#Brieferl No.227 – Im Clinch mit dem französischen Server





Lieber Cousin Herbert,

wieder einmal bin ich mehr als nur stolz auf dich. Dass du dich traust, dich mit den politischen Gegnern jetzt sogar in den Ring zu stellen, ist schon mehr als nur mutig!

Ich nehme an, dass dich der Auftritt vom Vitali Klitschko bei seiner Kürzlichkeit inspiriert hat.

Schau nur, wie er strahlt, der Basti. Richtig herzig. Das geht die ganzen 3 Minuten so.

Ich nehme an, du hoffst darauf, ein ähnliches Strahlen dem Norbsi auf die Lippen zaubern zu können, denn er ist nun der neue FPÖ Parteichef. Und schmeißt dich deshalb schon mal in den Ring:

“Die, die du nicht niederclinchst, in deiner Art, die kriegen von mir eine Gerade oder einen rechten Haken!“

Ja genau, Herbie! Zeig‘s ihnen, gib‘s ihnen!

Ich hoffe ja nur, dass du nie gegen den Vitali Klitschko direkt antreten musst. Ich habe den Eindruck, der zerbröselt dich schon, wenn er dich nur schief anschaut. Aber wahrscheinlich bist du deshalb gerne als Triathlet unterwegs. Du kannst ihm dann zumindest davonlaufen oder wegradeln. “Zack Zack Zack“, wie dein früherer Chefi, der Ibiza-Bumsti, wohl sagen würde.

Ich finde es ja soooo unglaublich lieb von ihm, regelrecht berührend, dass er seine Göttergattin jetzt beim Keilen um Vorzugsstimmen unterstützt. Damit wieder ordentlich Kohle ins Haus Strache kommt. Nein, das glaube ich ja nicht, dass die Philippa nur des Geldes wegen vom Bumsti vorgeschickt wird.

Nur eine klitzekleine Kleinigkeit bitte: ich vermute, dass dem Bumsti irgendwann gesteckt wurde, dass er sich von “SS“ wegen etwaiger Missverständnisse fernhalten solle. Dennoch ist sie in der “VorzugSStimme“ zu finden. Sagst es ihm halt bitte, falls du ihn mal treffen solltest.

Hast du übrigens gelesen, dass die Daten, die angeblich ein Hacker der ÖVP gemopst haben soll, jetzt in Frankreich aufgetaucht sind?

Mysteriös, findest du nicht auch? Wenn du Hacker wärst und Daten fladern würdest, dann legst du die ganz sicher auf einen Server in Frankreich, weil du ja weißt, dass da ein Österreicher niemals darauf zugreifen könnte, richtig?
Spaß beiseite … Ich hab mal wieder meinen Schani interviewt:

Der geneigte Türkis-Fan ist wohl der Ansicht, das Kopieren von ein paar Daten geht ratzfatz oder, wie man heutzutage sagt, Zack Zack Zack. Stimmt das?

“Daten auf einen vermutlich relativ frei zugänglichen Server hochzuladen ist keine grosse Kunst. Dafür braucht es keinen Spezialisten, aber das Hochladen von 1.3TB dauert insgesamt gewiss mehrere Stunden, eventuell sogar Tage.“

Was meinen Sie, Herr Schani? Warum wurde anstatt beispielsweise eines USB Sticks ein Server verwendet? Meinen Sie, Herr Schani, ein 2TB Stick wäre dem Hacker zu teuer? Wo die vermeintlichen Hacker doch eh ein Budget von 100.000 Euro gehabt haben sollen?

“Wohl kaum. Die Frage ist: wieso liegt es auf einem (zumindest für IT-Spezialisten) zugänglichem Server? Doch wohl nur, damit man es überhaupt finden kann!“

So ein Hacker ist doch so etwas wie ein Einbrecher, ein Datendieb im vorliegenden Fall. Hält sich nicht jeder Einbrecher normalerweise nur so lange am Ort der Begierde auf, wie er muss?

“Die lange erforderliche Zeit zum Hochladen deutet entgegen der Aussage in der Krone wohl eher auf einen Maulwurf, denn der könnte das stückweise während der Arbeitszeit unauffällig ‘im Hintergrund‘ erledigen.

Ein angeblicher Hacker dagegen steht immer unter Entdeckungsrisiko, egal wie lange der Angriff nun schon insgesamt dauert und würde deshalb eine derartige Datenmenge wohl kaum so zeitraubend kopieren, sondern eine schnelle, grobe Vorauswahl der Daten treffen, um die Kopierzeit zu verringern.
Ausserdem ergibt sich für den angeblichen Hacker durch das Kopieren auf diesen Server (sei er nun in Frankreich oder sonstwo) ein weiteres Risiko des Entdecktwerdens. Wozu sollte er das eingehen?

Der Transfer auf einen USB-Stick ginge nicht nur schneller und risikoloser, noch mehr könnten die Daten auch nicht gefunden werden.“

Stellen wir uns vor, rein theoretisch freilich nur, dass Sie, Herr Schani, den Auftrag vom Basti bekommen hätten, einen Hackerangriff vorzutäuschen. Wie hätten Sie, Herr Schani, das gemacht?

“Wenn ich einen Hackangriff auf die ÖVP vorzutäuschen gehabt hätte und es gibt danach immer noch Zweifel an selbigem, würde ich wohl selbst solche alten Daten heraussuchen lassen, wie sie in der Krone dargestellt (‘gesamte ÖVP-Geschichte bis Mitte der 90er-Jahre zurück‘) wurden.

Dann würde ich sie irgendwo hinstellen, wo sie so früher oder später gefunden werden. Von innerhalb der ÖVP sollte das nicht allzu schwer sein. Also, rein theoretisch, versteht sich.“

Was meinst du dazu, Herbie? Ach so, ja stimmt, du bist ja beim Boxtraining und wirst keine Zeit zum antworten haben. Good luck. Oder Good punch.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




Eine Antwort auf „#Brieferl No.227 – Im Clinch mit dem französischen Server“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.