#Brieferl No.215 – Im Schatten der Schneebrunzer





Lieber Cousin Herbert,

Herbie, Herbie, Herbie. Ich mache mir langsam wirklich ernsthafte Sorgen um dich. Ich verstehe, dass du wahrscheinlich nervlich ein wenig angespannt bist. Immerhin willst du ja unbedingt wieder Innenminister werden, was aber aus türkiser Sicht noch bis gar nicht gesichert ist.

Und eines muss ich sagen: deine Sprücherln waren schon mal besser!

„Denn auch der Schatten der Türkisen ist schwarz“

Was soll das genau bedeuten? Es sind ja doch ALLE Schatten schwarz. Das wissen wir spätestens seit Lucky Luke, der sogar schneller zieht als sein eigener, im Übrigen auch schwarzer (!) Schatten.

Vielleicht bist du aber, aufgrund der ganzen Aufregungen, einfach nur noch ein Schatten deiner selbst. Sprücherltechnisch auf jeden Fall.

Sag einmal … du bist doch jetzt geschäftsführender Klubobmann der FPÖ-Fraktion im Parlament. Also keine kleine Nummer, will man meinen. Hast du zufälligerweise die Handynummer von deinem ehemaligen Parteichef Bumsti?

Weil nämlich … die FPÖ würde sich so gerne zu den Hausdurchsuchungen äußern und kann es nicht! Weil bei euch keine aktuelle Handynummer von ihm aufliegt!

Ich würde mich an deiner Stelle beeilen und mich kooperativ zeigen. Erstens kannst du so dein angeschlagenes Image (weißt eh – BVT) aufpolieren und zweitens der Welt beweisen, dass meine Theorie aus dem Brieferl No.213 falsch ist. Und du doch kein “untergeordneter Funktionär“ bist, sondern immer noch der, der das Sagen hat!

Ich finde diese Hausdurchsuchungen ja schon witzig. Also weniger das Faktum selbst, als den Herrn Peter Sidlo, um den es geht. Er soll schließlich “auf Basis eines politischen Deals zum Finanzvorstand der Casinos Austria bestellt worden sein“.

Diese Foto, das im Bericht dabei ist. Brrrrrr.

Er könnte fast der Halbbruder vom Basti sein, so jung, dynamisch und schleimig wie er wirkt. Habe ich mir gedacht, ich schau mal, ob nicht irgendwo Informationen über sein Alter finde.

Wikipedia: nix.

Sonst auch nix. Bis auf eine Kleinigkeit. Offenbar wird immer und überall dieses jung-dynamisch-schleimige Foto von ihm verwendet. So auch schon im Jahr 2010, als Herr Siblo im Bezirksblatt Alsergrund als neuer FPÖ-Bezirksrat angekündigt wurde. Wenigstens wissen wir jetzt, dass er im November 2010 junge 36 Jahre am blauen Buckel hatte.

Witzig auch, dass bereits im Mai 2019 darüber berichtet wurde, dass Herr Sidlo wohl nicht wegen seiner Qualifikationen angestellt worden war. Immerhin hatte ein Personalberater von ihm abgeraten.

Na macht ja nix. Qualifikationen sind überbewertet, das wirst du wahrscheinlich und unvermutlich (soll heißen, es gilt immer und überall die Unschuldsvermutung) am besten wissen.

Es geht das Gerücht, dass du innerhalb der Polizei und im Ministerium hauptsächlich Parteifreunde untergebracht haben sollst. Und sogar noch am letzten Tag (!) als Minister “gezählte 14 Mitarbeiter deines Ministerkabinetts im Ressort untergebracht hast, vorzugsweise in der Kommunikationsabteilung.

Ich war immer schon ein bisserl skeptisch, ob das F in der FPÖ wirklich für “Freiheit“ steht. Aber dass es für “Freunderlwirtschaft“ stehen könnte, das hätte ich mir dann doch nicht erwartet.

Aber freuen wir uns, dass es dem Bumsti gut geht und er zumindest auf Facebook schreiben kann. Wenn er schon keine Handynummer hat, die er euch gibt.

So lieb hat er geschrieben … “Ich habe mir keinerlei Verhalten – weder in diesem, noch in anderen Zusammenhängen – vorzuwerfen, das den Straftatbestand der Bestechlichkeit erfüllt.“

Natürlich nicht! Wer, wenn nicht die “Schneebrunzer“ (Ibiza-Bumstisch für “politische Mitbewerber“) oder die “größten Huren auf dem Planeten“ (Ibiza-Bumstisch für “Journalisten“) käme jemals auf die Idee, den ehemaligen Vizekanzler mit Bestechlichkeit, Freunderlwirtschaft oder ähnlichem in Verbindung zu bringen?

Eine klitzekleine Frage habe ich noch: wie genau organisiert ihr eigentlich den Dienstwagen und den Personenschutz für den Bumsti, wenn ihr keine Handynummer habt? Brieftaube? Oder vielleicht schicke Raben wie in Game of Thrones?

Ich bin davon überzeugt, dass Philippa sicher ihr Handy abnehmen würde, wenn einer von euch anruft. Als künftige Vertreterin der FPÖ im Nationalrat wird sie auf ein gutes Verhältnis zur Partei sicher Wert legen. Und wer weiß? Vielleicht reicht sie das Handy sogar an den Göttergatten weiter …

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




4 Antworten auf „#Brieferl No.215 – Im Schatten der Schneebrunzer“

  1. Das Einzige, was daran gut ist, dass diese Schwammerln immer noch wachsen, ist, dass es auch regelmäßig diese Brieferl gibt.

    Wobei: das mit der Philippa ist fast schon gemein. Das ist ja wirklich weit hergeholt, dass man auf diese Art und Weise an den HaCee herankommen könnte – auf die Idee kann ja wirklich keiner kommen!
    Liebe Grüße und DANKE fürs Durchhalten!

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