Frag Die Kickl No.3 – Im Scheinwerfer der Spione





Liebe Kickl! Ich sehe mich mit einer ganz neuen Art von Leben konfrontiert. Jahrelang, ach was heißt, Jahrzehntelang, ja faktisch mein ganzes Leben lang, habe ich mich aufgeopfert. Alles habe ich getan für diesen Verein, alles gegeben!
Und jetzt stehe ich vor verschlossenen Türen? Was soll ich nur mit meinem weiteren Leben anfangen?
Danke, Hans-Christoph

Lieber Hans-Christoph,
wie heißt es so schön? Das Leben ist hart, kurz und bescheiden wie eine Hühnerleiter. Aber diese Erkenntnis darf dich nicht davon abhalten, deinen persönlichen Weg weiterzugehen.

Es scheint fast wie eine Fügung des Schicksals, dass sich eine neue, total tolle Allianz gebildet hat, die eventuell noch ein Platzerl frei hat. Und das ausgerechnet einen Tag, bevor du den freiheitlichen Abflug machen musstest!

Man munkelt bereits, dass sich diese Allianz ohnehin einen anderen Namen geben will. Was vielleicht gut wäre, weil dann auch die Diskussionen auf Wikipedia aufhören und einer “Liste Strache“ endgültig nix mehr im Wege steht!

Wir wissen ja bereits, dass die entsprechende Domain längst reserviert, wenngleich immer noch nicht befüllt ist.

Aber ein weißes Blatt hat halt auch den Vorteil, dass man völlig frei und frisch von der Leber weg darauf herumkrixeln kann. Solltest du Malen nach Zahlen bevorzugen, dann habe ich für dich einen schönen Vorschlag für dich, mit dem du vielleicht sogar einem ehemaligen Mitstreiter eine kleine Weihnachtsfreude be-reiten kannst.

Viel Spaß und alles Gute für die weitere Zukunft,
Die Kickl

Sehr geehrte Kickl! Ich bemühe mich wirklich, ehrlich und redlichst mit diesen Grünen auf einen gleichfarbigen Zweig zu kommen. Aber es geht nix weiter mit denen, außer dass sie komische Forderungen stellen.
Außerdem bin ich schon auch ein bisserl angepapperlt, dass dieser VfGH das schöne Überwachungspaket gekippt hat. Es scheint, als wäre ich insgesamt auf dem Holzweg. Wie komme ich da wieder runter?
Liebe Grüße, der Meidlinger Waldviertler.

Lieber Meidlinger Waldviertler,
zunächst möchte ich dir zu deinem Wahlerfolg gratulieren. Es ist ja doch immer wieder erstaunlich, was ein Gebet, grausliche Hackerangriffe auf das gesamte demokratische System und ein paar Spenden ausmachen können!

Aber zurück zum Kernproblem, also eigentlich zum Koglerproblem. Was hast du denn erwartet? Natürlich könntest du jetzt annehmen, dass die grünen Motten das türkise Licht schon wegen der Farbähnlichkeit besonders anziehend finden. Die Frage ist halt, ob das Fluchtlicht nach 21 Uhr noch an ist oder eben nicht.

Bildquelle: Kurz: Regierung kann im Jänner stehen

Wer war denn eigentlich der geheimnisvolle Informant, der die innovativen Forderungen nach Licht abdrehen und “Partnerländer aus den Fortschrittszonen des globalen Südens“ statt “Entwicklungsländer“ geleakt hat?
Du persönlich oder vielleicht der Schreddermeister A.D.?

Schon blöd halt auch, dass der Werner Kogler die Insektensache als “völligen Unsinn“ tituliert und zu den “Partnerländer aus den Fortschrittszonen des globalen Südens“ erst gar nichts gesagt hat.

Aber du hast schon recht, du spazierst frohen Mutes auf deinem Holzweg weiter. Natürlich darf es unter keinen Umständen Vermögens- und Erbschaftssteuer geben, denn das würde sich wohl negativ auf die Spendenbilanz auswirken. Und dass von der neuen Sozialhilfe (Mindestsicherungsreform, Anm.) auch nicht abgewichen wird, liegt eben auch auf der grünen Hand bzw. dem Holzweg.

Ich fürchte fast, dass du früher oder später mit einer derartigen Einstellung die Partei wieder zurück in ihr natürliches Umfeld von etwa 20 Prozent zurückführen wirst. Weil es ist ja nicht nur Wien nicht deppert, sondern die Leut insgesamt nicht. Ewig nur Blabla und selbst das noch durch den Message Control Filter gejagt, wird auf die Dauer zu wenig sein.

Wenn du schon vom Holzweg aus eigener Kraft nicht runterkommst, dann ist das konsequente Weitermarschieren schon auch eine Alternative. Besonders hübsch finde ich hier das Ausspionieren der Kranken. Das wird dem Wahlvolk sicher gut gefallen, wenn es sich zb mit letzter Kraft in die nächste Apotheke schleppt und dabei übersieht, dass dies außerhalb der ärztlich angeordneten Ausgehzeiten passiert.

Wie kann man sich das eigentlich vorstellen? Wer geht denn da spionieren? Ein Kollege des Kranken, also ein Entsandter des Arbeitgebers? Oder ist es jemand von der Krankenkasse selber?

Wie sind diese Spione ausgebildet? Ob da ein WIFI-Kurs ausreicht, wage ich fast zu bezweifeln. Ich habe dir schon eine Liste der “Spy schools around the world“ herausgesucht, weil im angekicklten BVT wird man für eine derartige Ausbildung eventuell nicht mehr fit genug sein.

Es trifft sich natürlich besonders blöd, dass der VfGH das Überwachungspaket, insbesondere den Bundestrojaner gekippt hat. Den hätte man ja jedem Kranken vielleicht auch dezent unterjubeln können und sich so die Spione erspart.

Ja, du hast es sicher nicht leicht. Gefangen zwischen hoffnungsfrohen Spendern und ebensolchen Wählern. Du wirst dich entscheiden müssen, denn auf die Dauer wirst du die einen oder die anderen verlieren.

Good Luck!
Die Kickl

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