#Brieferl No.124– Der BIMAZ und die Popo-Straffung

Lieber Cousin Herbert,

mir gefällt es gar nicht, dass es so viele Leute gibt, die deinen Rücktritt fordern. Rein inhaltlich ist das völlig verständlich und nachvollziehbar. Aber dennoch bin ich der festen Überzeugung, du solltest im Amt bleiben.

Ich bin zwar nicht der Ansicht, dass du der #BIMAZ, der “Beste Innenminister aller Zeiten“ bist, eher im Gegenteil.
Dennoch halte ich dich für das Beste, was uns linkslinkem grünversifftem Gesindel, also den normalen Menschen, hat passieren können.
Weil du nämlich so unverfroren und plump agierst, dass du eben genau nicht tragbar bist. Ein Glück im Unglück, gewissermaßen. Das muss nämlich dem neoliberalen Maturanten zugerechnet werden, der nun in der Bredouille sitzt.

Wenn er an dir festhält, wird er sich noch wundern, was alles geht.
Demissioniert er dich, gibt er einen Fehler zu.
Beides ist ganz schlecht für‘s Image.
Also mach bitte weiter wie bisher! Lass dich nicht irritieren von irgendwelchen Datenschutzgrundverordnungen oder sonstigen komischen Gesetzen.

Ist die “Weisung von oben“ betreffend der Anzeige „wegen Anstandsverletzung“ eigentlich dir zuzuschreiben? Die jungen Männer, die davon betroffen sind, hatten doch nur ein Plakat mit “Kickl Ride to Höll!“ hochgehalten. Und mit “Höll“ nicht “Hölle“, sondern die “Höttinger Höll“ gemeint, einen ein extrem steilen Hohlweg auf dem Gramartboden im Norden von Innsbruck.

https://derstandard.at/2000088503182/Anzeige-gegen-Rad-WM-Fans-wegen-provokanten-Plakates-gegen-Kickl

Egal, wer genau diese “Weisung von oben“ gegeben hat, sie wird wohl wieder auf dich zurückfallen. Wenn du es selbst warst, ist es peinlich genug. Wenn es einer deiner Mitarbeiter war und du nichts davon weißt, hast du deine Mitarbeiter nicht im Griff. Noch peinlicher.

Insgesamt machen ja nicht nur du, sondern auch der FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker einen, ich möchte fast sagen, nervösen Eindruck. Zumindest aber einen unprofessionellen.
Da hatte sich doch in der Causa “E-Mail aus dem Innenressort über den Umgang mit kritischen Medien“ der Präsident der Industrieellenvereinigung Georg Kapsch zu Wort gemeldet und gemeint:

„Wer die Pressefreiheit irgendwie infrage stellt, rüttelt an den Grundfreiheiten der Demokratie. Ich verstehe das absolut nicht.“

Und was hat Hafenecker dazu verlautbaren lassen?

„Der Präsident der Industriellenvereinigung soll sich nicht in Sachen einmischen, die seinen Wirkungsradius eigentlich überhaupt nicht tangieren – diese Causa geht Kapsch nämlich einen ‚Schmarren‘ an.“

Die Pressefreiheit geht Herrn Kapsch einen “Schmarren“ an? Echt jetzt?
Ich bin ja der unverfrorenen Ansicht, dass Pressefreiheit sogar JEDEN etwas angeht. Du weißt schon, Grundrechte, Menschenrechte und so weiter. Aber gut, ich kann auch verstehen, dass man unter dem Druck des BVT-Untersuchungsausschusses und von investigativen Journalisten wie dem Florian Klenk schon mal ein bisschen nervös sein kann.

https://derstandard.at/2000088335442/Scharfe-Kritik-an-Kickl-von-IV-Praesident-Kapsch

Aber wenden wir uns doch lieber einem Thema zu, dass meinen anderen Liebling der Basti & Bumsti – Allianz betrifft: der Krankenkassenreform der KHB (nicht zu verwechseln mit dem schönen KHG).

https://www.kleinezeitung.at/service/newsticker/5504217/Ueber-1-Mrd-Mehrbelastung-fuer-Krankenkassen-und-AUVA

Da wurde doch großartig die “Patientenmilliarde“ versprochen, die durch Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen in die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erreicht werden soll.

Wie sich nun herausstellt – surprise surprise – stimmt das nicht nur nicht, es wird sogar richtig teuer!
In Summe KOSTET der Spaß nämlich 1,5 Milliarden Euro. Das haben Experten, also definitiv niemand aus der Regierungsmannschaft, berechnet.

Und jetzt darfst dreimal raten, auf wessen Buckel das finanziert wird.

“Nutznießer seien vor allem Wirtschaft und Industrie, die künftig geringere Versicherungsbeiträge zahlen. Die fehlenden Mittel würden für die Versicherten und Patienten Leistungskürzungen mit sich bringen, zu höheren Beiträgen oder zur Einführung von Selbstbehalten führen“

Es kommt aber noch besser! Bei den angeblich so tollen Einsparungen hinsichtlich der Funktionäre und Dienstwagen in der Selbstverwaltung hatte man sich leider – surprise surprise – ein wenig verrechnet. Oder schlecht recherchiert. Oder vielleicht gar bewusst gelogen?

https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5506768/Was-kosten-Kassenfunktionaere_Nur-zwoelf-statt-wie-behauptet-160

Die angeblich 160 Dienstwägen, die man einsparen könnte, gibt es gar nicht. Es nur insgesamt 12 Stück! Und die Kosten für die Funktionäre betragen gerade einmal 0,009 Prozent der Gesamtausgaben.
Aber ist es halt schick gegen “das System“ und “die Funktionäre“ zu wettern. Und beim Wettern ist es auch egal, ob die Inhalte stimmen oder eben nicht.

Aber es geht noch besser. Nämlich so richtig ans Eingemachte.
Künftig soll mehr Geld für Privatkliniken zur Verfügung stehen.

“Die Mittel für private Krankenanstalten werden auf
146 Millionen Euro aufgestockt.“

Diese 146 Millionen Euro werden aber nicht nur in “richtige“ Spitäler investiert, sondern auch in Schönheitskliniken. Ich bin da vielleicht ein bisschen altmodisch, aber ich unterscheide zwischen echten Krankheiten und Unfällen und Herumgeschnipsle, Aufgespritze und Abgesauge im Namen der “Schönheit“. Abgesehen davon, dass ich persönlich gerade die meisten Aufgespritzten eher hässlich finde.

“Bemerkenswert: Per Gesetz soll künftig die Privatklinik Währing, für die sich in der Vergangenheit vor allem die FPÖ stark gemacht hatte,
öffentliche Mittel erhalten.“

Das muss man schon verstehen, ist doch der Chef der Privatklinik Währing (eine “Schönheitsklinik“) ein Herr namens Artur Worseg und der ist wiederum ein Freund von HC Bumsti Strache.

https://www.kleinezeitung.at/politik/5506762/Kassenreform_SPOe-kritisiert-Plus-fuer-Privatspitaeler_

Bild aus: https://kontrast.at/worseg_strache-privatklinik-waehring/

Also lass uns gemeinsam jubilieren, dass der gemeine Sozialversicherungs-Beitrags-Zahler nun künftig auch die Worsegsche “Schönheitsklinik“ mitfinanzieren darf.

Und wenn wir uns diese drei Punkte zur Sozialversicherung anschauen und dann noch vergegenwärtigen, dass der österreichische Finanzminister zufälligerweise früher Vorstandsvorsitzender der UNIQA war …. Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, als wolle man das Gesundheitssystem privatisieren. Damit die armen Versicherungen und deren Aktionäre ein bisschen reicher werden.

Ich finde es jedenfalls gut, dass die Reform rucki-zucki ab 1. Jänner 2019 umgesetzt werden soll.
Da wird dann nämlich sicher der eine oder gramgeneigte Wähler aufwachen, wenn er für eine notwendige Behandlung tiefer ins Börsel greifen muss.

Aber vielleicht gibt‘s ja künftig einen Gutschein für eine schicke Popo-Straffung beim Dr. Worseg dazu. Das können dann sicher viele brauchen, weil ihnen doch die “Jahrhundertreform“ so auf den Popo gehen wird, was wiederum dessen Formschönheit wenig zuträglich ist.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

14 Antworten auf „#Brieferl No.124– Der BIMAZ und die Popo-Straffung“

  1. 😂😂😂 sowas von Punktgenau diese Sauereien zu beschreiben und einem trotzdem ein Lächeln oder herzhaftes Lachen zu ermöglichen- das ist „Kunst“!! Danke ihre Gerda

  2. Ich liebe Ihre Briefe an den Cousin! Wie immer treffen Sie den Nagel auf den Kopf und zwischen amüsiertem Lächeln kommt einem auch immer wieder die „Ganslhaut“. Unglaublich wie sich jemand innerhalb kurzer Zeit(der Herr Cousin) so zum Kasperl macht und mit einer Zielstrebigkeit und Anrang jeden Fettnapf trifft. Danke für Ihre Zeilen!

  3. Bravo, bravo-bravo- ein herrlich, kritischer und am
    üsanter Artikel. Mit Homor geht es auch! Wenn esnur nicht so traurig wäre. L. Gr. Und nur so weiter!!!

  4. Mir kommen die Tränen – einerseits weil diese Briefe so sehr meine Lachmuskeln fordern, andererseits aber auch, weil die derzeitigen Machenschaften unserer Politiker überaus traurig stimmen.
    Da brauchts aktuell wohl viele wache, menschliche und auch kritische Stimmen um Schlimmem Einhalt zu gebieten!!

  5. Liebe Frau Kickl, Ihre Brieflein strapazieren jedes Mal aufs Neue meine Lachmuskeln, obwohl das jetzige mir eher Zornestränen rausdrückt. Nur weiter so! Ich lese sie mit Genuss!

  6. Liebe Daniela Kickl,
    ich gestehe, ich war in den letzten Tagen in Unruhe. Wieso sagt die Kickl nichts? Wo ist den die Kickl?
    Dann das große Aufatmen. Gleich zwei Brieferl. Puhhh
    Ich weiß, ich mach es mir leicht und geh mit ihrem Wissen und ihren Recherchen „hausieren ‚
    Dafür möchte ich mich heute einmal bedanken.
    LG S.H.
    Übrigens, das Lachen ist mir bereits vergangen.

  7. Alles lauter linke Sudelpropaganda, die nur dazu dient, das linkslinke Gesocks aufzustacheln, das die Weisheit dieser Regierung, die endlich einmal etwas für uns kleine Leute – also die zu Kurz gekommenen – tut, nicht verstehen wollen oder können. Beides peinlich. Und so traurig.
    Außerdem geht die Cousine des BImaZ die größte Gesundheitsreform aller Zeiten, von der sie offensichtlich überhaupt nichts versteht, sowieso einen Schmarrn an. Wahrscheinlich brauchert SIE eine Schönheitsoperation beim Worseg am notwendigsten. Man weiß eh, wie diese linksrabiaten frustrierten Weiber alle ausschauen…

    1. @Martin Filzmaler
      aeh frage, du doof? um mit Ihren Worten zu schreiben.
      Wenn sie Kritik ueben wollen und oder mit Artikeln nicht einverstanden sind dann ist es nicht notwendig persoenlich zu werden.
      Ueben sie Kritik wie es intelligente Menschen machen, wenn es Ihnen moeglich ist.
      PS: bevor sie jetzt losschimpfen von wegen links… usw.
      vergessen sie es, ich bin Humanist, ich kuemmere mich einen Schmarren um links und rechts. Ich mag es nur nicht wenn jemand dumm und unhoeflich ist.
      @ Frau Kickl,
      weiter so!

      beste Gruesze
      Roman

  8. Aus ungefähr der Hälfte der posts schließe ich, dass die österreichischen Wahlschafe ein beneidenswertes (echt ?) Talent haben, sehr ernste, besorgniserregende Vorgänge weg- zu- lachen. Ein Glück für Basti Bumsti BIMaZ und co, sie werden nächstes mal wieder gewählt.

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