#Brieferl No.267 – 50 Jahre – eine kleine Zeitreise




Lieber Cousin Herbert,
du Tapferer hast es ja bereits vor zwei Jahren hinter dich gebracht und die magische Stufe des fünfzigsten Geburtstags erklommen.

Ich muss gestehen, dass ich mir den Tag irgendwann irgendwie anders vorgestellt hatte. Wobei ich mich nicht beschweren will, denn ich habe ein tolles Schatzi und zwei wunderbare Söhne.

Aber diese ganze Covid-Situation, die Statuen-Umreiß-Aktionen im Zuge von Black Lives Matter, das penetrante Bestehen auf Umbenennungen von Apotheken, die neue Polizei-Corona-Kombi, der türkise Sumpf und so weiter … das ist für die ganze Gesellschaft eine mehr als große Herausforderung.

Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie sich die Welt aus meiner ganz persönlichen Sicht seit 1970 geändert hat.

Die 1970er

Ich muss es so schreiben: ich war ein ausnehmend entzückendes Mädchen! Das war freilich nicht mein Verdienst und ausgewachsen hat es sich obendrein, aber erwähnen muss ich es dennoch. Überzeuge dich selbst:

Die ersten Nachrichten, an die ich mich aktiv erinnern kann und die mich bestürzt haben, war der Einsturz der Reichsbrücke. Dieser 1. August 1976 war ein Sonntag und wir hatten wie üblich das Radio an.

Mein Vater ist mit uns Kindern dann sogar hingefahren und wir haben Reichsbrücke geschaut. Sensationstourismus gab es wohl schon immer.

 

Das erste politische Ereignis, das mich zu fesseln wusste, war die Diskussion um das Kernkraftwerk Zwentendorf.

Meinung hatte ich damals dazu nicht wirklich, dafür wusste ich viel zu wenig. Es war spannend zu beobachten, dass auf einmal so viele Autos mit „Atomkraft? Nein Danke“ Pickerln ausgestattet waren.

Es war wohl für mich das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, die Menschen interessieren sich tatsächlich für Politik oder es gab zumindest Dinge, die man sich nicht einfach aufdrängen lassen wollte.

Wie es mit der Volksabstimmung ausgegangen ist, wissen wir. Österreich hat ein fix fertiges 1:1 Modell eines Atomkraftwerkes, das niemals in Betrieb gegangen ist. Diese Tatsache hat mich übrigens so begeistert, dass ich unsere Physikprofessorin im Gymnasium davon überzeugen konnte, eine Exkursion ins Kraftwerk zu machen.

Gemütlichkeit in sozialer Sicherheit

Das Leben an sich empfand ich als sehr sicher und gemütlich, was wahrscheinlich auch meiner Kindheit geschuldet war. In den Familien waren es meist nur die Väter, die arbeiten gegangen sind, die Mütter kümmerten sich um die Kinder. Dennoch war genug Geld da, dass man ein Auto besaß und im Sommer auf Urlaub fuhr, zumeist nach Italien.

Wir hörten, wie toll es war, dass die Schulbücher gratis waren und dass wir Kinder auch dank Schülerfreifahrt kostenlos mit den Öffis fahren durften.

Es war auch die Zeit, in der wir Faschingsfeste ohne politische Korrektheit feierten. Die Mädchen waren alles Mögliche, aber nie „Prinzessinnen“ (im Gegensatz zu heute!). Da waren auch – Vorsicht: Triggerwarnung!„Indianerinnen“ oder „Negerinnen“ dabei. Keine von uns hatte dabei eine böse, abwertende oder gar rassistische Intention, weder in der Wortwahl noch in der Verkleidung. Wäre ja auch zu dumm, sich als jemand zu verkleiden, den man nicht ausstehen kann. Es war das Flair des Unbekannten, des Exotischen, das uns damals dazu veranlasst hatte.

Wenn ich mich an die Faschingsfeste meiner Söhne in den 2000ern bzw. 2010ern erinnere, dann gab es nie ein einziges Mädchen, das keine zuckerlrosa „Prinzessin“ war. Das ist eine komische, vielleicht sogar traurige Entwicklung.

Die 1980er

Aus Klein-Dani wurde Groß-Dani. Die meiste Zeit verbrachte ich im Gymnasium in der Rahlgasse und mein Interesse für Politik, gesellschaftliche Vorgänge und auch Philosophie begann sich zu entwickeln.

Die Hainburger Au

Zu den wichtigsten Ereignissen zählt für mich die Besetzung der Hainburger Au im Dezember 1984. Hier war es für mich gefühlt ähnlich wie bei der Causa Zwentendorf: ich wusste zu wenig, um wirklich eine fundierte Meinung zu haben. Aber es hat mich jedenfalls beeindruckt, dass es Menschen gab, die sich aktiv für ihre Interessen einsetzten.

Natürlich kann ich mich gut an DDr. Günther Nenning und seine Verkleidung als Hirsch erinnern. Was ich erst im Zuge des Schreibens dieses Brieferls erfahren habe ist, dass auch Othmar Karas (!) auf der „Pressekonferenz der Tiere“ am 7. Mai 1984 mit dabei war – verkleidet als Kormoran.

Hier ein Bild aus dem Jahr 2014, also 30 Jahre später.

Wenn die Österreicher also etwas können, dann ist es Kraftwerke verhindern. Immerhin.

Der GAU in Tschernobyl

Einschneidend war natürlich auch der GAU in Tschernobyl. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass in den Nachrichten über erhöhte Strahlung unbekannten Ursprungs in Skandinavien berichtet worden war. Da waren wir dann alle besonders froh, dass Zwentendorf nicht in Betrieb gegangen war.

Das Interessante an dieser Sache ist auch, dass – wie üblich – erst viel später die wahren Umstände des „Unfalls“ zu Tage kamen. Dass es sich nämlich um einen fehlgeschlagenen Versuchsablauf handelte, der in Kombination mit Einsparungen bei Material zur Katastrophe geführt hatte.

Legendär bleibt die Aussage des Versuchsleiters:

„Etwas beweglicher, meine Herren!
Noch ein, zwei Minuten und alles ist vorbei!“

Falls du sie noch nicht gesehen hast, die Serie von Sky/HBO ist wirklich ebenso beeindruckend wie beklemmend.

Bye Bye Eiserner Vorhang

Das letzte Großereignis des Jahrzehnts war selbstverständlich der Fall der Berliner Mauer sowie des eisernen Vorhangs. Wie wohl allen anderen vor den Fernsehgeräten auch, ging es mir sehr zu Herzen, dass die, nach meinem Gefühl eingesperrten Menschen, nun endlich ihre „Freiheit“ haben durften.

Ich war von Natur aus immer schon sehr neugierig und kam auch, solange ich denken kann, sehr leicht und vor allem gerne mit Menschen ins Gespräch.

So auch eines Tages in der U-Bahn, als ich mich mit einem jungen Mann unterhielt, der aus Ostdeutschland war und in Wien seinen Urlaub verbrachte. Ich beglückwünschte ihn locker flockig zu seiner neuen Freiheit.
Er war ein wenig unwirsch und meinte, ich solle nicht so herablassend sein, weil ich doch genau keine Ahnung hätte. Und dass sein Leben genau genommen jetzt schlechter wäre, trotz „Freiheit“.

Was weiß man denn schon …

Tja. So kann‘s gehen. Da will man freundlich sein, und dann so etwas. Mit einem hatte er definitiv recht: ich hatte in Wahrheit mal wieder keine Ahnung. Was hatten wir denn in der Schule denn schon groß gelernt?

In Geschichte ein paar historische Fakten zu Russland. Das meiste, was ich über zb Polen wusste, hatte ich im Zuge von Lech Walesas Solidarność Anfang der 1980er gelernt. Ungarn kannte ich zumindest von raren Besuchen. Aber die DDR?
Das war auch der Zeitpunkt, an dem mir bewusst wurde, wie westlich doch unsere Gesellschaft geprägt ist. Das beginnt bei der Musik, die wir im Radio hören, geht weiter über die Schule und endet bei den Nachrichten.

Während ich wahrscheinlich bei näherem Nachdenken sämtliche der fünfzig US-Bundesstaaten nennen könnte, war mir wiederum bis zum Schreiben dieses Brieferls nicht bewusst, dass das heutige Russland aus 8 Föderationskreisen besteht, die ihrerseits in insgesamt 85 Föderationssubjekte unterteilt sind.

Die 1990er

Aus Groß-Dani wurde so etwas wie die erwachsene Dani. Es war ein politisch sehr prägendes Jahrzehnt, wie ich meine. Der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union war von enormer Wichtigkeit.

Mindestens genauso wichtig, wenn nicht für den Einzelnen, doch für die Gesellschaft in Österreich letztlich prägender, war meines Erachtens nach Jörg Haider.

Und seine Strategie, eine Gruppe auszumachen, gegen die man – das muss man so sagen – hetzen kann, nämlich die Ausländer. Du, lieber Cousin, wirst das sicher noch gut wissen, hast du doch für ihn so viele Sprücherln und Sager kreiert.

Der Gipfel war sicherlich, als er 1993 das „Ausländervolksbegehren“ initiiert hat. Was zwei unmittelbare Folgen hatte:

1) Heide Schmidt hat endlich die Partei verlassen und in Folge das Liberale Forum gegründet, den Vorläufer der NEOS gewissermaßen.

2) Zwei Tage, bevor das Volksbegehren zur Unterzeichnung auflag, fand mit dem „Lichtermeer“ die bislang größte Demonstration in Österreich statt. Sie richtete sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

Oasch oder Nicht-Oasch – das war keine Frage

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass das Land gespalten worden war. Ja, natürlich gab es zb bei Zwentendorf und Hainburg auch unterschiedliche Meinungen, die durchaus heftig diskutiert worden waren. Es war aber nicht so moralisierend. Man hat seinem Gegenüber in der Diskussion vielleicht minimierte intellektuelle Fähigkeiten attestiert, sprich für einen Trottel gehalten, aber niemanden zum moralischen Oasch gestempelt.

Interessant dabei ist, dass dies auch schon so funktioniert hat, als es noch keine sozialen Medien gab. Insofern kann ich guten Gewissens schreiben, dass soziale Medien maximal Verstärker für etwas sind, was immer schon da war.

Denn letztlich war es so: wer öffentlich zugab (was eh kaum einer tat, so wie kaum jemand jemals zugegeben hatte, die FPÖ zu wählen), das Ausländervolksbegehren unterschrieben zu haben, war ein „Oasch“. Definitiv und ohne Gnade.
Wer nicht beim Lichtermeer war, konnte sich gleich zu den Unterzeichnern gesellen und galt auch als „Oasch“. Vielleicht ein bisserl ein kleinerer Oasch, aber auch ein Oasch.
Einzig die Teilnehmer am Lichtermeer waren moralisch über jeden Zweifel erhaben.

Die Wiege der Politischen Korrektheit

Die 1990er waren wohl die Wiege der heutigen Politischen Korrektheit. Nicht nur in Österreich versteht sich, aber da dies keine Doktorarbeit, sondern eine kleine Zeitreise ist, beschränke ich mich auf das, was ich persönlich wahrgenommen habe bzw. woran sich vielleicht auch andere erinnern können.

Es kommt nicht von ungefähr, dass 1997 „Der tägliche Polenwitz“ aus der „Harald Schmidt Show“ entfernt worden war. Bis dahin war es legitim, Witze wie „Die Werbung des Fremdenverkehrsamtes von Polen: Machen Sie Urlaub in Polen. Ihr Auto ist schon da!“ zu erzählen.

Es hatte sich also etwas verändert, und zwar nicht zum Guten, wenn ich das bemerken darf.

Die 2000er

Dieses Jahrzehnt war für mich von drei Ereignissen geprägt.

Al Gore, der fast US-Präsident

Das erste Ereignis war gleich im Jahr 2000: Al Gore war doch nicht US-Präsident geworden!

Wie sehr hatten wir uns alle gefreut, als wir anlässlich der 54. Präsidentschaftswahl die Nachricht bekamen, Al Gore wäre neuer US-Präsident.
Die Freude währte aber nur kurz, denn es gab einen Einspruch aus Florida. Gouverneur Jeb Bush, zufälligerweise Bruder des republikanischen Kandidaten, hatte fehlerhafte Wahlmaschinen ausgemacht und George W. Deshalb letztlich mit einer Differenz von 537 (!) Stimmen diesen Bundesstaat gewonnen. Dadurch hatte er mehr Wahlmänner und wurde Präsident.

Es gibt übrigens ein wunderbares Buch zu diesem Thema von Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland

9/11

Dann war da natürlich im Jahr darauf der 11. September. Ich hatte an diesem Tag frei und weil ich gerade einen Koffer packte und mir dabei fad war, hatte ich den Fernseher eingeschaltet. Ich habe also live und in Farbe den Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers gesehen.
Ja, auch das war in gewisser Weise beklemmend, wenngleich mich das dritte Ereignis mehr erschüttert hat:

Die schwarz-blaue Bundesregierung 1 unter Wolfgang Schüssel.

Schwarz-Blau 1

Hier beginnt das zu wirken, was ich im letzten Jahrzehnt immer öfter feststellen musste: den Niedergang der Linken, der Sozialdemokratie, die sich lieber mit Pseudo- und Symbolpolitik beschäftigt, als tatsächlich etwas zu tun.
Und natürlich eine Parade der Ablenkung, auf die all jene reinfallen wollen, die kein Oasch sein möchten.

Ein kleines Beispiel gefällig?

„Mit dem ersten Ministerratsbeschluss vom 11. Juli 2000 wurde die Interministerielle Arbeitsgruppe für Gender Mainstreaming (IMAG GM) eingerichtet, um die Strategie des Gender Mainstreaming in allen Ressorts und auf allen politischen Ebenen umzusetzen.“

Im Zuge dessen wurde auch gleich das „Geschlechtergerechte Formulieren“ gesetzlich verankert.

Gleichzeitig wurden unter dieser Regierung, weitgehend unbemerkt und vor allem ohne großen Aufschrei, zwei exemplarische Maßnahmen getroffen, die sich bis heute gehalten haben und für die Betroffenen spürbare Nachteile bringen:
Ab 2002 galt das Mietrecht für Mieter von Einfamilienhäusern nicht mehr. Im Zuge der Pensionsreform wurde 2003 der Bemessungszeitraum für Pensionen auf 40 Jahre erhöht.

Aber eh wurscht, Hauptsache, es heißt jetzt Pensionistinnen und Pensionisten und Mieterinnen und Mieter.

Die 2010er

Abgesehen von der aktuellen Corona-Situation sind wohl Brexit, Donald Trump als amerikanischer Präsident und der Ex-Geilomobil-Pilot Sebastian Kurz als Bundeskanzler jene Ereignisse, die bei deren Vorhersage wohl von Entsetzen bis hin zu absolutem Unverständnis viele Reaktionen hervorgerufen hätten.

Zumindest Donald Trump war tatsächlich vorhergesehen worden, und zwar im Jahr 2000 in einer Folge der Simpsons:

Die Verschärfungen im Sozialbereich, die Hetzerei gegen die Ausländer ging genauso munter weiter wie der einzige Konterpart, der den vermeintlich tendenziell Linken geblieben ist: die Einführung von „Gendersternchen“ und das Aufhüpfen auf jede „*ismus-Empörungswelle“, sei es „MeToo“ oder aktuell und schick „Black Lives Matter“.

Verhungernde Kinder und Demos

Am Donnerstag habe ich in der ZIB2 einen Bericht über den Jemen gesehen. Dort sind kleine Kinder so dermaßen abgemagert, dass einem Tränen in die Augen schießen.

Tät mich interessieren, wie viele von den rund 50.000 Menschen, die großartig für „Black Lives Matter“ in Wien auf die Straße gegangen sind, auch nur auf die Idee kämen, etwas für diese Kinder zu spenden.
Oder überhaupt irgendetwas zu tun, das ein TUN ist und keine Alibihandlung.

Ich habe den Eindruck, die Welt besteht auf der einen Seite nur noch aus Alibihandlungen und auf der anderen aus Verschlechterung der Lebensumstände für die Masse.

Vergeudung von Lebenszeit

Ich hätte gerne, und ich glaube nicht, dass es so etwas gibt, eine Auswertung darüber, wie viele Menschen auf der Seite der Arbeitssuchenden Lebenszeit und Hoffnung und wie viel Arbeitszeit aufseiten von Personalsuchenden verplempert wurde, weil sämtliche Stellen für männliche, weibliche und „diverse“ Bewerber ausgeschrieben werden müssen.

Es wird Gründe geben, warum Arbeitgeber für den einen oder anderen Posten tatsächlich ein Geschlecht bevorzugen, sei es wegen notwendiger körperlicher Voraussetzungen oder weil vielleicht eine weitere Frau besser in das bestehende, weibliche Team passt.

Die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen ist immer noch immens, aber Hauptsache, es wird die Gleichberechtigung mittels „Stellenausschreibung nur genderneutral“ suggeriert.

Im Sumpf gelandet …

In der Zwischenzeit tut sich ein Sumpf an Verflechtungen und mutmaßlicher Korruption auf, dass einem schlecht werden kann. Das aktuelle Highlight ist für mich persönlich die WireCard-Angelegenheit – der eine ein flüchtiger, millionenschwerer Ex-Vorstand, der andere frühere Mitglied in Bastis ThinkAustria und außerdem Verstrickungen in die BVT-Causa.

Dass das Finanzministerium unter Löger Gesetzespläne für eine Glücksspielliberalisierung geschmiedet hat, Gernot Blümel im Ibiza-Untersuchungsausschuß seine Erinnerung daheim vergessen hat und der Wirtschaftskammer eine Kommastelle verrutscht ist, fällt beinahe unter „eh ah scho wurscht“.

Wenn ich hier also, freilich sehr persönlich, zurückblicke, dann muss ich leider feststellen, dass sich in Wahrheit kaum etwas verbessert hat. Ganz im Gegenteil.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und anstatt sich zusammenzutun und sich zu wehren, erfreut man sich an Gendersternchen, latscht zur Beruhigung des eigenen Gewissens auf Demos mit und sucht Gelegenheiten, sich mit dem Aufzeigen von irgendeinem *ismus als „moralisch einwandfrei“ zu präsentieren.
Koste es, was es wolle – Hauptsache, man kann einen anderen als Oasch dastehen lassen.

Aber ich gebe die Hoffnung freilich nicht auf. Ich bin davon überzeugt, dass es irgendwann einfach reichen wird. Die Frage ist nur, wann es so weit sein wird. Bis dahin wird es noch viele Kollateralschäden geben, wie man so schön abstrahiert sagt.

Menschen, die entweder vom System her unter die Räder kommen, oder auch welche, die an den neumodischen Online-Pranger genagelt werden und mit realen, negativen Konsequenzen zu rechnen haben.
Dass es sich dabei um individuelle Schicksale und Leben handelt, wird gerne verdrängt.

Was soll aus uns allen werden?

Ich wünsche mir, dass es wieder mehr Zusammenhalt gibt, echten Zusammenhalt, nicht ersatzweise Alibihandlungen.

Ich wünsche mir, dass der Fokus wieder auf das gerichtet wird, was wirklich wichtig ist, und das sind Freiheit und ein menschenwürdiges Leben für Alle.

Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder lernen, für ihre eigenen Bedürfnisse ein- und aufzustehen. Das ist nämlich keine Schande, sondern legitim und noch mehr notwendig.

Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich noch lange weitermachen kann, mindestens noch einmal fünfzig Jahre. Dass ich schreiben und sonstige Projekte umsetzen kann, von denen ich hoffe, dass sie die Menschen wirklich weiterbringen.

Wenn du das unterstützen möchtest, dann freue ich mir einen jetzt 50-jährigen Haxen aus … weil ich dadurch vielleicht die Möglichkeit bekomme, der Welt einen Selbigen noch richtig rauszureißen.

Ja, ich weiß schon … Du wirst dir denken „wozu soll ich für das Geschreibsel spenden“ oder vielleicht „na ICH sicher nicht, wird schon wer anderer machen“.

Vielleicht möchtest du deshalb spenden, weil dir das Geschreibsel gefällt, denn zumindest liest du es. Und darauf verlassen, dass irgendein anderer etwas macht, darf man sich sowie nie.

Hier warad das Spenden-Knopferl 🙂




 

Danke 🙂 Auf die nächsten 50 🙂

Liebe Grüße,

Cousine Daniela



2 Antworten auf „#Brieferl No.267 – 50 Jahre – eine kleine Zeitreise“

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