#Brieferl No.154 – 3 K und 5 Bier

Lieber Cousin Herbert,

heute möchte, nein muss ich förmlich, ein paar Dinge mit dir besprechen, die meiner Haarpracht zu neuen Bergen verhelfen.

K No.1: Klimabedingungen

Wir Älteren haben Sonja Klima ja noch gut in Erinnerung, als sie von der Volksschullehrerin zur Kanzlergattin mutierte. Ist auch nichts dabei, die Liebe fällt eben oft hin, wo ein Geldbörsel zu erwarten ist.

Jetzt, da der Chefposten an der Spanischen Hofreitschule frei geworden ist, konnte sich Sonja Klima gegen den Mitbewerb fulminant durchsetzen. Dass ein anderer, interner Kandidat zwar besser qualifiziert war, braucht uns Fußvolk nicht zu stören. Dem Beirat jedoch hat diese Diskrepanz nicht ganz so gut gefallen, weshalb er geschlossen zurückgetreten ist.

Ich glaube natürlich nicht, dass ihre Besetzung irgendwas damit zu tun, dass sie sich so gut mit dem Basti versteht. Vielleicht schon eher die Tatsache, dass es unter ihrer Leitung auch dem “kleinen Stallarbeiter“ gut gehen wird. Das sind mal Worte einer wahrlich großen Persönlichkeit.

Ich vermute, dass ihr Erfolg lediglich auf das beeindruckende Bewerbungsschreiben zurückzuführen ist. Weshalb ich mir dieses zum Vorbild genommen und mich für ihre bis dato Position als Präsidentin der Ronald McDonald Kinderhilfe beworben habe.

Qualifizierter als sie bin ich allemal. Ich gehe daher davon aus, dir bald über meinen neuen Job berichten zu können. Ich halte dich auf dem Laufenden.

K No.2: Nicht jammern, sondern klagen

Unsereins, als gelernter Österreicher, jammert doch gerne. Und wenn es gerade mal nichts gibt, worüber man gut jammern kann, so muss notfalls das Wetter herhalten. Das eignet sich immer.

Der dem ordinären Fußvolk entwachsene Politiker jammert jedoch nicht, der klagt. Und zwar vor Gericht. Vielleicht liegt es ja an der bodenständigen Ausbildung des Zahntechnikers, die deinen Bumsti-Chef dazu veranlasst, besonders gerne zu klagen. Vielleicht hat er, tief im Unbewussten vergraben, irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe, die er zu überbrücken sucht.

Es muss sich jedenfalls toll anfühlen, wenn man nicht nur klagen kann, sondern noch dazu einen Anwalt hat, der im Nebenberuf Richter am obersten Gericht, dem Verfassungsgericht ist. Das hätte sich der kleine Bumsti aus Erdberg auch nie träumen lassen – Vizekanzler sein und einen Verfassungsrichter als Anwalt haben.

Daher brauchen wir uns sicherlich nicht zu wundern, dass er gegen den Berater Rudi Fußi und den EU-Parlamentarier Michel Reimon vor Gericht gezogen ist. Beim Rudi Fußi hätte er sich fast ein bisserl in Nesseln gesetzt, weil er doch behauptet hatte, das Foto in identitärer Runde wäre“eine Fälschung, sein Gesicht sei hineinmontiert worden“.

Da sich das als falsch herausgestellt hat, wurde eben umdisponiert und die Klage auf Unterlassung und Schadenersatz wegen des Textes “gemütliches Zusammensein mit Identitären“ modifiziert.

Gegen Michel Reimon wurde auch geklagt. Und zwar deshalb, weil dieser ein Foto vom Bumsti und dessen Namen auf seinem Twitterprofil verwendet hatte. Dass sein Accountname “@michelreimon“ unverändert geblieben war, steht der Klage nicht im Weg.

K No.3: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Sag mal, haben deine Eltern diesen Spruch “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ strapaziert, wenn sie dir hinterhergeschnüffelt haben? Ich fand das ja immer schrecklich, weil man doch irgendwie unter Generalverdacht gestellt wird.

Aber dieser blöde Spruch scheint auch der Regierung sehr am Herzen zu liegen, wenn ich mir so die Überwachungsmaßnahmen anschaue.

Du erinnerst dich sicher an die Ankündigung vom September, dass die Polizei künftig auf Kameras im öffentlichen Raum zugreifen will – und zwar live.

Die militärischen Nachrichtendienste Abwehramt und Heeresnachrichtenamt wollen auch gerne mitspielen und sollen deshalb “mehr Befugnisse im Bereich der elektronischen Überwachung erhalten“.

Und zur Abrundung, damit auch dem letzten Deppen klar wird, warum das mit der Überwachung gar so wichtig ist, gibt‘s jetzt auch noch fesche Inserate.

Quelle: https://derstandard.at/2000096518349/Regierung-inseriertAnonymitaet-foerdert-Kriminalitaet-gegen-Telefonterror

“Mexiko hat das Verbot anonymer SIM-Karten sogar wieder abgeschafft, da die Verbrechensrate sogar stieg und es nur zu einem Schwarzmarkt für SIM-Karten führte

Aber du weißt es ja besser als die Mexikaner, weil doch anonyme SIM-Karten auch „von Terroristen und Kriminellen für ihre Machenschaften genutzt“ werden.

Jo, eh. Irgendwie wird doch alles auch von Terroristen und Kriminellen genutzt, oder? Klos zum Beispiel. Was hältst du davon, wenn künftig auch auf jedem öffentlich zugänglichen Klo eine Kamera installiert wird, auf die dann Polizei oder Heeresnachrichtendienst zugreifen können?
Bei längere Sitzungen können sie dann die Verdächtigen eher einnähen, als wenn jemand irgendwo herumspaziert. Vielleicht wäre sogar eine Verriegelung der Klotüre via Fernsteuerung möglich. Dann können sich die Beamten mehr Zeit lassen.

Und außerdem: 5 Bier

Weißt du, was ich manchmal frage? Regiert bei manchen die Dummheit oder die Chuzpe? Macht man also Dinge aus naturgegebener oder auch antrainierter Blödheit oder handelt man eher nach dem Motto “I scheiß mi nix“? Letzteres würde zumindest thematisch zum Klo passen.

Beim samstäglichen Neujahrstreffen deiner Partei war ein Gast mit von der Partie, der entweder seinem Wunsch nach 5 Bier per Handzeichen Ausdruck verleihen wollte oder aber sich nostalgisch an jene Zeiten erinnert hat, als das Grüßen mit gestreckter, rechter Hand noch üblich war.

Jetzt wurde das Video, das ja via FPÖ-TV zu sehen war, weitergeleitet. Und zwar ans BVT. Da bin ich wirklich schon gespannt wie ein Pfitschipfeil, was dabei herauskommen wird.

Seitens deiner Partei hat man bisher „Wenn es rundherum laut ist und die Menschen einander zurufen, wird eben auch gewunken“ als Stellungnahme bekommen.

Jo, eh. Zur Unterstützung deiner BVT-Mitarbeiter habe ich ein schönes “Winke – Winke“ Video herausgesucht. Damit sie das mit dem Video der FPÖ vergleichen können. Falls Unklarheiten hinsichtlich des ordnungs- bzw. rechtmäßigen Winkens ein Thema sein sollten.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

8 Antworten auf „#Brieferl No.154 – 3 K und 5 Bier“

  1. Herrlich!
    Dass ich die Teletubbies nochmal für derart lehrreich halten würde, hätte ich nicht gedacht.
    Allerdings…. für welche Altersstufe wurden die TT produziert?
    Etwa Dreijährige, nicht wahr?
    Also wissen wir jetzt glasklar, auf welchem Niveau Bumsti und seine Zwergenbande sich befinden!
    Danke, Daniela!

  2. Hi, Dani,
    Genial wie immer. Du kannst es. Immer.
    Der Winker neben dem Vater, der seine Tochter auf den Schultern trägt — einfach nur noch zum K….. . Aber den Bumsti-Rami-Blattschuss hättest noch ein wenig umfangreicher aufs Korn nehmen können. Na ja, dann hättest wahrscheinlich auch eine Klage am Hals. Keep well and carry on doing this great job. Say hi to the boys and your man. Love Brix

  3. ich bin leider und ungeplant aufgrund eines versehens gestern abend in den „report“ reingeplatzt. musste den innenminister sehen… und hören. mir war schon der jörgl zuviel, seinerzeit, habe deswegen oft die zib 2 geschwänzt.
    aber die gefühlten 30 sec., die ich benötigte um von der schreckstarre zurückzukehren haben mir wieder auf jahre gereicht, zitate: „… die politik muss über dem recht stehen..“, „… die inländerdiskriminierung… „.
    vertröste mich heute mit den „brieferln“, bevor ich in eine tiefe depression verfalle…

  4. Ich habe das Bild an die NS-Meldestelle gesendet – mal sehen, ob die noch tätig sind, oder bereits so gedrillt sind, dass sie darin wirklich nichts bedenkliches mehr sehen!

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