#Brieferl No.163 – The greatest villain since Hannibal Lecter





Lieber Cousin Herbert,

endlich konnte ich wieder einmal etwas vom Gelben im faulen Regierungsei, der KHB (nicht zu verwechseln mit dem schönen KHG) lesen und noch mehr hören. Sie war wieder einmal so dermaßen beeindruckend, dass der breitbeinige Basti im Weißen Haus völlig in den Hintergrund gerückt ist.

Wobei ich mich dennoch frage, warum man SO dasitzen muss.

Er macht mir insgesamt einen äußerst verunsicherten Eindruck. Der arme Basti. Und das, obwohl Harald “Chuck Norris“ Mahrer eh mitgeflogen ist. Ich frage mich, welcher der Arbeitgeber Mahrers für diese Reise aufgekommen ist. Der Wirtschaftsbund? Die Wirtschaftskammer? Die SVA? Die Notenbank? Seine eigene Firma, die “HM Tauern Holding“? Oder doch gar die Sporthilfe?

Apropos Sport … Unser Basti scheint nicht nur beim Treffen, sondern auch beim Interview mit der Washington Post ein wenig geistig abwesend gewesen zu sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_%C3%B6sterreichischen_Verteidigungsminister

Na ja, er lebt halt offenbar in der Vergangenheit. Neben den naturgegebenen Lobhudeleien in den österreichischen Medien gab es auch eine Stimme aus der Schweiz, für die ich einen Satz aus dem Brieferl No.150 heraus krame:

Ma möchat sich genieren, wenn‘s ned so peinlich wär.

“Jungkanzler Sebastian Kurz entflieht immer öfter den innenpolitischen Niederungen. Pausenlos ist er in der Welt unterwegs, um sich als Europapolitiker zu profilieren. Doch mit seinem Lob für US-Präsident Donald Trump düpiert er Europa.“

Im Gegensatz zum vergangenheitsorientierten Basti ist unsere KHB eher zukunftsorientiert, wenngleich auch ihr Wissen um ministeriale Ämter ein wenig unausgeprägt ist.

https://www.facebook.com/anjobi/videos/2255490774469963/

In einer Attacke gegen die SPÖ hat sie Folgendes von sich gegeben:

“Während Ihrer Periode 2000 bis 2008 hat sich die Anzahl der Kassenärzte zugunsten der Wahlärzte verschlechtert. Auch wieder IHR Versäumnis. Was haben Sie gefördert? Sie haben gefördert eine Zwei-Klassen-Medizin. Weil Sie haben die Patienten in den Wahlarztbereich … (künstlerische Pause) … geschoben, anstatt sich einzusetzen, dass es mehr Kassenärzte gibt. 2099 (sic!) hatten wir in Österreich 6.923 Kassenärzte. …“

Lass uns nur mal kurz, also eh nur ganz kurz, die Rede durchgehen:

1) Die “Periode“ ist üblicherweise etwas Anderes als eine “Amtsperiode“. Gemeinhin wird damit die Regel, Menstruation oder auch Ketchupwoche beschrieben.

2) Von 24. Oktober 2000 bis 2. Dezember 2008 wurden die Gesundheitsminister von FPÖ bzw. ÖVP gestellt.

3) Den kleinen Versprecher mit 2099 möchte ich ihr nachsehen, wenngleich ich irgendwie, also eh nur irgendwie, von jemandem mit einem monatlichen Gehalt von € 17.861,80 ein bisserl mehr Konzentration erwarte.

Aber macht ja nix. Hauptsache, der tendenziell uninformierte und vor allem mit Mindestmaß an Vertrauen ausgestattete Zuhörer wird ihr das schon abnehmen. Gut, dass ihr mich habt, nicht wahr?

Aber es kommt ja noch viel besser. Weil wenn sie schon auf sich aufmerksam macht, die gute KHB, dann ordentlich.

Du erinnerst dich vielleicht an Brieferl No.127, in dem ich dir erzählt habe, dass unsere KHB ein Treffen der europäischen Sozialminister abgesagt hatte. Dort hätte man die Schaffung einer EU-Weiten Arbeitsagentur beschließen wollen, die sich auch um Mindestlöhne und Sozialstandards kümmern will.

Blöd, dass es nichts genutzt hat und die Errichtung einer Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) dennoch am Mittwoch beschlossen wurde. Und was glaubst du, wie Österreich gestimmt hat? Na? Du darfst auch drei Mal raten!
Genau – KHB hat dagegen gestimmt. Sie ist aber schon noch bei der FPÖ, der “sozialen Heimatpartei“, der “Partei des kleinen Mannes“, oder?

Neben dieser klitzekleinen Kleinigkeit, die wieder einmal zeigt, dass es vielleicht doch nicht so schlecht ist, bei der EU zu sein, hat sie noch einen zweiten Vogel abgeschossen, die gute KHB.

Die Statistik Austria wollte gerne eine große Umfrage zur Zufriedenheit der Österreicher*innen mit Überstundenbezahlung und Arbeitszeit durchführen. Diese Umfrage ist auch wieder der EU zu verdanken, denn “für 2019 lautet die europäische Vorgabe, dass es um Arbeitszeit und Arbeitsorganisation gehen müsse.“

Interessante Fragen wie
„Passt Ihre Arbeitszeitgestaltung im Allgemeinen sehr gut, ziemlich gut, weniger gut oder gar nicht gut zu Ihren persönlichen Lebensumständen?“ oder
„Besteht in Ihrem Arbeitsvertrag eine Vereinbarung, dass Überstunden pauschal abgegolten werden, wie z. B. ein All-in-Vertrag oder eine Überstundenpauschale?“
wären zwar super gewesen, weil damit auch der Vergleich mit früheren Erhebungen gegeben wäre.

Aber nein, das mag sie nicht wissen, die KHB. Zumindest hat sie Ende Jänner eine Verordnung herausgegeben, die zwar eine grundsätzliche Befragung ermöglicht, jedoch ohne die interessanten Fragen.

https://derstandard.at/2000098395059/Sozialministerium-strich-heikle-Fragen-zu-Ueberstunden

Na geh. Wie darf man das verstehen? Mag sie denn nicht wissen, ob die Leute eh super begeistert sind vom 12-Stunden-Tag, All-In-Verträgen etc.? Oder kann es gar sein, dass sie nicht weiß, dass sie “Sozialministerin“ ist? Vielleicht sieht sie selbst doch eher als Zauberlehrling der Bumbastischen Quacksalber GmbH?

Oder aber sie schwebt schon völlig in anderen Sphären und das Foto, das uns KHB “Umbridge“ zeigt, ist keine Fotomontage, sondern eine geleakte Privataufnahme.

Passt jedenfalls total. Denn wie hatte Stephen King gesagt?

“The success of any novel is due to a great villain, with Umbridge being the ‘greatest make-believe villain to come along since Hannibal Lecter…‘“.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

6 Antworten auf „#Brieferl No.163 – The greatest villain since Hannibal Lecter“

  1. Wieder einmal beste Unterhaltung. Ich liebe Daniela Kickls spitze Zunge und Feder, den feinen Humor, der die ganze Absurdität, die wir tagtäglich erleben offenbart! Vielen Dank dafür!

  2. wie wird so eine Frau “Sozial”Ministerin?
    und was an der Politik dieser Regierung ist “sozial”? Der monatliche Scheck auf’s eigene Lohnkonto?
    Was für eine erbärmliche Vorstellung im Regierungsamt für die “kleine Frau/ kleinen Mann” Partei die seit X- Jahren die sozial ausgewogene Regierungsarbeit der div. links orientierten Regierungen mit Schmutzkampagnen und Häme überzog. Nnn zeigen sie ihr wahres “Sozialverhalten” und die Zielsetzungen für ihre Wählerklientel. Umverteilung von “unten” nach “oben”. Die Schasskapplersdorfer ”checken rein garnichts”. Wie denn auch? Danke Daniela Kickl!

  3. Die mit feinem Humor dargestellten Grauslichkeiten und Blödheiten dieser Regierung sind so wenigstens ein bisschen leichter betrachtet erträglicher ! Sonst müsste man in Endzeitstimmung verfallen!!!! 🥴😱🤔

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