#Brieferl No.89 – Any man who must say, I am the king, …

Lieber Cousin Herbert,

irgendwie habe ich das Gefühl, du schiesst wieder einmal ein bisschen über das Ziel hinaus. Wobei ich mich ja immer frage, was denn genau das Ziel ist. Aber bitte, wollen wir das mal an dieser Stelle außen vor lassen.

Die Medien sind ja schon wieder voll mit Artikeln über dich.

https://diepresse.com/home/meinung/5456486/Herbert-Kickl-spielt-mit-dem-Feuer
https://derstandard.at/2000082609116/Es-gilt-die-Pressefreiheit
https://kurier.at/meinung/die-meinungsfreiheit-ist-schnell-in-gefahr/400059371
https://www.profil.at/meinung/christian-rainer-ausweitung-kampfzone-10174260
https://www.news.at/a/leitartikel-freiheit-10171430

Die glauben nämlich alle irgendwie, dass du die Pressefreiheit nicht so magst. Klar, ich kann das schon nachvollziehen. Also, dass du nicht begeistert bist von deren Berichten. Wie hattest du es so schön im Interview im Report gesagt?

„Dort wo nämlich Verunsicherung betrieben wird, das ist nicht das Innenministerium und das ist auch nicht die Justiz, sondern das sind selbst ernannte Aufdecker, das sind gewisse Medien, die sich jeden Tag darum bemühen, irgendwelche Dinge, die als geheim eingestuft sind, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, in die Öffentlichkeit zu bringen, und dort irgendwelche, ja sagen wir einmal sehr sehr unvollständigen Darstellungen des tatsächlichen Sachverhalts zu geben.“

Das ganze Interview wurde hier wieder transkribiert, wofür ich jedes Mal auf‘s Neue dankbar bin.
https://neuwal.com/transkript/20180626-susanne-schnabl-herbert-kickl-report.php

Ich mag es ja so gerne, wenn du immer auf die Rechtsstaatlichkeit deiner bzw. der Aktivitäten deines Ministeriums pochst. Wie beispielsweise hier:

„Denn hier sieht dann das Beamtendienstrecht vor und hier sieht die Strafprozessordnung vor, dass wir eine entsprechende Anzeigenpflicht haben. Und ich habe den Generalsekretär mit der Überprüfung der Beurteilung und mit der weiteren Veranlassung beauftragt.“

„Aber so ist das österreichische Recht,
es tut mir Leid aber an das müssen wir uns halten.“

„Nämlich nichts anderes zu machen, als diese Dinge zu verfolgen,
das ist Recht und Ordnung und genau
so geht das in einem Rechtsstaat, Frau Schnabl.“

Ich habe dir doch letztens von Game of Thrones erzählt, wenn du dich erinnerst. Für den Fall, dass du das nicht gut oder gar nicht kennst, lass mich dir eine kurze Geschichte daraus erzählen.

Da gab es den Joffrey Baratheon, der ein echter Ungustl war.
Hat sich mittlerweile erübrigt sich über ihn zu echauffieren, wurde er doch bei seiner eigenen Hochzeit vergiftet. Zuvor durfte er eine Zeit lang am Iron Throne als King of the Seven Kingdoms sitzen.
Er hat dabei jedoch zwei fundamentale Fehler begangen.

1) Er dachte, dass er in seiner Position allmächtig wäre.
2) Er hat immer wieder, bei jeder Gelegenheit, wie ein kleines bockiges Kind, betont, dass er doch der König sei, weshalb 1) gelte.

Nun war Joffrey zwar ein Ungustl, er hatte jedoch das Glück, einen ausnehmend klugen Großvater names Tywin Lannister zu haben.
Und einmal ist er wieder herumgehüpft, der Joffrey, wie ein bockiges, kleines Kind und hat geschrien „I AM THE KING!“.
Tywin Lannister hat ihm die einzig richtige Antwort darauf gegeben.

Falls du Zeit und Lust hast, hier ein einminütiger Ausschnitt. Du verzeihst, dass ich die schönere und vor allem originale englische Version bevorzuge.
https://www.youtube.com/watch?v=ks7ZFbAJ2UU

Das ist fast so wie bei dir, wenn du immer auf die Rechtsstaatlichkeit hinweist. Oder der Basti wieder einmal erklärt, dass falsche Informationen gegeben wurden und das ja eh alles gar nicht so ist, wie es scheint.
Ob das auf die Dauer so klug ist, einen auf Joffrey zu machen?

Glücklicherweise ist die heutige Zeit nicht so martialisch wie jene in Game of Thrones. Weshalb es selten zu Duellen (außer bei den Burschenschaften) und noch seltener zu Vergiftungen (ausgenommen, man ist Präsidentschaftskandidat in der Ukraine oder ein russischer Ex-Spion) kommt.

Aber man kann locker abgewählt werden.
Oder flächendeckend Proteste auslösen.

https://kurier.at/politik/inland/kurz-keine-verhandlungen-mehr-zu-12-stunden-tag/400059932

Man kann Proteste freilich ignorieren.
Man kann so tun, als wäre man allmächtig und immer wieder erzählen, dass das alles ja gar nicht so ist.
Dass die bösen Anderen (wahlweise die Medien oder die Gewerkschaft oder eine NGO) wieder falsche Informationen verbreiten.

Das kann man sicher alles machen.
Blöd ist nur, wenn man vergisst, dass das mit der vermeintlichen Macht nicht ganz so ist, wie man vielleicht hofft.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

3 Antworten auf „#Brieferl No.89 – Any man who must say, I am the king, …“

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