Lieber Cousin Herbert,
kennst du das Gleichnis vom gekochten Frosch? Falls nicht, möchte ich es dir gerne erzählen.
Wenn du einen Frosch kochen willst, dann darfst du ihn keinesfalls einfach ins kochende Wasser werfen. Der Frosch würde die Hitze sofort bemerken und alles unternehmen, um sich zu befreien. Deshalb lege man den Frosch in lauwarmes, angenehmes Wasser, damit er sich so richtig wohl fühlt. Dann mache man das Wasser langsam heißer. Der Frosch wird es nicht bemerken, sondern angenehm müde werden und schließlich ist er gekocht.
Du fragst dich sicher, warum ich heute mit Froschzubereitung daherkomme, stimmt‘s? Weil ich das Gefühl habe, der rot-weiße-rote Frosch soll im türkis-blauen Wasser zerkocht werden.
Lass uns gemeinsam ein Gedankenexperiment durchgehen:
Was würde ich als professionelle Froschzubereiterin machen, wenn ich die Arbeits- und Sozialwelt zum Nachteil der Bevölkerung revolutionieren wollte?
1) Ich bringe ein Nebenthema aufs Tapet und bausche es auf. Ich impliziere, dass nicht nur die Einsatzfähigkeit des Heeres in Gefahr ist, sondern schmiere auch den “Gutmenschen“ Honig ums Maul, indem ich die NGOs mit berücksichtige.
2) Ich garniere meinen Plan damit, dass ich, pflichtbewusst wie ich nun mal bin, auf den “Unmut über die wachsende Ungerechtigkeit“ reagiere. Ungerechtigkeit mag niemand, also bin ich die Heldin.


Wenn, s nicht so gruselig wäre müsste ich lachen…. aber dieses Lachen bleibt mir im Hals stecken! Und ich hoffe wir ersicken nicht alle daran
Leider sehr treffend.
„Aber es ist ja so angenehm hier“ – wenn man sich die Umfragen ansieht.
Anderer gruseliger Vergleich: Wunderschöne Aussicht, tiefer Abgrund.
Für das schönste Selfie wagt man sich mutig immer weiter …
Ganz plötzlich, meist sogar ohne Vorwarnung, bricht die sichere Ebene, und man kann seinen Fall nicht mehr aufhalten.
Leider ist es zum fürchten! Meine Hoffnung ist ja, der rot- weiß-rote Frosch springt wenigstens im letzten Moment noch raus!
Wie viele der heutigen Regierungsmitglieder und deren Untergebenen in den Ressorts – inclusive Frauen – haben nicht gedient? Vielleicht gibt es hier bereits ausreichend Potential für die Nachbesetzung freier Ressourcen bei Heer und Zivildienst?