#Brieferl No.182 – Ein Funserich kommt selten allein





Lieber Cousin Herbert,

du kennst sicher auch viele Funsen, gell? Die Funsen sind ja im täglichen Leben so verbreitet wie Eier zu Ostern. Manch einer meint sogar, dass es ganze Parteien gibt, bei denen Funsentum faktisch Programm ist. Ob das für deine Partei, die FPÖ, zutrifft, wäre möglich, ist aber nicht restlos geklärt. Das “F“ tät ja zumindest passen.

Quelle: Duden – Wie sagt man in Österreich? Zur Verfügung gestellt von Robert Enz. Einem, der nachweislich und gerne im Widerstand ist.

Die Funsen ist also eine “eingebildete, aber dumme und keifende Frau“, was mich spontan an unsere geliebte KHB erinnert, die niemals mit dem (auch nimmer ganz so) schönen KHG zu verwechseln ist.

“Keifen“ wird tendenziell auch nur Frauen zugeschrieben. Nicht umsonst schreibt der Duden hier nur Beispiele in Bezug auf Frauen.

Ich finde ja, dass so eine Funsen mehr ist. Eine Funsen ist eine, die gar nicht unbedingt keifen muss. Es reicht schon, wenn sie überhaupt den Mund aufmacht. Ihre Motive sind meist niederer Natur, die Kommentare insgesamt eher vernachlässigbar und Freunde hat sie auch kaum. Ausgenommen andere Funsen versteht sich.

Interessanterweise gibt es kein akkurates, männliches Pendant zur Funsen, obwohl ich der Ansicht bin, dass es durchaus auch männliche Funsen gibt. Der Basti macht so einen eher funsigen Eindruck, weshalb ich zu Ehren seiner Kürzlichkeit den “Funserich“ ins Leben rufe.

Der gemeine Funserich, als Abbild der weiblichen Funsen, handelt ebenfalls aus niederen Motiven. Wenn er den Mund aufmacht, denkt man sich meistens “ach hätte er doch nur geschwiegen, der Schweigekanzler“. Und mit wem umgibt sich ein Funserich? Mit anderen Funserichen und Funsen.

Apropos Schweigekanzler: Ich weiß jetzt, warum der Medienminister, unser Blümerl, unbedingt Klarnamenpflicht für alle einführen und jegliche Anonymität abschaffen will. Was genau genommen eh nur eine logische Fortsetzung der sonstigen Überwachungsmaßnahmen darstellt. Vielleicht steht das “F“ in FPÖ ja doch für “Funsen“ und nicht für “Freiheitlich“. Weil mit “Freiheit“ hat das alles kaum bis gar nix mehr zu tun.

Mit Klarnamenpflicht kann aber der Unhold, der den Wikipedia-Artikel zum “Schweigekanzler“ bearbeitet hat, leichter ausfindig gemacht werden. Und dann ordnungsgemäß die Keule des Gesetzes zu spüren bekommen! Majestätsbeleidigung sollte eh dringendst als Straftatbestand eingeführt werden.

 

Nun aber zurück zu den Funserichen, mit denen sich der Basti naturgemäß umgibt. Meine liebe Freundin Chris Lohner war unlängst (“kürzlich“ oder “vor kurzem“ sage und schreibe ich ja nimmer, wegen der unguten Zustände, die sich dann immer ausbreiten) auf Urlaub. Da es eine Flugreise war, wurde ihr Hund Shirley in die vertrauenswürdigen wie bewährten Hände einer langjährigen Freundin zur Pflege gegeben.

Als Shirley abgeholt wurde, berichtete die langjährige Freundin von einem türkisen Funserich, den sie zufällig kennt. Dieser hatte sie nämlich gefragt, ob sie immer noch mit Chris Lohner reden würde oder gar befreundet wäre – denn immerhin sei die eine „rote Linke“!
Ich vermute, der Funserich bezog sich primär auf Chris‘ mäßig vorhandene Begeisterung gerade für dich. Was aber auch völlig egal ist, denn die Frage, ob man denn weiterhin befreundet sei, war schon Ausdruck genug für das Funsentum. Welches, wie wir zuvor festgestellt hatten, anhand der Kriterien
– Motive niederer Natur
– Kommentare insgesamt vernachlässigbar
– kaum Freunde außerhalb des Funsentums
feststellbar ist.

Auch ich kenne bzw. kannte besagten Funserich rein zufällig. Waren wir doch vor langer, langer Zeit einmal Arbeitskollegen.
Er war damals von unauffälliger Natur wie Statur. Zwar ganz nett, aber nicht besonders. Zwar ganz gut in seinem Job, aber keine Leuchte. Klar. Funsen leuchten auch eher kaum. Wahrscheinlich würde ich mich gar nimmer an ihn erinnern, wäre sein Name nicht schon damals das Einzige gewesen, was wirklich auffallend war.

Der Name besagten Funserichs, der jetzt am türkisen Futtertrog seiner Kürzlichkeit genährt wird und der es wagt, eine jahrelange Freundschaft wegen ideologischer Differenzen nicht nur in Frage zu stellen, sondern auch impliziert, dass eine Freundschaft mit einer “roten Linken“ mehr als nur pfui, sondern sogar unerwünscht ist, lautet …

Nein, heute ist Ostersonntag. Da werden nicht nur Eier gesucht, sondern auch Namen. Deshalb habe ich ein schönes Anagramm für dich zusammengestellt. Viel Spaß beim Lösen und viel Glück bei den Eiern.

“ER NEPPTE PILGER“

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

10 Antworten auf „#Brieferl No.182 – Ein Funserich kommt selten allein“

  1. Die Charakterlosigkeit so mancher Opportunisten ist schon mehr als funsig. Bin gespannt welches Boot sie erklimmen werden wollen, wenn die Kapitänsfunsen von Bord gegangen ist mitsamt der Crew.

  2. Tja, der Herr Er neppte Pilger zeigt immer wieder allzu deutlich wes Ungeistes Kind er ist.
    Hat einen leichten Anflug von McCarthy-Ära.
    Aber wer weiß, wohin der Weg seiner Kürzlichkeit weiter führt.
    Derzeit erleben unsere blauen Wunder, zu den Türkisen ist es dann eh nur mehr ein kleiner Schritt.
    Jedenfalls danke für das wieder ausnehmend amüsante Brieferl.
    Viel zu Lachen bleibt uns eh nicht mehr!

  3. Passend dazu die Definition der Funsen von Johann Nestroy, wie ich sie seit Jahren von Elfriede Ott kenne: „Sie hat‘ an Gang wia a Prozession, die was nur aus ana Person besteht.“ Und bei der Gelegenheit möchte ich mich sehr für Ihre Beiträge und Ihre Courage bedanken.

  4. Da bleibt mir das Lachen im Hals stecken: Dass Kontakte, ja Freundschaften, nach einem ängstlichen Blick auf die politische Landschaft gelöst werden, erinnert an die Jugendzeit meiner Großeltern.

  5. Danke für das Brieferl! Endlich kann ich die liebe KHB korrekt benennen. Ich hatte ja bisher viel weniger schmeichelhafte Kosenamen für sie😂.
    Und ich muss gestehen, dass ich mit einem Funserich verheiratet bin🤣. Der ist arg konsterniert, ob mancher meiner FB-Freundschaften – habe ihn kurzerhand kürzlich 😂 entfreundet! LG und noch einen schönen Feiertag.

  6. Ein Theologe hat ratzingers unmögliches padtoralschreibdn mit “ tua jetzt plauschen, peperl“ kommentiert. Man sollte vielleicht auch öfter sagen “ tua net plauschen, Basti“ nur leider kann der Basti mehr kaputt machen als der peperl.

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