#Brieferl No.345 – Der Vladimir, der Saftsack und die blede Gas (das einzig wahre Protokoll vom Putin-Nehammer-Treffen)





Lieber Cousin Herbert,
es mir nicht anders möglich, als meine kleine Brieferl-Schreib-Pause zu unterbrechen. Aus bestem Grunde versteht sich, denn ich kann dir hier, heute und jetzt das einzig wahre Protokoll des Treffens zwischen Vladimir Putin und Karl Nehammer präsentieren!

Meine Quelle, das wirst du sicher verstehen, kann, darf und werde ich selbstverständlich nicht preisgeben. Was freilich kein Grund ist, an der Authentizität des Protokolls auch nur den geringsten Zweifel zu hegen!

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Vladimir Putin sitzt am Ende seines langen Tisches und liest Zeitung. Hinter ihm stehen ein Sicherheitsmann vom FSB (Nachfolgeorganisation des KGB) und ein Übersetzer.

Es klopft an der Tür. Vladimir sieht hoch und den Sicherheitsmann fragend an, der mit den Schultern zuckt. Es klopft erneut, diesmal lauter und energischer.

Vladimir:          Wer kann das sein?
FSB-Mann:     Der Nehammer Karl wahrscheinlich.
Vladimir:          Kenn ich nicht!
FSB-Mann:     Der Kanzler aus Österreich.
Vladimir:          Ah so. Von mir aus.

Der FSB-Mann deutet dem Türsteher, die Türe zu öffnen. Karl Nehammer tritt energischen Schrittes in den Raum, gefolgt von einem ihm persönlich sympathischen, weil trinkfesten Cobra-Beamten und einem Übersetzer.

Karl geht in Richtung Vladimir, um ihm die Hand zu schütteln, wird aber vom FSB-Mann per Handzeichen auf den Sessel am anderen Ende des Tisches verwiesen.

Karl:  So, Vladimir, da bin ich! Guten Tag!
Oder wie man bei uns sagt: Grüß Gott!
Und jetzt wird einmal Klartext gesprochen!
Vladimir:  Grüß Gott! (auf Deutsch)
Karl: Ah so, ja. Sie sprechen ja Deutsch. Na passt eh!
Also, was ich sagen wollte …
Vladimir zu FSB-Mann:  Я ем это на завтрак (Ya yem eto na saftrak).
Karl zu Cobra-Mann: Wie hat der mich genannt? Saftsack?
Karls Übersetzer: Ähm, nein.
Karl: Ich habe es genau gehört!
Karls Übersetzer: Frühstück! Er sprach davon, Sie zum …
Karl: Papperlapapp! Ich hab ja nix auf den Ohren!
Huach zua, Vladimir!
Die rote Linie ist überschritten!

Vladimir blättert gelangweilt in der Zeitung.

Karl zu Cobra-Mann: Hört mir der überhaupt zu?
Cobra-Mann: Vielleicht solltest du das mit der ROTEN Linie nochmals betonen. Der ROTE Platz ist eh in der Nähe.
Karl (schreit hinüber): Vladimir, die ROTE Linie ist überschritten.
Vladimir: Да (Da).
Karl (schreit): Ja eben! Und wann wird endlich zurück geschritten?

Vladimir blättert seine Zeitung um. Der FSB-Mann wirft einen strengen Blick auf den Karl.

Karl: Was mach hier eigentlich?
Warum bitte bin ich überhaupt hier?
Damit ich dem beim Zeitung lesen zuschau?

Der Cobra-Mann schaut den Übersetzer an, der die Bilder an den Wänden bewundert.

Übersetzer flüstert zu Cobra-Mann: Da hat ihn die Kathi reingrittn, die blede Gas!
Vladimir: Ah, Gas!
Karl: Ja genau! Ich habe echt keine Lust zu frieren!
Österreich darf nicht Sibirien werden!
Vladimir: Dann wir sind uns einig! До свидания мой друг (Do svidaniya moy drug)
Karl zu Übersetzer: Druck? Was redet er da von „Druck“?
Will er jetzt den Druck in den Pipelines reduzieren?
Übersetzer: Freund! Er bezeichnet Sie als „Freund“!
Karl: Na, da hab ich echt Glück gehabt.
Hat sich schon ausgezahlt, dass ich hier war!
Karls Übersetzer an Vladimir: До скорого, товарищ (Da skorowa, tawarisch)
Karl: „Tawarisch“ is gut, des kenn ich! Jo passt!
Und jetzt gemma wieder, bevor er noch auf Ideen kommt!

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Und so kam es, dass die russische Nachrichtenagentur TASS in ihrem Bericht über das Treffen unter anderem schrieb:

„on the other hand, discussion of gas issues cannot be ruled out either, because this topic is very, very relevant for the Austrian side“.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela



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