#Brieferl No.169 – Die Schwups-Geschwindigkeit





Lieber Cousin Herbert,

kennst du es auch? Egal, was und wie du machst, es passt nicht. Da wird immer geschrieben, es gäbe in Österreich keine ordentliche Opposition. Dann bezieht die Opposition mal ganz klipp und klar Stellung, dann passt es auch wieder nicht.

Oder aber, was auch sein könnte: man sucht ein fesches Wort, mit dem man Aufmerksamkeit erhaschen kann.
Na bitte, dann will ich mal nicht so sein und seiner Kürzlichkeit den Gefallen tun und von der “Fundamentalopposition“ berichten. Die ortet er nämlich, weil man sich der angedachten “Sicherungshaft“ nicht anschließen möchte.

Ich finde “Fundamentalopposition“ ausnehmend gelungen. Da schießen einem gleich die “Fundamentalisten“ in den Kopf, deren Ruf jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Weißt du, was mir an Sebastian Kurz wirklich und ehrlich gut gefällt? Es ist dieses ewige “Dafür habe ich absolut kein Verständnis“.

Ich glaube ihm ja tendenziell wenig bis nix, aber DAS glaube ich ihm sofort. Woher soll er es denn auch haben, das Verständnis? Das gibt‘s genauso wenig im Supermarkt zu Kaufen wie die Polizisten. Und diese weise Erkenntnis habe ich wiederum von dir, oh großer Cousin!

Erfreut habe ich übrigens festgestellt, dass selbst die Handlanger seiner Kürzlichkeit von der Kapsch‘schen Idee “Urlaubs- statt Feiertage“ (noch) nicht ganz so begeistert sind. Wobei ich der Ansicht bin, dass der Präsident der Industriellenvereinigung seinen Gedanken zwar freien Lauf, aber kaum Raum zur Entwicklung gegeben hat.

Wir müssten doch davon ausgehen, dass beispielsweise in einer Familie oder Partnerschaft nicht alle immer zur gleichen Urlaub nehmen können.
Ich kann mir schon vorstellen, dass manch eine/r heimlich froh ist, wenn er/sie die kostbare Zeit nicht ausgerechnet mit dem Schatzi verbringen muss. Aber für die biologische Vermehrung ist ein wenig gemeinsame Zeit schon nötig.

Was wäre allerdings der Industrielle ohne seine Arbeiter, frage ich dich. Nix! Wenn der Herr Kapsch also weiter Industrielle und Industrie (unter)stützen will, dann sollte er im Gegenteil noch mehr Feiertage fordern. Damit bei der Vermehrung der arbeitenden Klasse was weiter geht!

Weißt du, was ich stets an dir besonders bewundert habe? Deine Gelenkigkeit! Im Speziellen mag ich deine Meinungsgelenkigkeit, die sich immer schön an die gerade passende Situation anpasst.

So wie damals, als du im Juli 2017 noch von der “DDR 4.0“ eindringlichst gewarnt hattest, als es um das Überwachungspaket der „türkisen Mäderl- und Buberlpartie“ ging.
Schwups, kaum bist du Minister, ist alles anders und es wird überwacht, dass selbst die DDR vor Neid erblasst wäre!

Im Jahr 2015 hatte die FPÖ eine Anfrage zu den Werbeausgaben der damaligen SPÖ-ÖVP-Regierung gestellt. Die schlappen 22 Millionen Euro Ausgaben hattest du damals als Generalsekretär als “Selbstbeweihräucherung“ kritisiert.
Schwups, kaum bist du Minister, ist alles anders und wenn mehr als das Doppelte für türkis-blaue Werbung und PR ausgegeben wird, dann ist das völlig in Ordnung.

Was andere mit Warp-Geschwindgkeit durchs Weltall düsen, drehst du dich mit Schwups-Geschwindigkeit um.

Da fällt mir der gute Jörgi (Gott und das fliegende Spaghettimonster haben ihn selig) ein. Den du ja auch mit Schwups-Geschwindgkeit in Richtung Bumsti verlassen hattest.

Er bzw. sein BZÖ hatten nämlich 2007 eine geniale Idee: Die Einklagbarkeit von Wahlversprechen!

Ich würde ja diesbezüglich noch weiter gehen wollen. Einklagbarkeit der Aussagen, die den Wähler zum Kreuzerl machen bei einer Partei veranlasst haben. Im Sinne der bedauernswerten FPÖ-Wähler, die dir vermutlich vertraut haben.

Ich sehe sie ja förmlich vor mir.

“Jo, der Kickl, der ist so super, der blattelt immer auf, was die in der Regierung so machen. Des is so a Skandal, dass die 22 Mille verpulvern.“

Jeder, der deshalb die FPÖ gewählt hat, sollte nun klagen können. Als angemessene Entschädigung sehe ich die Differenz zwischen der von dir beklagten Summe (22 Millionen bei SPÖ-ÖVP) und der 44,8 Millionen, die ihr verpulvert habt. Diese 22,8 Millionen sollten unter allen Klägern verteilt werden.

Möge die Schwups-Geschwindigkeit weiter mit dir sein! Und schwups werden sich die blauen Wähler auch vertschüßen. Was wirst du dann machen? Wahrscheinlich entweder in Pension gehen oder schwups, gelenkig in die nächste Rolle hüpfen.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




4 Antworten auf „#Brieferl No.169 – Die Schwups-Geschwindigkeit“

  1. Wie uns der Bumsti auf Puls 4 glaubwürdig erklären wollte, ist es ja völlig logisch, daß die Werbung für die Regierung so viel Geld kosten muß, damit die großartige Arbeit Selbiger auch vom Volk erkannt wird.
    Im Gegensatz dazu hat die Vorgängerregierung 22 Millionen € ausgegeben um ihren Stillstand zu propagieren. SKANDAL!!!

    Was mich interessiert ist, glaubt dieser Witzekanzler an all den Schwachsinn den er verzapft? Seine Wähler tun es jedenfalls,
    traurig genug….

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