#EU28wks – Woche 9 – Griechenland

Griechenland ist bereits seit 01.01.1981 Mitglied der Europäischen Union, die damals noch die Europäische Gemeinschaft war.

Endlich kann ich auch mal wieder aus eigener Erfahrung etwas berichten, auch wenn ich noch nie im Festland-Griechenland, sondern lediglich auf der Insel Rhodos war. Am kuriosesten waren definitiv die dort urlaubenden Engländer, deren unprofessioneller Umgang mit der Sonneneinstrahlung sie von zartrosa bis dunkelrot leuchten ließ.

Die Akropolis in Lindos war sicherlich eines der kulturellen Highlights.

http://www.rhodos-travel.com/akropolis.htm

Ebenso wie die Stadt Rhodos, deren Stadtmauern mich sehr fasziniert haben. Und natürlich die Hafeneinfahrt, in welcher der Koloss, eine Abbild des Sonnengottes Helios, gestanden haben soll.

Der Koloss von Rhodos

Griechenland, die Wiege der Demokratie, ist so voll von Persönlichkeiten, die uns persönlich wie als Menschheit weitergebracht haben, dass ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll.

Aristoteles, Sokrates und Platon, um nur ein paar Philosophen zu erwähnen.

Ungerechtigkeit und Korruption wurde Platon übrigens durch die Verurteilung und Hinrichtung von Sokrates besonders bewusst:

“Wenn selbst der Mensch der höchsten Verantwortung im Zerfall des staatlichen Daseins zugrunde gehen muss, dann, so schließt Platon, muss das staatliche Dasein von der Wurzel her nicht in Ordnung sein. Dann gibt es kein anderes Heilmittel als die radikale Besinnung auf die Fundamente des Staates, und das heißt: auf das Wesen der Gerechtigkeit.“

Als er sich mit dem Wesen der “Gerechtigkeit“ beschäftigt, entdeckt er:

“Der Mensch weiß ursprünglich, was Gerechtigkeit ist und was die anderen Tugenden sind. Er trägt in seiner Seele Urbilder all dieser rechten Weisen des Verhaltens.“

(Quelle: Wilhelm Weischedel, Die philosophische Hintertreppe, Seite 49, 43. Auflage)

“Die philosophische Hintertreppe“ kann ich jedem empfehlen, der sich ein bisschen in die Philosophie einlesen will.

Mir gefällt ja die Idee sehr, die Platon hier mit den Urbildern erzählt. Ich glaube auch, dass das irgendwie stimmt. Denn auch wenn wir oft nicht danach handeln, warum auch immer, so wissen wohl (oder hoffentlich) im tiefsten Inneren genau, was richtig und was falsch ist.

Die Mathematik wäre ohne Archimedes und Pythagoras nicht die selbe, die Musikwelt ohne Maria Callas definitiv, ohne Vicky Leandros, Nana Mouskouri und Costa Cordalis auch irgendwie ärmer.

Telly Savalas kennen wir auch alle. Ich mochte immer in lustigen Rollen besonders. Hier ein Highlight.

Unter allen, die uns hier auch an ihren Erinnerungen oder Assoziationen teilhaben lassen, wird ein Exemplar des neuen Populisten-Quartetts verlost.

Die Besonderheit: Herbert K. Ist endlich wie wohlverdient mit dabei.

Viel Spaß mit Griechenland 🙂

3 Antworten auf „#EU28wks – Woche 9 – Griechenland“

  1. Mit Griechenland-Erinnerungen kann ich auch aufwarten. Vor gefühlten 100 Jahren ein Wochenende in Athen. Das hat mich bestimmt einen Zentimeter Körpergröße gekostet, so viel sind wir gegangen, um alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Unvergessen der Ausflug nach Kap Sunion und den dort erlebten Sonnenuntergang.
    Und obwohl wir wissen, wie viele Inseln zu Griechenland gehören, zieht es uns immer wieder nach Kreta zurück, wo man – in der Nichtsaison _ so herrlich alleine urlaubt.
    Verliebt in Santorini, das allerdings für meinen Geschmack (und meine Beine) zu viele Stufen hat. Das Essen ist überall herrlich und ganz bestimmt sehr gesund, wenn man sieht, wie viele gleichalte Leute sehr rasch und fröhlich unterwegs sind.
    Schön, daß die zu uns gehören!

  2. Viele, viele Urlaube in allen Teilen Griechenlands verbracht und vor Jahren mit einem der schönsten „Souvenire“ heimgekommen, das es gibt: einem herrenlosen Strandwelpen, der uns fast 16 Jahre lang ein liebenswürdiger, treuer, heiß geliebter Begleiter war.

  3. Liebe DK !

    Nett, das Griechendland-Brieferl. Ich bin auch ein großer Freund der Griechenlands und der Griechen, interessiere mich auch für deren Geschichte, und etwas kritisch darf/soll man auch sein. Zum ersten Mal war ich dort 1972 auf Maturareise. Damals sah man an allen Straßen den aus den Flammen steigenden Phönix, Symbol der Obristen-Junta. Wer heute mehr über den Putsch 1967 wissen möchte, sollte den tollen Film „Z“ von Costa Gavras anschauen – der hat mir unter den bedeutenden Griechen gefehlt, ebenso wie Mikis Theodorakis (der allerdings im Alter fragwürdige nationalistische Anwandlungen hat) und der wunderbare Nikos Katzanzakis, der nicht nur den Roman „Alexis Sorbas“ geschrieben hat (empfehlenswert zum Verständnis insbes. der Kreter auch „Freiheit oder Tod“ = „O Kapetan Michalis“). Zurück zu 1972 und 1974 – da war ich während der Zypernkrise in der Ägäis unterwegs. Noch radikalere Generäle hatten die Obristen gestürzt, sie wollten die Enosis – den Anschluss von Zypern. Dort wurde die (griechische) Regierung des Erzbischos Makarios durch einen Freund der Generäle gestürzt, der mit der türkischen Minderheit gar nicht zimperlich umging. Erst dann hatten die Türken Nordzypern besetzt ! Die Krise führte durch internationalen Druck zum Ende der Junta in Athen, der konservative Konstantin Karmanlis war der Heilsbringer der neuen Demokratie. Für viele Jahrzehnte blieb die Macht in den Händen der Familien Karamanlis (Konservative) und Papandreou (Sozis) und deren Ablegern – da kann man ruhig auch von Korrpution reden.

    Nebenbei: 1972/74 war ich zu jung, um den schönen Slogan „Kein Tourismus zum Faschismus“ (damals Griechenland, Spanien, Portugal) zu verinnerlichen. Jetzt bin ich zu alt – man könnte ja nicht einmal mehr im eigenen Land Urlaub machen ! Gefragt wäre grenzüberschreitende Solidarität.

    Zypernkrise bringt mich zur Verbindung mit Zypern, wo ich auch schon versucht war, einen kritischeren Kommentar zu schreiben. Also: die EU sollte Zypern aufnehmen, Bedingung: die sollten die friedliche Wiedervereinigung schaffen. Eine Volksabstimmung
    wurde angesetzt. Aber: EU-Mitglied Griechenland wollte, dass Zypern schon vorher in die EU kommt. Dann kam in Griechisch-Zypern ein Rechtspopulist ans Ruder, der meinte sinngemäß „hähä – wir sind eh schon drin, warum die blöden Türken auch“. Das Referendum ging im türkischen Teil pro, aber im griechischen Teil kontra friedliche Wiedervereinigung aus. Wie dumm es von der EU war, Zypern ein bisschen zu früh aufzunehmen! Damals war die Türkei noch demokratischer, jetzt ist das Zeitfenster für die Vereinigung dank Erdogan eher zu.

    Ja, Griechenland hat eine phantastische Geschichte und Kultur. Aber der Blick auf die eigene Geschichte seit der Befreiung vom osmanischen Joch ist durchaus einäugig.
    [Wie ja überhaupt so gut wie kein Volk imstande zu sein scheint, die eigene Geschichte gut und nicht einseitig zu lernen. Die einzigen, denen das gelungen ist, waren die
    (West-)deutschen, und die auch nur unter Zwang.] Da würde mir noch viel einfallen, etwa im frühen 19. Jhdt. der Gegensatz zwischen den Befreiungshelden am Südpeloponnes und den wohlhabenden und wohlgelittenen griechischen Händlern an der kleinasiatischen Agais-Küste und insbes. in Istanbul, oder 100 Jahre später das Massaker von Smyrna (ein griechischer Freund hat mir erzählt: in der Schule haben sie nur gelernt, dass auf einmal die bösen Türken da waren und alle umbgeracht haben. Der Anlass war nicht inbegriffen: Ministerpräsident Venizelos wollte die Gelegenheit ergreifen, gegen die im 1. Weltkrieg unterlegenen Türken ein großgriechisches Reich wiederzuerrichten und ließ seine Truppen in der Türkei einmarschieren – das ging aber schief.)

    Also, was ich meine: Freundschaft zu Griechenland und den Griechen kann/soll mehr beinhalten als ein verklärtes Bild.

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