#Brieferl No.168 – Weltmännertag

Liebe Cousine Herberta,

juchuuuuu. Heute ist wieder einmal Weltmännertag und endlich werden wir wieder einmal gebührend den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Irgendwie ist es ja fast traurig, dass dies so sein muss, aber wir wollen mal nicht so sein.

Ach, wenn ich an die vielen tollen Männer denke, die unser Geschlecht so würdevoll vertreten. So wie der KHB (nicht zu verwechseln mit der schönen KHG) zum Beispiel. Ich bin ihm so dankbar, dem Beat, dass er unsere wahre Natur nicht nur erkannt, sondern mutig an- und ausgesprochen hat.

Auf die Frage, warum denn wir Männer 75% der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit machen, hatte er die einzig richtige Antwort:

“Das ist in der Natur so festgelegt!“

https://www.facebook.com/Sozialdemokratie/videos/308272023163408/?v=308272023163408

Die Josefine Moser ist zwar eine Frau, aber ich finde sie sehr gelungen. Mir hat sie besonders gut in der ZIB2 am Mittwoch gefallen. Eigentlich hatte die Wölfin dich eingeladen, aber du wolltest oder konntest wieder einmal nicht erscheinen. Warum eigentlich nicht? Ich vermute ja, dass du Angst hast, dich (wieder) zu verplappern. Dass dir wieder so Weisheiten wie „Das Recht muss der Politik folgen, nicht die Politik dem Recht“ herausrutschen.

Ich stelle mir das grundsätzlich ausnehmend anstrengend vor, wenn man privat oder im Freundinnen- und Parteikolleginnenkreis plappern kann, wie man mag, und dann vor der Kamera eine auf staatsfrauisch machen soll. Auf die Dauer wird man entweder schizophren oder aber es sprudelt dann eben auch vor der Kamera, wie es sonst sprudelt.

Was mir an der Josefine so gefallen hat, war das unterdrückte Lachen bei der Frage nach deiner Umbenennung der “Erstaufnahmezentren“ in “Ausreisezentren“. Die Arme hat mir fast leid getan, weil man richtig spüren konnte, was sie von dieser Idee hält. Na ja, Solidarität wird auch unter Frauen manchmal zum unüberwindbaren Bollwerk.

Hast du auch gelesen, dass die Gottfriede Küssel schon wieder eifrig am Knüpfen zarter Bande mit ihren ehemaligen Freundinnen ist? Mich wundert das ja nicht. Ihr Weiber pickt ja gerne und ausschließlich unter euresgleichen zusammen! Besonders in gewissen Kreisen.

Aber gut. Dafür müssen wir Männer bei Virgin Atlantic als Flugbegleiter kein Make-Up mehr tragen, wenn wir nicht wollen. Das empfinde ich definitiv als Fortschritt. Diese ewige Anmalerei geht mir persönlich ziemlich auf die Nerven. Macht ihr ja auch nicht. Aber wir sollen immer besonders adrett sein, am besten auch noch mit Röckchen und Stöckelschuhen.

Gestern habe ich einen interessanten Artikel gelesen. Wusstest du, dass das erste Graffiti einer Vagina über 1.800 Jahre alt ist? Ihr habt euer Geschlechtsteil offenbar immer schon gerne zur Schau gestellt. In Island gibt es ein ganzes Museum über euer “bestes Stück“, in Südkorea gar einen “Vagina-Park“.

Ich will euch Frauen aber keine Vorwürfe machen. Also schon, was eure Regierungsarbeit betrifft. Weil gerne Geld für Männerprojekte gestrichen wird, die Männerhäuser nicht ausreichend unterstützt werden und bei der Kinderbetreuung eingespart wird. Und das ausgerechnet vom Männerminister Julian Bogner-Strauss. Der Julian hat wohl den Beat zum Vorbild, der als “Sozialminister“ ja auch nicht gar so “sozial“ agiert, als “Arbeitsminister“ sowieso nur herumkeift und als “Gesundheitsminister“ das Rauchen super findet.

Aber generell, so als Geschlecht, will ich euch keine Vorwürfe machen. Dieses Gejammere unsererseits wegen der “alten weißen Frau“ macht mich krank. Wobei “unsererseits“ glücklicherweise auch nicht richtig ist. Es scheinen eher wenige zu sein, die in der dem Matriarchat geschuldeten Opferrolle ihren persönlichen Lebenszweck entdeckt haben.

Der großartige Linus Eckhart hat es wieder einmal auf den Punkt gebracht. Was wären diese Manns-Gören ohne die “alten weißen Frauen“?

https://derstandard.at/2000099144051/Lisa-Eckhart-Was-taeten-junge-weisse-Goeren-ohne-alte-weisse

Und so konzentrieren sich viele Männer lieber auf die “korrekte“ Schreibweise, weil so angeblich Chancen geschaffen werden. Sieht auch nicht jeder so. Glücklicherweise.

Ich wünsche mir zum heutige Weltmännertag, dass die Männer mehr zusammenhalten. Nicht bedingungslos, wie es gerade diese Manns-Gören verlangen. Ich kann und werde mich nicht mit Männern solidarisieren, nur weil sie Männer sind. Da gibt‘s nämlich auch genug Hirnederln.
Die solidaritäts-fanatischen Manns-Gören sind übrigens die gleichen, die dich im Falle des Zuwiderhandelns an den Entsolidarisierungs-Pranger stellen, damit du von ihresgleichen bespuckt werden kannst. Ein Solidaritätsparadoxon gewissermaßen.

Ich wünsche mir eine Solidarität auf Grundlage gegenseitigen Respekts und Achtung vor der Vielfalt der Lebensentwürfe. Ob schwul oder hetero, ob Vater und Hausmann oder kinderloser Karrierist, ob leidenschaftlicher Steakesser oder hingebungsvoller Veganer – wir Männer sollen (auch) das Recht haben, so zu leben, wie wir wollen.

Wenn schon eure Politik eine ist, die uns tendenziell zurück in die Vaterrolle drängen will, dann ist der Respekt, die Achtung, die Unterstützung unter uns Männern doppelt so wichtig.

Und wenn die einflussreichen Männer weniger mit hübschen Plakaten posierten und dafür mehr echte Unterstützung leisteten, die (üblicherweise kinderlosen, dafür finanziell privilegierten) Manns-Gören weniger moralisierend auf andere Lebensentwürfe herabblickten und alleine die Schuld bei den “weißen alten Frauen“ suchten, dann wäre noch mehr gewonnen.

Liebe Grüße,
Cousin Daniel

6 Antworten auf „#Brieferl No.168 – Weltmännertag“

  1. Genial, grandios und excellent verfasst. Ob der Weltmännertag igend etwas an der Situation verändern wird? In der Türkei wird dieses jährlich wiederkehrende Ereignis mit Tränengas und Gummigeschossen gefeiert.
    Ob das die Innenministerin Herberta auch den Türkinnen gleichgemacht hätte? Möglich wär‘s ja. Die feiert auch immer gerne ausgelassene Menstruationsparties.
    Schade wurde den Karfreitagsweibern der Feiertag gestrichen. Nur die Staatsbeamten/Innen haben dann doch noch frei. Die anderen Girlies und Teilzeitjungs erhalten einen Ferientag aus dem persönlichen Urlaubskonto.
    Das ist eine lupenreine Umsetzung einer Ungerechtigkeit. Die HC verteidigt ihre Pisition vehement und lügt die Männergellschaft brand blau an!
    ….. wer schaft die Arbeit?, wer schaft die Arbeit? die Hauswirtschaft! Merken sie sich das! Wie der KHB das wieder im tiefsten Bass der Opposition an den Kopf geschmettert hat. Zum fürchten der Mann! Hauptsache er hat die Haare schön! 😉

  2. für Textfehler und unkorrekte Inhalte Fragen Sie ihre Ärztin und Apothekerin.
    irgend! schaft ( vom Schaf 🐑 abgeleitet)
    Pissition (vom freihändig stehenden Pissior‘s hergeleitet.
    Hurra Weltmännertag – trete näher mein Sohn, ER ist kürzer als du denkst! (der Verstand natürlich!)

  3. Ich bin Feminist! Für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
    Gut gibt es den Weltmännertag!
    Da ER kürzer ist als du denkst 😉 wird Herberta immer seltsam nervös wenn sie neben einen Polizeihengst steht. Aber das geht völlig in Ordnung!
    Nur möchte ich den Verstand des Tieres nicht mit meiner Aussage beleidigen.
    Für ein Österreich mit Toleranz und Herzlichkeit! „Sicherungshaft“ für renitente Politiker/Innen die mit Halb- und Unwahrheiten die Verdummung der Bürger vorantreiben.

  4. Hallo Daniel !!! „Sicherungshaft“ für renitente Politiker/Innen die mit Halb- und Unwahrheiten die Verdummung der Bürger vorantreiben von SOENNYBAER find ich einen super Beitrag.
    Hörst du eigentlich die HERBERTA gelegentlich laut schreien ???
    bei solch massigen Unsinn den Sie verbreitet.
    Bitte schreib weiter so es ist ein Vergnügen obwohl was da abgeht mich nicht fröhlich stimmt.

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