#Brieferl No.291 – Der betende Weg in die Verblödung





Lieber Cousin Herbert,
hast du eigentlich auch das Gefühl, dass die Menschen immer blöder werden? Oder, um es vielleicht besser bzw. korrekter auszudrücken, immer mehr in die Verblödung gedrängt werden?

Der Weg der Verblödung steht ja jedem offen und ist leicht zu beschreiten. Und einmal auf diesem Pfad dahinschleichend, ist es gar nicht so leicht, wieder davon abzukommen. Das wirklich Blöde an dem Verblödungspfad ist, dass der von allen Seiten angepriesen wird. Weil von dort die Aussicht auf diverse Unfähigkeiten nämlich verschlossen ist.

Der Wattebausch-Weg

Man kann den Grünen ja viel vorhalten. Beginnen können wir bei den Lügen vor der Wahl.

Auch können wir diverse verfassungswidrige Verordnungen dem grünen, aber dafür umso herzigeren Rudi Anschober vorhalten.

Und sogar für die jetzt eh doch nicht stattfindenden Polizei-Besuche können wir sie verantwortlich machen, zumindest wenn es nach dem Kurier geht.

 

Was wir ihnen aber NICHT vorhalten können, ist der unermüdliche Einsatz für Frauenrechte! Zuerst die Abschaffung der Hacklerpension, weil doch mehrheitlich Männer davon profitiert haben. Da wollen wir ihnen auch verzeihen, dass sie übersehen haben, dass mehr Pension für einen Mann auch mehr Einkommen für die ganze Familie und höhere Hinterbliebenenpensionen bedeutet.

Und jetzt die Reduktion der Umsatzsteuer für Damenhygieneprodukte von 20 auf 10 Prozenterln!

Warum bspw. die Steuer auf Klopapier nicht auch reduziert wird, erschließt sich mir persönlich ja nicht. Weil wenn „Bluten ist kein Luxus“ gilt, dann müsste doch „Aufs Klo gehen ist kein Luxus“ gelten, oder?

Ha – aber wahrscheinlich gehen Männer öfters aufs Klo oder verbrauchen zumindest mehr Häuslpapier, weshalb dann eine derartige Maßnahme mehr ihnen als den Frauen zugute käme und DAS darf sicherlich nicht sein!

Ob die Reduzierung tatsächlich an die Konsumentinnen weitergegeben wird, werden wir sehen. Und selbst wenn … die paar Netsch sind leider fast schon wurscht. Die menstruierende Gattin eines leider-doch-Hacklerpensionisten hätte wohl von der Pension mehr gehabt.

Aber egal: der grün-queerfeministischen Gefolgschaft ist Genüge getan!

Der Bet-Pfad

Wir erinnern uns alle, an das zu Herzen gehende Gebet für seine Kürzlichkeit im Juni 2019. Mein Gott, das war so schön!

Jetzt hat die Beterei auch endlich dort Einzug gefunden, wo die Macht gebündelt und nicht nur auf den Basti fokussiert ist, nämlich im Parlament.

Sowohl in der Stadthalle, als auch im Parlament war eine spezielle Spezialfreundin von mir, die Gudrun Kugler. Die Dame kennen wir aus diversen Brieferln, unter anderem #Brieferl No.194 – Es ist sicher alles nur Zufall und #Brieferl No.75 – Opus Burschii.

Die erzkonservative Abtreibungsgegnerin ist zufälligerweise mit dem ehemaligen „Opus Dei“-Pressesprecher Martin Kugler verehelicht und sitzt für die ÖVP im Nationalrat. Hurra.

Was mir aber neuerdings noch auffällt ist, die Ansammlung frommer Menschen im ORF.

Gestern war bei der Barbara Stöckl die Martina Hohenlohe zu Gast, die uns erzählt hat, warum sie jeden Sonntag mit der Familie in die Kirche latscht.
Selbst die Physikerin Ille Gebeshuber hat erzählt, wie sie sich neben ihrer naturwissenschaftlichen Tätigkeit auch intensiv mit dem Thema Glaube auseinandersetzt. Amen!

Ende November war die „lebenslustige Fürstin Gloria von Thurn und Taxis“ bei „Vera“ zu Gast. Sie ist „für ihre erzkonservative Haltung ebenso bekannt wie für ihre schrillen Auftritte und provozierenden Äußerungen“.

Ich habe leider den Schluss der Sendung gesehen und dabei ergriffen vernehmen dürfen, dass Sex nach Ansicht der Fürstin nur in der Ehe zu vollziehen und da dann auch nur zum Zwecke der Reproduktion sei. Verhütung sei pfui und wenn man doch mal den Drang verspürt, so möge man dies an den unfruchtbaren Tagen tun, wenn man sich schon nicht vermehren will.

Bitte mich nicht misszuverstehen. Soll jeder glauben, was er will.

Aber diese gar nicht mehr dezente Ansammlung von konservativer Wertepolemik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen grenzt schon fast an Gehirnwäsche. Und Gehirnwäsche hat immer Verblödung zum Ziel.

Die große Depression

Gestern war ich beim Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen zum Thema „Randbemerkungen zu Österreich: Ein Leben unter Österreichern – Die Ergründung der österreichischen Seele“ eingeladen.

Zur Vorbereitung habe ich mir den Club 2 zum Thema „österreichische Seele“ aus dem Jahre 1984 angeschaut.

Was habe ich zum wiederholten Male festgestellt?

Dass wir offenbar immer blöder gehalten werden sollen. Das sehr sensible Thema „Depressionen“, von denen etwa 1,2 Millionen Österreicher betroffen sind, war eben im „Club 2“ besprochen worden. Aber auch letzte Woche beim „A Team für Österreich“.

Bitte hier ist ein Zusammenschnitt:

Was ist die Conclusio aus dem ganzen Jammer?

Ich habe den Eindruck, wir sollen lieber glauben, statt wissen.

Wir sollen als Individuen für etwas verantwortlich gemacht werden, was aus einem Zusammenspiel Gesellschaft/Politik mit den Individuen entstehen muss, nämlich eine Weiterentwicklung. Die Politik, unterstützt von den Medien, putzt sich auf uns ab und gibt uns alleinige Verantwortung, die wir aber nicht alleine haben können!
Ist ja mit Corona das Gleiche: wenn es gerade passt, ist die Bevölkerung schuld, wenn nicht, dass ist es der Verdienst vom Basti-Heiland!

Ich bin der Ansicht, dass wir uns das so nicht mehr gefallen lassen dürfen!

Der Druck von „unten“ muss wieder größer werden und die Themen sind vielfältigt.

– Depression: WARUM genau sind eigentlich so viele auf der depressiven Seite? Wenn es da ein System gibt, dann muss das geändert werden … aber nicht die Leute einfach zum Arzt schicken!

– Wirtschaftskrise: WER bekommt WELCHE Zahlungen und WARUM bzw. WARUM NICHT!

– Corona: Transparente Zahlen und Fakten, verfassungsrechtlich einwandfreie Verordnungen und KLARE Richtlinien!

– Klimakrise: Wo sitzen eigentlich die ganzen Umweltsünder? Sind die Schwammerl im Supermarkt gar verstrahlt und wie sehr verpestet die nächstgelegene Fabrik eigentlich die Luft?

Information ist Macht und diese Macht sollten wir uns zurückerobern. Damit man uns nicht so leicht einlullen und verblöden kann.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




3 Antworten auf „#Brieferl No.291 – Der betende Weg in die Verblödung“

  1. Leider hat die Dummheit Hochkonjunktur.. Nicht das es die Dummheitnicht schon immer gegeben hat. Aber jetzt kann sie mit erhobenen Hauptes auftreten… Wird ihr doch von allen Seiten gezeigt wie toll sie ist. Im Österreichischen giebt es den schonen Spruch…. Sanma a die blädan so san ma doch die mehran…. Und wenn wir die meisten sind, so sind wir das Volk und haben das größte Recht. Darauf baut doch jede populistische Politik auf und daher haben sie auch einen so großen Einfluss und Zulauf. Dummheit gab es schon immer, aber sie ist „hoffähig“ geworden

  2. Hallo Daniela Kick, sie schreiben mir aus meiner Seele.

    Es kommt noch dazu, dass wir Steuerzahler diesen Schwachsinn auch noch finanzieren. Aus dem Budget wurden im Juni 2020 der Kirche (größter und reichster Immobilieninhaber der Welt) Milliarden ausbezahlt. Die arme Kirche.

    Ja, ich denke, der Glaube ist das, was sie uns angedeihen lassen wollen, nicht Wissen. Deshalb auch immer noch Pflicht in den Schulen die Religion und nicht Ethik.

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