#EU28wks – Woche 13 – Österreich

Österreich wurde, ebenso wie Schweden und Finnland, am 1.1.1995 Mitglied der Europäischen Union. Somit war aus den EG-12, den Europäischen Gemeinschaften mit 12 Mitgliedsländern, verkürzt dargestellt die EU-15 (Europäische Union mit 15 Mitgliedern) geworden.

Ich bin ja schon so steinalt, dass ich im zarten Alter von 23 Jahren an der Volksabstimmung über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union auch abstimmen durfte.
Ich habe damals übrigens gegen den Beitritt gestimmt. Das war weniger deshalb, weil ich tatsächlich gute Gründe für die Ablehnung hatte, sondern weil mir manche Argumente mehr als nur spanisch vorkamen.

Unvergessen ist mir in diesem Zusammenhang der “Ederer-Tausender“. Dieses dubiose Versprechen der damaligen SPÖ-EU-Staatssekretärin Brigitte Ederer wirkte auf mich so plump, so blöd, so populistisch, dass ich mir gedacht hatte “wenn so argumentiert wird, kann das alles nur faul sein“.

Da ich jetzt aber mit meine Aktion #EU28wks mache, liegt es auf der Hand, dass sich meine Einstellung zur EU im Laufe der Jahre geändert hat. Aber warum? Was war passiert?

Zum einen habe ich die persönlichen Vorteile der EU für mich entdeckt. Diese liegen in der gemeinsamen Währung sowie der Reise- und Aufenthaltsfreiheit. Es ist einfach angenehm, wenn man zb ohne Grenzkontrollen durch Europa fahren kann. Das gilt natürlich nur, wenn das Schengenabkommen nicht von irgendwelchen Ministern auf Eis gelegt wird. Das Einkaufen ohne Geldwechsel spart nicht nur Kosten, sondern ermöglicht auch den direkten Preisvergleich.

Was aber neben den kleinen Annehmlichkeiten noch ausschlaggebender für meinen Wechsel in die pro-europäische Liga war, entpuppte sich ganz einfach als “Wissen“.
Wusste ich zum damaligen Abstimmungszeitpunkt tendenziell und zugegebenermaßen faktisch nix über die EU, so hat sich das im Laufe der Jahre geändert.
Je mehr ich über die Funktionsweise der EU als Konstrukt gelernt hatte, desto besser hat es mir gefallen. Klar, alles hat seine Schwächen und nichts ist perfekt. Und es gibt genug Kritikpunkte. Doch alleine zu wissen, was der Unterschied zwischen einer EU-Verordnung (gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat) und einer EU-Richtlinie (muss erst durch nationale Rechtsakte umgesetzt werden) ist, macht das Lesen von Nachrichten schon interessanter.

Auch dass man den EuGH anrufen kann, darf nicht unterschätzt werden. Wenngleich manches Urteil durchaus so interpretiert werden kann, dass es dann das Resultat doch suboptimal ist. Aktuelles Stichwort: Karfreitag.

Über Österreich selbst mag ich jetzt insofern nicht viel schreiben, denn, würde ich damit beginnen, ich säße noch übermorgen hier. Österreich wird immer, um Rainhard Fendrich zitieren, “mein Stamm und ich dessen Apfel“ sein, egal wo ich bin.

Da fällt mir auch ein, dass mir “I am from Austria“ besser gefällt als unsere Nationalhymne. Es gibt so viele, wirklich schöne Hymnen, die einen ganz anderen Spirit verbreiten als unsere (mir sehr fade) Bundeshymne. Selbst die alte Haydn-Hymne, die jetzt als deutsche Nationalhymne bekannt ist, gefällt mir besser. Von der amerikanischen, französischen, italienischen, russischen und auch irischen Hymne ganz abgesehen.

Unter allen, die uns hier auch an ihren Erinnerungen oder Assoziationen teilhaben lassen, wird ein Exemplar des neuen Populisten-Quartetts verlost.

Die Besonderheit: Herbert K. Ist endlich wie wohlverdient mit dabei.

Viel Spaß 🙂

3 Antworten auf „#EU28wks – Woche 13 – Österreich“

  1. Ich gestehe – genau so war’s bei mir, obwohl einiges älter als 23 im Abstimmungsjahr.
    Rundum zufrieden bin ich noch immer nicht mit der EU. Meine Zuneigung zu allen Annehmlichkeiten wird überlagert von der mangelnden Solidarität der meisten Mitgliedsstaaten was die Aufnahme von Geflüchteten angeht.
    Mit den ehemaligen benachbarten Ostblockstaaten komm ich – wie schon bisher – nicht zurecht. Grade die waren es, die wegen politischer Verfolgung und Angst vor der Zukunft in Massen geflüchtet sind – viele davon auch nach Österreich. Und jetzt tun sie so, als wäre jeder einzelne Flüchtling eine Gefahr für die innere Sicherheit ihres Landes.
    Und der EUGh ist mir, ehrlich gesagt, auch suspekt. Und dies nicht nur wegen des Karfreitags-Urteils. (Düngeverordnung, Kopftuchverbot, Bitcoin, usw). Aber das Friedensprojekt Europa gefällt mir ohne Wenn und Aber!

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