#Brieferl No.190 – Basti & Bumsti – Masern





Lieber Cousin Herbert,

ganz Österreich muss dankbar sein, vor allem dir. Die gesamte Angelegenheit der Polizei scheint dir wirklich und wahrhaftig, wie es dein Kollege Herbert (nein, nicht du selbst, der Herr heißt so – das ist sein Nachname) formuliert hat, eine Herzensangelegenheit zu sein.

AUF/FPÖ-Herbert: „Neue Munition für die Polizei – mehr Effizienz und Sicherheit in kritischen Situationen für unsere Exekutive“

Die Exekutive wird ja wirklich toll ausgerüstet. Zuerst die Sturmgewehre für jede Funkstreife, dann die schußsicheren Westen und jetzt die neue Munition.

Na ja, wenn es dir eine Herzensangelegenheit ist, dann möge es freilich so sein. Wir wollen ja nicht, dass dir vielleicht noch ganz bang um Selbiges wird und du dann aus lauter Gram gar das Handtuch wirfst.

Was ich nur eigenartig finde, ist folgendes: da wirst du großartig vom Herbert (deinem blauen Kollegen mit diesem Nachnamen) gelobt und zum Helden stilisiert. Der Minister der Herzen gewissermaßen.

“Innenminister Kickl hat damit binnen kürzester Zeit als ressortzuständiger Minister das umgesetzt, woran seine Amtsvorgänger über viele Jahre hinweg gescheitert sind … hat unser Innenminister einmal mehr unter Beweis gestellt, dass ihm die Sicherheit unserer Polizei eine Herzensangelegenheit ist“

Und dann finde ich zufällig heraus, dass diese neue Munition, die du angeblich heldenhaft und erstmals herbeigeschafft hast, eh schon unter Innenminister Sobotka im Oktober 2017 angeschafft wurde. Mysteriös direkt.

Neue Polizeimunition kommt 2018

Na, macht ja nix. Dafür bist du sicher der Erste, der die berittene Polizei in der zweiten Republik installiert hast. Auch was wert. Was ist übrigens mit den Pferderln? Irgendwie hört und sieht man von denen gar nichts mehr. Die letzten Nachrichten betreffen die lahmen Gäule vom Vickerl Orbán, die, in welcher Form auch immer, wohl retourniert wurden.

Na, macht ja auch nix. Dafür habe ich eine andere, besonders tolle Persönlichkeit ausfindig machen können, die bereits für den “Kolm-Dolm-Effekt“ Patin war.

Die sympathische Frau Kolm ist für einen neuen Effekt mitverantwortlich, hat aber offenbar den Streisand-Effekt übersehen. Sie ist nämlich der Ansicht, dass die Medien, vor allem die sozialen, sich eher asozial und goaschtig verhalten. Weshalb es in einer Presseaussendung heißt:

“Insoweit in Medien und im Speziellen in sozialen Netzwerken eine Vorverurteilung vorgenommen wird, handelt es sich dabei um eine schwere Verletzung des Schutzes der Unschuldsvermutung. Medienrechtliche Schritte werden nun geprüft und unverzüglich eingeleitet – erste Klagen werden bereits nächste Woche eingebracht.“

Dr. Barbara Kolm setzt erste rechtliche Schritte

Ich habe übrigens einen hübschen Artikel zu der Guten, ach was sage ich, Bestesten, gefunden. Er stammt vom 24. August 2018 und somit noch aus einer Zeit, als sie nur im Aufsichtratsrat der ÖBB und im Unirat der WU war. Noch bevor sie auch in die Nationalbank kam. Und da hatte ein Bekannter von ihr gesagt:

„Und manchmal habe ich den Verdacht, die Verteidigung des Marktliberalismus ist für sie mehr ein persönliches Geschäftsmodell als eine Überzeugung.“

Barbara Kolm: Straches eiserne Lady

Na, macht ja nix. Jeder muss eben schauen, wo er bleibt. Oder sie bleibt, in ihrem Fall.

Der Basti scheint ja auch irgendwie … wie sag ich es am besten … abgedriftet zu sein. Aber du, der BIMZWIREP, hattest doch schon 2015 nur noch darauf gewartet, dass “Kurz als freiheitlicher Agent bezeichnet oder gar enttarnt wird“.

Vielleicht war Sonntag dieser Tag der großen Selbstenttarnung, als er gegen die Bevormundung durch Brüssel gewettert hat und außerdem 1.000 EU-Verordnungen streichen wollte.

Kurz will „Bevormundung“ durch Brüssel beenden und erntet scharfe Kritik

Ob dem Basti diese Zahl irgendwie zugeflogen ist? Vielleicht hat er am Abend zuvor die Märchen aus “Tausend und einer Nacht“ gelesen, das wäre möglich. Glaubst du, kann er die vom ihm genannten Verordnungen auch namentlich nennen? Ich trau mich fast wetten, er kriegt nicht einmal zehn zusammen.

Na, macht ja nix. Hauptsache ist doch, er kann im blauen Teich fischen. Und eine populistisch gewürzte Lüge hat eben den Vorteil, dass sie besser schmeckt als die fade Wahrheit.

Weißt du, an was mich dieses ganze EU-Bashing und neoliberale Wirtschaften seiner Kürzlichkeit erinnert? An die Masern.

Die Masern sind nämlich nur deshalb jahrzehntelang nicht mehr aufgetreten, weil die Leute ihre Kinder haben impfen lassen. Dann kommen supergescheite Impfgegner daher, die meinen, impfen sei nimmer notwendig, weil es doch eh keine Masern mehr gibt. Und schwups, treten auf einmal wieder Masernfälle auf.

Das denken sich die Fans vom Basti und Bumsti sicher auch. Was brauchen wir die blöde EU und ihre Verordnungen, läuft eh alles super. Was brauchen wir ein ordentliches soziales Netz, einen gesetzlich geregelten 8-Stunden-Tag, läuft eh alles so auch. Aber wenn sie dann eines Tages mit Basti & Bumsti-Masern aufwachen, werden sie sich sicher wundern …

Als Serum gegen die zu erwartende Epidemie empfehle ich unter anderem unsere netten Brieferl hier.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




4 Antworten auf „#Brieferl No.190 – Basti & Bumsti – Masern“

  1. Ist diese sich verformende Munition nicht völkerrechtlich verboten? Sie verursacht grauenhafte Verletzungen.
    Ich glaub, sie wird bei der Großwildjagd eigesetzt.
    Sonst freu ich mich über jedes Brieferl

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