#Brieferl No.130– Die bunten Welten der Herrn K. & K.

Lieber Cousin Herbert,

eure türkis-blaue Welt scheint bunter zu sein, als die doch tendenziell eintönige Farbkombination erahnen lässt. Da kann man nur nicht alle Fünfe gerade sein lassen oder ein beliebiges X für ein U vormachen, nein, das geht noch besser.

1) Die bunte Ermittlungswelt des Herbie K.

Nehmen wir doch gleich mal dich und den BVT-Untersuchungsaussschuss. Da hast du in der Ö1-Radioreihe „Im Journal zu Gast“ folgendes verkündet:

“Alle haben gesagt, dass es keinen Ermittlungsdruck gegeben hat, ich würde ersuchen, das zur Kenntnis zu nehmen.“

https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5516580/Vorwuerfe-in-Luft-aufgeloest_BVTAffaere_Kickl-sieht-sich-entlastet

Eh Herbert, das ist sicher so. (Fühle dich bitte sanft auf den Kopf getätschelt). Wir wissen es eh alle – du hast Recht, die anderen haben Unrecht.

Ich war so frei und bin extra für dich auf die Suche gegangen. Und habe folgendes gefunden:

28. August 2018: Josef Moser will den „Ermittlungsdruck“ durch das Innenministerium prüfen lassen.

https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5487212/BVTAffaere_Moser_Kontrollinstanzen-bewusst-ausgeschlossen

4. Oktober 2018: Die Staatsanwaltschaft sagt, es habe keinen Druck gegeben, man habe von sich aus gehandelt. Wie das zusammen passt mit einem etwaigen Ermittlungsdruck laut Josef Moser? Christian Pilnacek, Generalsekretär im Justizministerium: „Das ist mir unverständlich.“

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5507383/Causa-BVT_Hat-gewisse-vertrauensstoerende-Zustaende-gegeben

15. Oktober 2018: “Inzwischen ist dokumentiert, dass Goldgruber und Lett durchaus versucht haben, Druck auf die Staatsanwältin auszuüben. Diese sagte vor dem U-Ausschuss aus, Lett habe von ihr Telefonüberwachungen und die Verhaftung von Beschuldigten gefordert – ein Wunsch, dem die Staatsanwältin aber nicht nachgekommen ist.“

https://www.pressreader.com/austria/die-presse/20181015/281505047183258

2) Die bunte und vor allem große weite Welt des Basti K.

Auch dem Basti scheint türkis-blau, vermutlich wegen der Ähnlichkeiten der Farben, ein wenig zu unbunt zu sein, weshalb er sich in der glitzernden Welt der Mächtigsten zu wähnen hofft.

So lässt er seine Volkspartei von seinem internationalen Medienrenommee berichten, wenngleich der Inhalt irgendwie anders wirkt.

Die ÖVP freut sich so über das Porträt vom Basti. Anbei die Jubelmeldung auf Twitter und nochmals das Coverbild.Ich…

Geplaatst door Daniela Kickl op Zaterdag 20 oktober 2018

 

Meinst du, hat der Basti deshalb die Farbe “türkis“ genau deshalb gewählt, weil sie “blau“ so ähnlich ist?
Dazu würde nämlich auch gut die Beschwerde des Herrn Rosenkranz passen, dass so mach pseudo-türkiser Politiker lieber ein schwarzer Links-Segler ist.

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5517317/Linker-Kurs_FPOe-kritisiert-schwarze-Teile-der-OeVP

Ich schlage an dieser Stelle vor, neben der Task Force gegen den Sozialbetrug eine selbige zum Aufspüren schwarzer Schafe auf Links-Segel-Kurs zu installieren.
Thematisch passt auch das sicherlich gut zum “Kompetenzzentrum für Wirtschaftskriminalität des Bundeskriminalamtes“, das künftig wohl sämtlichen Arbeitslosengeld- und Mindestsicherungsbeziehern nachspionieren wird.

https://kurier.at/politik/inland/kickl-macht-ernst-mit-sondereinheit-gegen-sozialbetrug/400150524

Umso besser, dass deinen originellen Rekrutierungsmaßnahmen doch ein gewisser Erfolg beschieden ist. Zumindest haben sich bisher 200 Leute mehr beworben als im gesamten vergangen Jahr. Ist eh super, man wird jeden einzelnen brauchen. Und ob die Neuen jetzt 140, 200 oder 900 Punkte haben, ist grundsätzlich egal.

https://derstandard.at/2000089798979/Kickl-sieht-Erfolg-bei-Rekrutierung-von-Polizisten

Das Nachspionieren von Arbeitslosen kann nicht so schwierig sein.
In der Früh platziert man sich incognito beim nächstgelegen AMS, beobachtet die Kundschaft und achtet dabei auf verdächtige Accessoires.
Uhren scheinen aktuell besonders im Trend als Indiz für unermeßlichen Reichtum zu liegen.
Ich würde aber eher das Hauptaugenmerk auf Verabredungen zum Kinobesuch legen. Denn von dem wissen wir gesichert, dass er absolut unnötig und ohnehin nur von Vermögenden zu bewerkstelligen ist.

Als geschulte Beamtin würde ich den Verdächtigen beim Warten auf den AMS-Berater, der zwar in Zukunft wahrscheinlich eh nur mehr ein Programm starten wird, aber immerhin, in ein harmloses Gespräch verwickeln.
Du weißt schon: zuerst allgemein über das Wetter (das geht immer), dann über das Fernsehprogramm (darüber gibt es auch immer was zu jammern) und danach geschickt die Kurve zum aktuellen kinematographischen Angebot nehmen. Wenn sich der Delinquent zu einem gemeinsamen Kinobesuch am Abend hinreißen lässt, sollten die Handschellen sofort klicken.

Keinesfalls jedoch sollte sich das “Kompetenzzentrum für Wirtschaftskriminalität des Bundeskriminalamtes“ mit der steuerschonenden Welt der Reichen beschäftigen.

Du weißt doch, wer glücklich ist, hat Kapital. Nicht das Buch von Karl Marx, das ist eher ungeeignet für echte Kapitalisten, sondern ich meine echte Moneten. Wenn man dieses Kapital Erträge einfahren lässt, sollte man eigentlich ein bisschen Steuern dafür zahlen. Sollte man, muss man aber nicht, wenn man schlau ist. Dann findet man nämlich Mittel und Wege, sich davor zu drücken.

https://derstandard.at/2000089591689/Oesterreich-betroffen-Cum-Ex-Skandal-um-Steuertricks-weitet-sich-aus

Dass dem österreichischen Staat damit schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Euro flöten gegangen sind, stört weder den Kapitalisten noch den Basti noch den Finanzminister. Ist aber egal, weil es wird eben anderweitig gespart. Zum Beispiel bei der Entwicklungs- und Flüchtlingshilfe.

https://kurier.at/wirtschaft/entwicklungszusammenarbeit-oesterreichs-ausgaben-stuerzen-ab/400018423

Das mag ja den linkslinken Gutmenschen ein wenig irritieren oder beim denkenden Menschen eine Spontanreaktion der Sorte “wenn wir nicht vor Ort helfen, kann es dann nicht sein, dass mehr zu uns wollen?“ hervorrufen.

Die bedenken aber alle nicht, dass ein Feindbild nur dann ein brauchbares ist, wenn es halbwegs greifbar ist. Denn was wären Basti und Bumsti ohne ein veritables Feindbild?
Zwei türkis-blaue Schmierenkomödianten in der großen Veränderungsshow.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

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