#Brieferl No.161 – Herbie, der Staubsaugervertreter





Lieber Cousin Herbert,

stell dir nur vor, diese Woche habe ich endlich wieder einmal etwas von der Kira Grünberg gelesen. Nein, es betrifft nicht die Sache mit dem geschenkten Opel und auch nicht “Kira Grünberg wirbt als Markenbotschafterin für Versicherung“, mit der sie sich das madige Gehalt einer Nationalratsabgeordneten aufbessert.

Diesmal hat sie sich tatsächlich “politisch“ ins Zeug gelegt, weil sie doch bei der parlamentarischen Bürgerinitiative #fairändern mitmacht. Das ist eine super Sache, weil es darum geht, das Recht auf Abtreibung ein wenig unattraktiver zu gestalten.

Da freut man sich doch, besonders als Frau, dass dieses Thema endlich wieder auf den Tisch gelegt wird. Aber wundern braucht sich niemand. Hat doch die ÖVP eine “Menschenrechtssprecherin“, die gleichzeitig glühende Abtreibungsgegnerin ist. Die Gudrun Kugler, ihren Gatten und derer beider Nähe zum Opus Dei wie zu unserem Basti hatten wir bereits im Brieferl No.75 beleuchtet.

Na, immerhin habe ich wieder einmal etwas von ihr gehört und muss mir keine Sorgen machen, dass diese besonders fähige Politikerin vielleicht das Handtuch geworfen hätte.
“Breites Bündnis für Recht auf Abtreibung“ hat ihr vielleicht ein bisschen die Anti-Abtreibungs-Suppe versalzen, aber das wird sie verkraften. Norbert “wir werden uns noch alle wundern“ Hofer ist ja auch bei #fairaendern dabei und kann sie vielleicht trösten.

Im letzten Brieferl hatte ich dir doch vom Arno Gasteiger erzählt. Ein schwarzer ÖVPler, der wegen der türkisen Linie nach 47 Jahren die Partei verlassen hat. Stell dir nur vor – jetzt hat er einen Nachahmer gefunden.

„Arno, ich geh mit dir!“ soll ein ehemaliger ÖVP-Ortschef gesagt und sich ebenfalls vertschüßt haben.

Wenn das die Runde macht, wird die türkise Kürzlichkeit noch das schwarze Geilomobil entstauben und durch die Lande düsen müssen, um dem wilden Treiben Einhalt zu gebieten. Vielleicht hilft es ja, jetzt, da wir ja um sein “Heiland“-Sein wissen, dem Geilomobil einen Heiligenschein aufzusetzen.

Leider konnte ich keinen adäquaten Heiligenschein ausfindig machen, weil ich mich doch so gerne beim Basti eingeschleimt hätte. Aber zumindest diesen Aufkleber habe ich gefunden.

Hast du persönlich eigentlich schon einen Plan, wie du der Aufforderung

“Herr Kickl soll sich seine Planstellen sonst wo hinschieben“

des Donaustädter Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy (SPÖ) nachkommen wirst? Der kritisiert nämlich die seiner Ansicht nach fehlenden Polizeikräfte im Bezirk. Blöde Sache aber auch, wenn ein Drittel der Planstellen nicht besetzt ist. Aber wir wissen ja, dank deiner Aufklärung im Innenausschuss, dass man “Polizisten nicht im Supermarkt kaufen kann“.

Ich schlage vor, du machst es in gewohnter Staubsauger-Vertreter-Manier.

Das machst du ja neuerdings gerne.

„Wer die Änderung nicht mitträgt, zeigt klar, dass ihm der Schutz der Bevölkerung vor kriminellen Asylwerbern kein wahrhaftiges Anliegen ist.“

Ich weiß schon, dass du von Sicherungshaft träumst, mit der alle ein- und weggesperrt werden können, für die eine „Gefährdungsprognose“ gegeben ist.
Am besten ist immer, derartige Vorhaben bei den Asylwerbern anzufangen. Das kann man dann ausweiten.
Beispielsweise könntest du die “Omas gegen Rechts“ als Linksradikale Gruppierung einstufen und dann einnähen lassen. Oder jene, die sich immer noch für die Abtreibung stark machen, als “lebensbedrohende Gefahr“ für die gesamte österreichische Bevölkerung ins Rampenlicht stellen und auch wegsperren.

Ich würde also dem Ernst Nevrivy antworten: “Wer Planstellen über das Wohl der Polizisten stellt, zeigt klar, dass ihm der Schutz der Bevölkerung kein Anliegen ist!“

Der Staubsaugervertreter würde wohl “Wenn Sie meinen neuen X3000 nicht kaufen, dann ist Ihnen Hygiene kein wahrhaftiges Anliegen!“ sagen.

Ich würde ihm, in Anlehnung an deine Strategie, antworten:

“Guter Mann. Als Hygienefanatikerin bin ich besonders und zuerst daran interessiert, Kakerlaken und ähnliches Ungeziefer aus meinem Haushalt zu verbannen. Wer mir dafür einem drittklassigen Staubsauger zum überteuerten Preis andrehen will, zeigt mir klar, dass einzig der gutbezahlte Job sein Anliegen ist. Tschüüüüßßiiiii.“

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

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