#Brieferl No.236 – Mantis religiosa Bastiani





Lieber Cousin Herbert,

heute möchte ich mit dir einen Ausflug in die Biologie unternehmen. Habe ich doch eine spezielle Art der Mantis religiosa (Europäische Gottesanbeterin) ausgemacht: Die Mantis religiosa Bastiani, kurz MRB.

Verbreitung und Lebensraum

Die gemeine MRB ist vor allem in Österreich zu finden. Ob sie ursprünglich dem rustikalen Waldviertel oder dem urbanen Arbeiterbezirk Meidling entstammt, konnte trotz intensiver wissenschaftlicher Analysen bis heute nicht restlos geklärt werden.
Den Lebensraum sichert sich die MRB mit einem Mix aus religiösen Anbetungsriten und monoton-monochromer Farbenlehre.

Die Anatomie

Die gemeine MRB wächst in schwarzen Eiern heran, um nach einem raschen Reifungsprozess in türkis zu schlüpfen.
Wie alle Fangschrecken verfügt auch die MRB über einen sehr beweglichen Kopf.

Diese Eigenschaft ist besonders dann wichtig, wenn es um die Partnerwahl geht. Die Auswahl des geeigneten Partners ist für das Weibchen (die MRB wurde bisher nur in dieser Form erspäht) insofern von besonders großer Bedeutung, als dieser eventuell nicht nur zur Paarung dienlich ist. (Siehe “Partnerwahl“)

Der bewegliche Kopf sondiert üblicherweise in alle Richtungen, wobei die MRB vorzugsweise den am meisten geschätzten Partner am liebsten rechts liegen lässt.

Um den Eindruck der ernsthaften Sondierungen allen potentiellen Partnern vorzugaukeln, wird sogar mit pinken Artgenossen geliebäugelt. Die gemeine MRB ist sich üblicherweise zwar der mickrigen Größe der pinken Exemplare bewusst, was diese aber nicht von heftigen Flirtversuchen abhält.

Dieses Verhalten soll, so haben wissenschaftliche Studien ergeben, den allerliebsten Lieblingspartner nur noch mehr anspornen, sich in die gewohnten Fänge der MRB zu begeben.

Die Partnerwahl

Bei der Partnerwahl trennt sich für die gemeine MRB ein bisserl die Realität von der Wirklichkeit.

In der Realität sucht die gemeine wie türkise MRB nach irgendeinem Partner, denn ihr oberstes Ziel ist die Kopulation. Wichtig bei der realen Partnerwahl ist vor allem die Farbe des Zukünftigen. “Rot“ ist für die MRB wie das selbige Tuch und daher nur für den Schein des Anscheins eine Option.
Die “grünen“ Artgenossen sind ob ihres farblichen Anteils bei “Türkis“ in der Realität eine durchaus attraktive Wahl.

In Wirklichkeit, welche sich eben von der Realität durchaus trennt, hat es die gemeine MRB jedoch nur auf einen einzigen Partner abgesehen. Mit diesem will sie zwar nicht in den Sonnenuntergang reiten, jedoch dem Gegenwind trotzen.

Um sich der MRB besonders attraktiv zu machen, produziert der im bläulichen Farbbereich angesiedelte allerliebste Lieblingspartner oftmals einige Vorlagen, die von der MRB entsprechend übernommen werden.

Das Paarungsritual

Die MRB ist, wie bereits erklärt, eine spezielle, weibliche Art der Mantis religiosa, bei der “das Weibchen VOR, während oder nach der Paarung das Männchen auffrisst.“

Daher ist die beste Stategie für den Partner der MRB das Abwarten. Potentielle andere Partner könnten bereits vor dem eigentlichen Akt der MRB zum Opfer fallen. Eine entsprechende Kommunikation ist dabei von besonderer Wichtigkeit. So kann beispielsweise der bläuliche Partner darauf verweisen, keinen Auftrag zur Paarbildung zu verspüren.

Dieses in der Natur nicht unübliche Hinhalten wird von der gemeinen MRB als umso attraktiver wahrgenommen.

Mahlzeit!

Liebe Grüße,
Cousine Daniela



4 Antworten auf „#Brieferl No.236 – Mantis religiosa Bastiani“

  1. Na Mahlzeit…….mir ist schlecht!!!!!!

    Wie immer großartig liebe Cousine.

    Der Industriellen “ Versicherungsvertreter“ Basti geht sicher wieder mit der Blauen Steigbügelhalter Partie ins Koalitionsbett. Basti wird es den Österreichern schon sagen ,dass es das BESTE für das Land ist. Die Medien machen das schon.

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