#Brieferl No.280 – Der 3-Millionen-Test-Deal




Lieber Cousin Herbert,
weißt du, was mir in letzter Zeit im öfter durch den Kopf geistert? Eigentlich war die FPÖ goa ned schlecht. Nein nein, bitte jetzt nicht missverstehen und zudem Inhalt mit Mindestmaß an Vertrauen zu verwechseln!

Es war aber doch von jeher so: wofür die FPÖ steht und dass sie dem einen oder anderen Posten nicht abgeneigt war, wussten alle. Spätestens seit der Anfrage für ein Sponsoring der Hühnerweitflug-Meisterschaft und dem legendären „The world in Vorarlberg ist too small auf Vizekanzler-Briefpapier inklusive Wappen der Republik mit dem handschriftlichen „a.D.“ (außer Dienst)-Zusatz wissen alle, wie der blaue Hase läuft.

Das kann einem dann gefallen oder eben auch nicht. Doch zumindest weiß man, worauf man sich einlässt und ist nicht überrascht, wenn es ein Video aus Ibiza gibt.

Aber der Basti, der stellt sich ja als eine Art Schwiegermuttertraum dar, als ob er kein Wässerchen trüben und kein Festerplatterl schreddern könnte. Und der herzige Rudi erst! Immer lieb, immer ruhig, nicht so wie seine kreischende Vorvorgängerin, unsere KHB, nicht zu verwechseln mit dem schönen KHG.

Was wäre nun, wenn die gar nicht so lieblich sind, wie sie tun? Im Rahmen des Ibiza-Untersuchungsausschusses kommt ohnehin einiges zutage, was der Volkspartei mit neuem und türkisem Anstrich nicht gar so gefallen könnte. Aber den Grünen, denen traut man definitiv nix zu, was Postenschacher, Freunderlwirtschaft o.ä. betrifft.

Lass uns mal gemeinsam ein bisserl in die Corona-Aktivitäten der amtierenden Regierung schauen, damit wir uns besseres Bild machen können.

„Schau auf dich, schau auf mich“

Du erinnerst dich sicherlich an diese herzige Kampagne, nicht wahr? Fast so herzig wie der Rudi Anschober.

Wie kam es zu dieser Kampagne?

Gerry Foitik, seines Zeichens im Generalsekretariat des Roten Kreuzes für die Bereiche Einsatz, Innovation und Beteiligungen zuständig, hatte bereits eine Kampagne am Köcheln, als die Bundesregierung laut darüber nachdachte, die Leute auf das Kommende vorzubereiten.

Nachdem offenbar Herr Foitik selbst nicht die zündende Idee hatte, war es gut, dass es Martin Radjaby gab. Dieser nämlich hatte eine Idee zur Verfügung gestellt, die letztlich dem Roten Kreuz zu 15 Millionen Euro verhalf. Für die Kampagne versteht sich!

Das Rote Kreuz und die Grünen

Dieser Martin Radjaby ist ein interessanter Mann. Aktuell wird er als Hoffnungsträger für die Führungswahl 2021 im ORF gehandelt, was nicht verwundert, haben wir ihm doch unter anderem die Ö3-Wundertüte oder das „Team Österreich“ zu verdanken.

2011 war er Kommunikationschef der Grünen Bundespartei und wurde 2015 Geschäftsführer jener Agentur, die für die Grünen zuständig war, unter anderem auch für den Präsidenschaftswahlkampf von Alexander Van der Bellen. „Dessen Wahlkampfmanager, Kommunikationsberater Lothar Lockl, ist heute Fraktionschef der Grünen im ORF-Stiftungsrat.“

Also gar nicht schlecht, dass der Herr Foitik offenbar Herrn Radjaby kennt.

Lang lebe der Wintertourismus

Wie wir heute offiziell erfahren haben, gibt es ein internes Ideenpapier von oben genannten Herrn Foitik, dass man im halt Winter ein bisserl weniger testen könnte, was sich positiv auf die Fallzahlen und eventuelle Reisewarnungen auswirken würde. Das käme wiederum dem Tourismus zugute.

„Wenn Zahlen eine Zeitlang sinken, aber immer noch zu hoch sind für eine ‚grüne‘ Einschätzung der EU-Partner, könnten wir innerhalb weniger Tage aufhören, Kontaktpersonen ‚1‘ zu testen: Die Inzidenz sinkt dann sofort um 500 täglich (absolut – Zahlen der vergangenen Woche) bei gleichzeitigem leichten Sinken der Positivitätsrate (vermutlich).“

Da hat er zweifelsohne recht, der Herr Foitik.

Der 3-Millionen-Test-Deal

Nun wurde mir zudem etwas zugetragen, das die Plausibilität dieser Idee nochmals unterstützt.

Es gibt hoch entwickelte Corona-Tests, deren Verfahren bereits zum Patent angemeldet ist, und die zudem von einem österreichischen Unternehmen stammen.

Sowohl das BMI, die AGES als auch zwei Beamte des Gesundheitsministeriums (Namen liegen vor) haben dieses Testverfahren geprüft und mit vollster Zufriedenheit anerkannt.

Es wäre ein leichtes für das Rote Kreuz, den Kanzler und den Gesundheitsminister, diese Tests, die übrigens auch in zahlreichen anderen Ländern eingesetzt werden, zu erwerben.

Das aber würde natürlich die neue „Schau auf die Zahlen, schau auf den Tourismus“ – Kampagne weit schwieriger gestalten. Zudem müsste das Rote Kreuz wohl selbst Geld in die Hand nehmen, als diese für ein bisserl Körndl ausstrecken zu können.

Was macht das Rote Kreuz also?

Es kündigt an, eine eigene Teststrategie mit eigenen Tests zu entwickeln.

Wie sollen diese Tests aussehen?

Ziemlich gleich wie jene, die es bereits gibt. Eine mögliche Verletzung des Patentrechtes ist dann vielleicht eben auch eine „juristische Spitzfindigkeit“ und da nimmt man gerne Anleihe beim Kanzler.

Wieviel kostet die Entwicklung der Tests?

Man sagt, das Rote Kreuz soll dafür 3 Millionen Euro bekommen.

Wann werden diese Tests einsatzbereit sein?

Frühestens in 3 Monaten.

Das passt doch schön, nicht wahr?

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




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