Lieber Cousin Herbert,
leider habe ich momentan nicht so viel Zeit zum Brieferl schreiben, wie ich sie gerne hätte. Also fühle dich bitte erstens geehrt und schwelge zweitens in Dankbarkeit, dass ich dir nicht auch das Du-Wort entziehe.
Der schöne Karli ist wahrscheinlich eh nur eifersüchtig, weil du doch der bessere Innenminister warst. Immerhin, das haben wir schon wieder alle fast verdrängt, gab es unter seiner Innenregentschaft ein Terrorattentat. DAS hat es mit dir nicht gegeben!
Interessant übrigens, dass unter dem Mäntelchen der politischen Korrektheit der Name des Attentäters nicht genannt werden durfte. Auch sonst wurde es nur „Terroranschlag“ genannt. Die Folge ist wohl, dass man die Dinge leichter vergisst.
09/11, Charles Manson oder Anders Behring Breivik – man hört die Begriffe bzw. Namen und weiß sofort, worum es geht und ist auch emotionalisiert. Ich halte das für wichtig! (Das ist auch der Grund, warum Versuchstiere keine Namen bekommen. Man soll keine Gefühle für sie entwickeln).
Wir leben aber nun mal nicht in einer Schönwetter-Flauschi-Happy-Peppi-Welt und es ist besser, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, als sie beiseite zu drängen.
Aber ich schweife schon wieder ab …
Basti in New York
Was sagst du zum Basti? Zuerst gerät er in die Schlagzeilen, weil er bei der UNO-Konferenz lieber am Handy und am Ausweis herumfingerlt, dann erzählt er aus sicherer Distanz, dass er eh schon am 3. September von einem Richter zur Causa „mutmaßliche Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss“ befragt worden ist.
Da fragst dich irgendwie schon, ob das wirklich ein Kanzler ist, den sich Österreich verdient hat. Aber sie werden ihn vermutlich wieder wählen. Weil er doch so herzig ist, bald Papa wird und außerdem die Unschuldsvermutung gilt!

