#Brieferl No.181 – Der intrigante Erbschleicher





Lieber Cousin Herbert,

von dir haben wir Fans ja jetzt leider schon länger nix mehr gehört.
Heckst du gerade irgendwas besonders Tolles aus?
Oder trainierst du gar für den nächsten Triathlon?
Oder hast du dir auch einfach nur so frei genommen, wie unsere geliebte KHB, nicht zu verwechseln mit dem schönen KHG?

Karfreitag-Kanzler und viele Minister gönnen sich einen freien Tag

Hat sie hoffentlich eh rechtzeitig den Antrag für ihren persönlichen Feiertag eingebracht, oder? Das schnöde Wahlvolk wird es wohl nie erfahren. Jedenfalls gönne ich ihr den freien Tag von ganzem Herzen. Und allen anderen auch.
Und sollten sie die freie Zeit sehr genießen – bitte, es steht ihnen jederzeit frei, das zu verlängern. Das funktioniert sogar ganz ohne Antrag und nennt sich Rücktritt. Ach, wäre das schön 🙂 Ein Osterwunsch von so Vielen in ganz Österreich.

Aber genug der Träumerei. Beschäftigen wir uns lieber mit einem, der nicht mehr schmähstad sein will und uns vom intriganten Basti erzählt hat. Das hätte sich ja wirklich niemand jemals gedacht, dass seine Kürzlichkeit “eine Art Parallelimperium aufgebaut“ hat, um sich selbst in den Kanzlersessel zu schupfen.

Reinhold Mitterlehner war gestern in der ZIB2 und wurde von Armin Wolf zu seinem Buch “Haltung“ befragt. Hier die besten Zitate:

“Da ist eine Art Parallelimperium aufgebaut worden … das sprengt eigentlich jede Vorgangsweise einer üblichen Intrige, das war schon sehr massiv.“

Armin Wolf hat betreffend der Aussage, Österreich sei auf einem sehr problematischen Weg in Richtung autoritäre Demokratie, nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

“Politologen haben bestimmte Kriterien aufgestellt, was sind eigentlich die Kriterien für Rechtspopulismus? … Das kann man bei uns am Beispiel Flüchtlinge wirklich lückenlos nachvollziehen. Nicht Schutz VON Flüchtlingen, sondern VOR Flüchtlingen. … Da werden erfundene oder kleinere Probleme aufmagaziniert und dann mit erfundenen Lösungen versehen. Dort sind wir jetzt. … Aufweichung der Gewaltentrennung, die Kontrolle der Medien, das sind Elemente einer rechtspopulistischen Politik.“

Na geh. So goaschtig, der Herr Mitterlehner. Der intrigante Basti als Anführer einer rechtspopulistischen Politik. Das kann man sich gar nicht vorstellen.

Mitterlehner-Buch: Machtwechsel oder die Kunst der Intrige

Andererseits müssen wir fair sein und den intriganten Basti auch dafür verantwortlich machen, dass Österreich in der Rangliste der Pressefreiheit massiv abgerutscht ist. Was sich “vor allem durch die direkten Angriffe auf Journalisten durch die Politik erklärt. Vor allem seit Beginn der Koalition der Parteien ÖVP und FPÖ seien direkte Angriffe auf Medien häufiger geworden.“

„Österreich verliert weiße Weste“: Kritik an Angriffen auf Journalisten

Wir dürfen seine Verdienste um den Rechtspopulismus keinesfalls unter den Tisch fallen lassen!

Auch finde ich, dass die Kürzung der neuen Sozialhilfe für Menschen, die keinen Pflichtschulabschluss haben, nicht nur dem Gelben im faulen Regierungsei, der KHB angerechnet werden darf.
300 Euro weniger im Monat, weil man eine Lernschwäche hat, ist mehr als gerecht. Weil doch mit dem gesparten Geld schon wieder zwei “ich kann locker von 150 Euro leben, weil die KHB das sagt“ – Kandidaten versorgt werden können.

Und wir müssen ihm auch huldigen, dass er einen Ex-Neonazi als Vize hat. Wobei sich die Frage stellt, ob das “Ex“ wirklich nett und zutreffend ist. Ich meine, so eine Abkehr von fundamentalen Werten zu unterstellen, ist vielleicht nicht in Ordnung. Die Identitären waren ja auch so gemein und finden gar, dass er ein “Lulu“ ist. Also der Bumsti jetzt, nicht der Basti.

Bild aus https://derstandard.at/2000101362650/Identitaere-Kundgebung-und-Gegendemo-in-Wien

Aber immerhin, so sagen die Medienanwälte, darf man den Bumsti locker als “Ex-Neonazi“ bezeichnen.

Ich bin ja auch der Erkenntnis von Umweltministerin Elisabeth Köstinger so unendlich dankbar! Dank ihres engagierten Auftretens wissen jetzt nämlich alle:

„Kühe sind grundsätzlich keine gefährlichen Tiere, aber Almen sind kein Streichelzoo!“

Da wurde sogar ein schickes Video gemacht, damit alle die „10 Regeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh“ lernen können. Das erinnert mich jetzt ganz spontan an das „Da werden erfundene oder kleinere Probleme aufmagaziniert und dann mit erfundenen Lösungen versehen“ vom Reinhold Mitterlehner. Quod erat demonstrandum – wie schon die alten Römer gesagt haben.

Schade übrigens, dass du nicht auch auf Twitter bist. Aber wir hatten ja bereits im Brieferl No.125 besprochen, warum das wahrscheinlich so ist.

Da gab es nämlich die BUMAZ, die beste Umfrage aller Zeiten, betreffend seiner Kürzlichkeit.

Ich selbst hatte auch auf “Erbschleicher“ getippt. Denn für den Nesthocker ist er, so vermute ich, selbst seinen Eltern zu schleimig. Bettelstudent geht auch nicht, weil er da studieren müsste. Und ein Heiratsschwindler müsste man schon einiges an unüberwindbarem Charme aufzuweisen haben, geht also auch nicht.

Ich wünsche dir jedenfalls Frohe Ostern. Mögen die Eier üppig sein und das Gelbe strahlend anstatt faul. Allen anderen möge das Osterhasi neben Eiern einen vielseitig nutzbaren Hammer bringen.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




11 Antworten auf „#Brieferl No.181 – Der intrigante Erbschleicher“

  1. Leider trifft alles zu, was im Brieferl steht! Und wir können uns nichr wehren, denn auch wenn noch so viele Demos oder Unterschrieften gesammelt werden- es nützt nix!!! 😡😡😡

  2. Ich lese gerade dein 2. Buch und es ist unglaublich, dass alles noch schlimmer geworden ist, als von dir als „worst case “ vorausgedacht würde.
    Freue mich jedenfalls über jedes Brieferl von dir!

  3. Danke für die Briefe! Es ist wirklich noch schlimmer , als man sich hätte vorstellen können! Daher wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, auch wen es sehr weh tut, wie Alles den Bach runtergeht!
    Bin so dankbar für die Briefe und diese tollen Formulierungen! Gekonnt ist gekonnt! Eine tolle, spitze Feder!
    Schöne Ostern und alles Gute!

  4. Was für ein schöner Brief! Da werden sich alle Genannten ganz stark darüber freuen, denn wie heisst es ja in meinem Geschäft: Hauptsache der Name ist richtig geschrieben.
    Das andere vergessen die Dumpfbacken die es angeht eh.
    Schön stromliniengebürstet, wie man uns so gern hätte, geht halt zum Beispiel mit mir gar nicht. Ich halte es da mit den Chinesen: Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt an die Quelle.
    Na in diesem Fall, vermutlich a schiaches Erlebnis. Trotzdem: Also ich für meinen Teil bleib da dran, denn da halt ich es mit einem weiteren chinesischen Sprichwort: Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbei schwimmen.
    Schon brutal, diese Chinesen.
    Aber was soll’s! Ich hab eh Zeit.

  5. Ja@ Eva Schnabel, ich fühl mich auch total hilflos. Manchmal größte ich mich damit dass ich zu alt bin um als truemmerfrauen aufzuräumen, wenn der Spuk vorbei ist. Ich denke da natürlich nicht an Krieg. Man kann Österreich auch ohne Krieg oder Bürgerkrieg in Schutt und Asche legen. Sozialversicherungssystem kaputt, arbeitslose schlafen auf der Strasse ( notstandshilfe weg), inlandsnachfrage wegen sozial- und Lohndumping total weggebrochen, völlige exportsbharngigkeit. Wir brauchen keinen Krieg! Wir sind auch so erledigt.

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