#Brieferl No.111 – Die glorreichen Sieben

Lieber Cousin Herbert,

du kennst doch diese Rankings, bei denen die Kreditwürdigkeit von Ländern bewertet wird, oder? Die Bestnote, die man da erreichen kann, ist ein AAA, das magische Triple A.

Ich freue mich dir mitteilen zu dürfen, dass ich gestern unschlagbare wie glorreiche sieben A’s ausmachen durfte, die der Basti & Bumsti – Allianz zuzurechnen sind.

*Trommelwirbel * bumm bumm bumm *
(du erinnerst dich ja sicher an fulminanten Trommel-Auftritt von Bumsti beim Wahlkampfauftakt in Tirol am 10. Jänner – der dient mir noch immer als Inspiration)

A1 – Die Ankündigung

Passend zum Trommelauftritt und womöglich für weitere künftig zünftige Auftritte geplant (auch wenn er das jetzt noch nicht zugeben will, der sportliche Schlawiner), will Bumsti ein neues Nationalstadion bauen.

Ich sehe es förmlich vor mir … Und habe übrigens wieder einen kreativen Vorschlag zu machen.
Anstatt das Geld für “eine nachhaltigen Sportstrategie, die Straches Team um Sektionsleiter Philipp Trattner in sieben (!) Arbeitsgruppen erarbeiten“ zu verplempern, würde ich auf bereits existierende Pläne zurückgreifen.

Die Breitenwirkung von Sport ist hinlänglich bekannt. Schon die alten Römer setzten auf “panem et circenses“ und gerade wenn es mit dem Brot nicht so üppig ist, muss der Zirkus umso mehr gefördert werden.

Ich finde auch, dass ein neues Nationalstadion zu wenig ist. Das “Größtes Stadion der Welt“ erscheint mir nicht zu minder.

Vielleicht sollte Bumsti mal anfragen, ob die Pläne von Albert Speer noch irgendwo aufliegen, dann kann nämlich flugs mit dem Bau begonnen werden.

A2 – Die Anwesenheit

Du bist mir ja auch Schlawiner. Es scheint dir nicht zu reichen, dass du im Mittelpunkt des BVT-Untersuchungsausschusses stehst, nein, du schickst auch noch eine Mitarbeiterin „incognito“ in den Medienraum.

Das hättest du schon geschickter anstellen und beispielsweise jemanden von der Basti & Bumsti – Prawda zum spionieren schicken können. Am besten verkabelt mit direkter Leitung zu dir.

Ich weiß eh, Geheimdienstangelegenheiten und Spionage, damit kennst du dich nicht so gut aus. Aber dafür hast du ja mich.

A3 – Die Auserwählte

Ich mache mir ernsthafte Sorgen um den Gottfried Waldhäusl. Nicht nur, dass er meine E-Mail-Anfrage betreffend der beiden ungarischen (und zu kleinen) Pferderln für die Ponyzei nicht beantwortet hat, ich fürchte, sein Steckenpferd “Tierschutz“ wurde ihm soeben entwendet.

https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Neuer-Job-fuer-Frau-Strache/347501369

Ich finde das total lieb, dass es zufällig die neue Frau Strache ist, die sich des heiklen Themas annimmt. Hat sie dich eigentlich schon auf die Pferderln der Ponyzei angesprochen? Nicht, dass du da noch Schwierigkeiten aus den eigenen Reihen kriegst.

Aber wahrscheinlich ist die gute Philippa noch mit Überlegungen beschäftigt, wohin genau die gerundeten € 3.000 vom Pfötchenpunsch gehen sollen.

Sie denkt eh erst seit 19. Dezember nach, es kann also noch dauern. Ist ohnehin besser, dann kriegst du keine Schwierigkeiten wegen der Pferderln.

A4 – Die Anfrage

Ob die gute Philippa eigentlich weiß, dass ihr Götterbumsti vor ihrer Hochzeit schon einmal verheiratet war? Und ob das die Kirche weiß?

“Und ich glaube, dass es vernünftig ist, hier natürlich mit einem Vorschlag, den wir dann gemeinsam finden, auch Gespräche mit der Kirche zu führen“ hat der Bumsti nämlich gemeint.

Eh. Wozu gibt‘s denn den VfGH, wenn man auch die Kirche hat.

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5491658/Ehe-fuer-alle-Strache-will-erst-mit-Kirche-reden

Ich war so frei und habe mal bei Kardinal Schönborn via Twitter nachgefragt.

Ich halte dich auf dem Laufenden.

A5 – Der Austausch

Ein weiterer Kandidat zum Sorgen machen ist die Kronen-Zeitung, in ihrer Funktion als einziges einzig der Regierungswahrheit verpflichtetes Amtsblatt “Basti & Bumsti – Prawda“.

Denn beim Kurier wurde jetzt die Position des Chefredakteurs neu besetzt, was manche total freut, weil es sich bei der Neubesetzung um eine Frau handelt. Andere wiederum freuen sich weniger, weil wiederum die Presse folgendes geschrieben hat:

“Aber auch die Regierung soll zuletzt immer wieder unzufrieden mit der „Blattlinie“ der traditionell bürgerlich liberalen und unabhängigen Zeitung gewesen sein und daher Druck auf die Raiffeisenführung ausgeübt haben, einen neuen Chefredakteur zu bestellen.“

https://diepresse.com/home/kultur/medien/5490878/Martina-Salomon-soll-KurierChefredakteurin-werden

Grundsätzlich finde ich schon gut, dass da von Regierungsseite mehr Druck gemacht wird. Das “unabhängig“ tät ich nur der Form halber rausnehmen aus der Offenlegung. Der “Wachtturm“ zum Beispiel tut ja auch noch so, als ob er ein unabhängiges Magazin für Diskussionen in Glaubensfragen wäre.

A6 – Die Alten

Gestern gab es einen netten gemeinsamen Auftritt der beiden alten Regierenden, dem Christian Kern und dem Reinhold Mitterlehner. Endlich mal kein endloses Gewäsch von Routenschließungen. Sehr angenehm, wirklich. Und auch gut, dass die FPÖ wieder einmal erinnert wurde, dass sie doch eigentlich nur Dritter bei der Wahl geworden ist und bloß am türkisen Rockzipfel hängt.

https://derstandard.at/2000086789549/Mitterlehner-greift-Regierung-bei-Asyl-und-Lehre-an

A7 – Die Angelegenheit

Es war einmal ein Wehrsprecher,
und blauer und ein ganz frecher,
der wollt in Afrika Raum erzwingen,
doch tut er nun ganz anders klingen.
Basti spricht dazu ganz klug und g‘scheit
“das ist nicht meine Angelegenheit“

Na echt jetzt? Das will ein Kanzler sein?

„Er ist nicht Mitglied meiner Partei.
Er ist nicht mein Wehrsprecher.
Er ist auch nicht Mitglied meiner Bundesregierung und
insofern auch nicht meine Angelegenheit.“

Was genau ist denn seine Angelegenheit?
Ich verstehe durchaus, dass er viel zu tun hat und nicht jede Blödheit seiner Koalitionsnatter kommentieren kann, während diese sich genüsslich am türkisen Busen nährt.

Aber da jetzt bereits Gerüchte über den Einsatz von österreichischen Polizeikamelen in Libyen im Umlauf sind, sollte er sich vielleicht doch ein bisserl klarer distanzieren.

(Bild stammt aus der Tiroler Tageszeitung, Zeichner Daniel Jokesch, Foto: AFP/Winter)

Ich bin übrigens gespannt, wann der erste schwarze ÖVPler auf die Idee kommen wird, die türkise Liste Kurz zu einem gemütlichen Gedankenaustausch nach Knittelfeld einzuladen …

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

7 Antworten auf „#Brieferl No.111 – Die glorreichen Sieben“

  1. Ja aber was ist mit A8 – sinnlose Einschaltung des Verfassungsschutzes und überall Herumposten derselben Aktion durch Herrn Taubenus, der ein Bild auf Facebook sieht, das aber nicht den darstellt, der evtl. und viell. ein Faible für eine AlKaida-Gruppe hat, aber gar nicht so heißt und auch nicht dort wohnt. Oder so ähnlich.

  2. Wirklich guter Brief, der einige der letzten Schandtaten dieser unsäglichen Regierung aufzeigt.

    Weil Sie die 140 km/h-Teststrecken erwähnen: Eine davon weist eine Länge von genau 88 km auf; Zufall?

    Bei diesen „Wir-werden-noch-sehen-was-alles-geht-Typen“ glaube ich eher nicht daran.

  3. Liebe Daniela Kickl,
    ich finde Ihre Brieferl köstlich, spitzfindig und treffend formuliert. Ich glaub aber, dass die Adressaten die Kritikpunkte abschütteln wie der oftmals bemühte Hund die Flöhe.
    Es tut aber schon gut zu wissen, dass er sich zumindest schütteln muss!

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