stau = Förderungsprogramm für Autospenglerbetriebe
Nein zu Dieselfahrverboten = Umweltzonengesundschrumpfung + extra Dieselkilometer
Kürzung der Bundesmittel für Kinderbetreuung = Mütter zurück an den Herd, aber flott
keine Flexibilisierung der Zeiten bei Kinderbetreuung trotz Flexibilisierung der Arbeitszeit = wehe der Frau, die arbeiten gehen und Mutter sein will
Budgetkürzungen bei Familienberatungsstellen = sollen lieber was hackeln, anstatt sich beraten zu lassen

Hast du eigentlich gewusst, dass die Polizei Onlineinserate geschaltet hat – auf einer Internetseite, die für Kinderpornographie bekannt ist?

„Besonders peinlich ist es darum, dass nun über einem Beitrag mit dem Titel ‘Girls you wanna rape‘ (Anm.: Mädchen, die du vergewaltigen willst), eine Rekrutierungswerbung für die Polizei auftauchte.“

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5461459/Werbung-der-Polizei-auf-dubioser-Seite

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#Brieferl No.91 – Faule Eier für den Hugo in der #BBHF

Lieber Cousin Herbert,

auf Grund der famosen Rückschritte, die von der Basti & Bumsti – Allianz im Eiltempo durchgeführt werden, muss ich jetzt mal wieder die #BBHF auf den neuesten Stand bringen.

Weißt du, was ich besonders lustig finde?
Also neben der Tatsache, dass künftig Umweltverträglichkeitsprüfungen eigentlich eh nur mehr für den allseits beliebten Hugo sein werden?
Weil, wenn diese nicht rasch genug erledigt werden können, sich ein Bauvorhaben automatisch genehmigen wird?
https://derstandard.at/2000082990738/Gesetz-gibt-Wirtschaft-Vorrang-vor-Umwelt

Besonders lustig finde ich, dass die “Ausgabenbremse“ für die Sozialversicherungen wie ein faules Ei im “Erwachsenenschutz-Anpassungsgesetz“ versteckt wurde.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/975598_Schwarz-Blau-bremst-die-Krankenkassen-aus.html

Weiß der Basti eigentlich, dass die FPÖ die Europäische Menschenrechtskonvention nicht so mag? „#Brieferl No.91 – Faule Eier für den Hugo in der #BBHF“ weiterlesen

#Brieferl No.90 – Freiwillige Zeugen Bastiwahns

Lieber Cousin Herbert,

bist du auch so begeistert von St. Sankt Sebastian dem Kürzer wie ich? Er war eindeutig der Star dieser Woche.

Begonnen hat alles mit seiner flammenden Rede vor dem EU-Parlament. Da konnte er endlich wieder zu seinem Lieblingsthema „Migration“ referieren. Ich habe eine gewagte Theorie dazu, warum von den 751 verfügbaren Plätzen noch nicht einmal 100 besetzt waren.

Man kann sich das Leben der EU-Parlamentarier ja dank der Berichte über die Champagner-Gelage als ein recht Fideles vorstellen. Ich hoffe übrigens, dass die Rückzahlung der insgesamt 544.400 Euro, an der sich die FPÖ beteiligen müssen wird, ein nicht allzu großes Loch in die Parteikasse reißen wird.
http://www.heute.at/politik/news/story/Champagner-Gate–ENF-muss-halbe-Million-zahlen-48250731
Wobei es eigentlich wurscht ist. Letztlich zahlt es eh der Steuerzahler.

Aber lass mich meine Theorie aufstellen.
Ich sehe sie förmlich vor mir, die EU-Parlamentarier der FPÖ, wie sie sich mal wieder gesellig zusammenfinden und schlemmen und gluckern. Irgendwann kommt das Thema auf die morgige Rede vom Basti, an der eigentlich keiner teilnehmen will, gilt es doch den drohenden Kater auszuschlafen. „#Brieferl No.90 – Freiwillige Zeugen Bastiwahns“ weiterlesen