#Brieferl No.87 – Frotzeln und Pflanzen ohne Grenzen

Lieber Cousin Herbert,

hoffentlich ist meine Post gut bei dir angekommen. Also die echte Post jetzt, die mit dem Buch drinnen. Und noch mehr hoffe ich, dass deine Mitarbeiter es dir auch gleich weitergegeben haben. Nicht dass es jemand heimlich in seiner Lade versteckt und noch heimlicher liest.

Ich habe mir auch Gedanken für dich darüber gemacht, wie du reagieren könntest. Ignorieren ist freilich immer die beste Option, aber fad halt. Du könntest aber beispielsweise ein Bild von dir und dem Buch machen und mir schicken. Mit einem Statement, das in etwa lauten könnte

„Wir Kickls sind aber zwar nicht immer einer Ansicht,
aber diese vertreten wir gekonnt.“

Ich würde das dann publizieren und ich bin mir sicher, du könntest damit viele Sympathien gewinnen. Die du eh nötig hast.
Ein bisschen Humor hat noch niemandem geschadet. Wenn ich da an deinen gestrigen Auftritt im ORF “Report“ denke, muss ich sagen – ich mache mir schon richtig Sorgen um dich. Du wirkst extrem gereizt und unausgeglichen.

Ich mag die Serie „Game of Thrones“. Da gab es in der sechsten Staffel die Folge neun mit dem Titel “Battle of the Bastards“. Wenn du die nicht kennst, solltest du sie dir unbedingt anschauen. Zwecks Inspiration für neue Übungen. Grenzschutzübungen sind meiner Ansicht nämlich viel zu wenig. Man sollte auch auf große Schlachten vorbereitet sein, für den Fall, dass die Invasionen doch woanders stattfinden und nicht an den Grenzübergängen, die man vermutet.

Die Deutschen scheinen ja wieder einmal so überhaupt kein Verständnis für die Notübung “Pro Borders“ zu haben, sehen doch weder sie noch die betroffenen Slowenen eine “Not“.
https://www.tagesschau.de/ausland/oesterreich-grenzschutz-101.html

„An der slowenisch-österreichischen Grenze gebe es derzeit keine Probleme, so seien 2018 gerade mal 13 Menschen aus Österreich nach Slowenien zurückgeschickt worden, 2017 waren es im gesamten Jahr 39 Menschen.“

Grundsätzlich finde ich es ja mehr als nur super und weitsichtig, dass du stets die wahren Gefahren und Bedrohungen erkennst und entsprechende Aktionen für notwendige Reaktionen planst. Berittene Polizisten sind die wahre Religion, Hacker brauch ma keine. Weil doch die Straßen immer unsicherer, dafür die Internetpfade immer sicherer werden.
https://derstandard.at/2000082305612/Cyberabwehr-Pferde-statt-Hacker

Ist dir übrigens schon zu Ohren gekommen, dass sich die Neos “gefrotzelt“ fühlen? Weil sich die Regierung so wenig um das Parlament schert.
https://kurier.at/politik/inland/neos-kritik-an-tuerkis-blau-so-viel-missachtung-gabs-noch-nie/400056185

Der Peter Pilz wiederum sagt, dass er sich von dir nicht “pflanzen“ lässt!
https://www.facebook.com/listepilz.at/videos/1022585641233514/

Was ich in Verbindung mit der hübschen Pflanze im Hintergrund als besonders gelungenes Statement erachte.

Dazu passend fällt mir eine neue Pflanzerei ein: der Automatismus von Umweltverfahren! Ich muss für den Slogan

„Geht‘s der Wirtschaft gut, geht‘s der Umwelt gut“

plädieren! Damit auch wirklich jeder versteht, wo ab sofort die Prioritäten liegen.
https://derstandard.at/2000082313318/Gesetzesentwurf-Automatismus-soll-Umweltverfahren-in-Oesterreich-verkuerzen

Als Meinungsfreiheit-Frotzelei kann man auch die Social-Media-Regeln für ORF-Mitarbeiter sehen.
https://derstandard.at/2000082295349/ORF-Mitarbeiter-sollen-Politik-und-Politiker-auch-privat-nicht-kritisieren

„Das Schreiben verlangt etwa ‘auch im privaten Umfeld‘ auf Social Media den Verzicht auf ‘öffentliche Äußerungen und Kommentare in sozialen Medien, die als Zustimmung, Ablehnung oder Wertung von Äußerungen, Sympathie, Antipathie, Kritik und ‚Polemik‘ gegenüber politischen Institutionen, deren Vertreter/innen oder Mitgliedern zu interpretieren sind.‘“

Ob es sich um einen Zufall handelt, dass der Stiftungsrat jetzt fest in blauer Hand ist, ist nicht genau überliefert.

Was hältst du denn davon, wenn man das mit den Nachrichten auch künftig anders aufzieht?
Wäre es nicht auch noch eine Option, allen Fernsehsendern und Zeitungen ab sofort nur noch das Abdrucken reiner, kühler und vor allem unkommentierter Fakten zu erlauben? Damit wäre gewährleistet, dass in einem Text nicht irgendwie unterschwellig eine Meinung mitgeliefert wird!
Ich würde dazu allerdings eine Stelle einrichten, die zuvor Fakten als solche definiert und zulässt. In den Zeiten von Fake-News und sonstigem Unheil sehe ich eine solche Stelle als unerläßlich an.

Außerdem – warum soll das nur für ORF-Journalisten gelten? Und nicht für alle Journalisten? Oder am besten überhaupt für jeden! Heutzutage treibt sich ja Hinz und Kunz zusammen mit Krethi und Plethi in den sozialen Medien herum und alle geben viel zu viel Kommentare ab.

Um die Sympathien für deine Puma-Notübungen und das Bundesheer insgesamt zu erhöhen und gleichzeitig das Schweigen à la Basti salonfähig zu machen, schlage ich ein Gewinnspiel vor.

“Nur wer schweigt wie unser Kanzler, soll gewinnen einen Panzer“.

Zufällig weiß ich, dass in Schasklappersdorf an der Banane ein paar Stellplätze für Panzer frei sind. Gleich neben den Stallungen für die Polizeipferderln.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

6 Antworten auf „#Brieferl No.87 – Frotzeln und Pflanzen ohne Grenzen“

  1. Sehr gut geschrieben, wie immer, liebe Daniela! Danke dir sehr.
    Hoffentlich amüsiert sich deine Familie auch über deine Briefe, dein Publikum tut es auf jeden Fall.
    Alles Liebe, mslG., Agnes Wagenhofer

  2. Selbst im fernen Sizilien muss ich nicht auf deine Briefe verzichten. Sie halten mich brav auf dem Laufenden. Übrigens eine Frage: Liegt dein Schasklappersdorf an der Banane gleich neben meinem Schasklapperdorf an der Eichel? Weil dorthin habe ich schon ein „schönes“ Plätzchen für die jetzige Regierung reservieren lassen……..

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