#Brieferl No.205 – Geldi, Geldi, Geldi




Lieber Cousin Herbert,

Geld ist ja nicht nur da, um eingenommen und flugs wieder ausgegeben zu werden, es ist auch Inspiration in der Kunstwelt. Man denke an “Nur a Geld nur a Geld ist das schönste auf der Welt“.

Bevor man das schöne Geld aber besingen kann, ist es besser, wenn man welches hat. Und das dann sich selbst und seinen Freunden wie Verbündeten zukommen lassen kann. Lass uns mal kurz die Geschichte des Geldes im türkis-blauen Kontext beleuchten.

Wie wir aus dem Brieferl No.70 wissen, gönnten sich die türkis-blauen Helden 63,4 Millionen / Jahr für Sonderbudgets und persönliche Ratgeber.

Seit dem Brieferl No.189 wissen wir auch, dass der Bumsti, als er noch die Funktion des Sportministers bekleiden durfte, 254.000 Euro für Gratulationen an österreichische Sportler verpulvert hat.

Davon, dass ihr von FPÖ 116.000 Euro für Inserate in rechten Medien ausgegeben habt, will ich erst gar nicht anfangen.

FPÖ-Regierungsmitglieder inserierten um 116.000 Euro in rechten Medien

Auch, dass Univ.Prof. Dr. Josef Trappel meint

“wenn Medien strikt nur Parteiinteressen verfolgen und Fakten verdrehen, besteht kein Anlass, denen auch noch Förderungen zukommen zu lassen. Das schadet einer Demokratie und stärkt sie nicht“,

wollen wir mal ignorieren. Diese Studierten wissen ja immer alles besser als so mancher Volks(ver)treter.

Jetzt sind in Bastis ehemaligem Kanzleramt noch mal 20 Millionen aufgetaucht, mutmaßliches “Körberlgeld“ für seine Kürzlichkeit.

“Das Kanzleramt verfügt also laut den Dokumenten über 20 Millionen Extrageld im Jahr 2018. […] Es soll beispielsweise zur Bezahlung externer Berater und für politische Eigenwerbung dienen.“

Noch mehr mutmaßliches „Körberlgeld“ für ÖVP-Kanzler Kurz

Dagegen sind die läppischen 300.000 Euro, die für das “Familienfest“ ausgegeben wurden, eh fast nix. Dass es Steuergeld war, ist auch blunzn. Außerdem hatte ja da Bevölkerung explizit etwas davon, sofern man denn hingegangen ist.

Jetzt kommt es aber noch besser: beim diesjährigen Stadtfest am 31. August werden nicht nur 400.000 Euro verbraten – nein, es werden auch 5.000 Euro als Siegerprämie für die eigene Castingshow in die türkise Hand genommen!

Wiener ÖVP lädt zur teuren Show

Ich bin begeistert! Nicht nur, dass die innovative Idee einer Casting-Show endlich auch bis zu den türkisen Helden durchgedrungen ist! Es ist doch Idee, dass man dort 5.000 Euro absahnen kann, die wirklich motiviert.

Ich überlege, ob ich antreten soll. Für den Bereich Musik habe ich mir folgende Lieder mit schleimigen Texten überlegt:

1) Geldi, Geldi, Geldi

Wer kennt nicht ABBA? Eben! Und wer kennt nicht “Money, Money, Money“? Eben!

Der Originaltext im Refrain lautet:

Money, money, money
Must be funny
In the rich man’s world
Money, money, money
Always sunny
In the rich man’s world

Was hältst du davon?

Geldi, Geldi, Geldi,
für mi selbi
das is wos i will
Geldi, Geldi, Geldi,
i bin a Heldi
und da Basti aaaa

2) Basti Basti Basti

Inspiriert vom Juror Klaus Eberhartinger würde mir auch eine alternative Version vom “Burli“ gut gefallen.

Burli, Burli, Burli, mein Gott, ist unser Burli siaß.
Der Burli hat links und rechts drei Uhrli
Am Kopf hat er a Schwammerl, zwölf Zech’n auf die Fiaß
Mein Gott, ist unser Burli siaß.

Mein Vorschlag zum Casting wäre:

Basti, Basti, Basti, mein Gott ist unser Basti toll.
Der Basti hat überall viel Freunde
Die geben ihm viel Geldi, das er verbrät hier voll
Mein Gott ist unser Basti toll.

3) Basti, Basti

Es könnte durchaus sein, dass auch besonders viele Kinder wieder mit im Publikum sind. War beim Familienfest auch so und wenn ich nur an die liebe Linda mit ihrem herzergreifenden Brief denke …

Um auch das junge Publikum auf meine Seite zu ziehen, würde ich eine Neuversion von “Heidi“ zum besten geben.

Das Original ist relativ fad:

Heidi, Heidi
Deine Welt sind die Berge
Heidi, Heidi
Denn hier oben bist du zu Haus‘
Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein
Heidi, Heidi,
Brauchst du zum Glücklichsein

Mein Basti-Spezial-Version würde lauten:

Basti, Basti
Deine Welt sind die Rei-ei-chen
Basti, Basti
Denn bei denen bist zu Haus
Dunkle Kanäle, türkise Spender im Sonnenschein
Basti, Basti
Brauchst du zum Glücklichsein

4) Bastilein

Das ultimative Einschleim-Lied stammt für mich jedoch von den Wildecker Herzbuben. Du ahnst es schon, nicht wahr? Herzilein!

Der Text der Wildecker Herzbuben lautet:

Herzilein
du mußt nicht traurig sein
ich weiß
du bist nicht gern allein
und schuld war doch nur der Wein
-und du sagst sicher:
Spatzilein
ich werd‘ dir noch einmal verzeih’n.
Die Hauptsache ist
du kommst heim
– so kann nur ein Engel sein.

Mein Basti-Einschmeichel-Text soll sein:

Bastilein
du mußt nicht traurig sein
ich weiß
du bist nicht gern allein
doch das musst auch nicht sein
-und du sagst sicher:
Spatzilein
ich muss doch nix entleih‘n
Die Hauptsache ist
das Geld kommt heim
– so kann nur ein Spender sein.

Was meinst du? Wie stehen meine Chancen für den großen Preis?

Ich finde jedenfalls, dass sich alle, die sich mit ähnlichen Gedanken tragen, unbedingt anmelden sollten. Gerne darf jeder, der sich anmeldet, meine Texte verwenden.

Hier ist der Link:
https://mitmachen.stadtfest-wien.at/stadtfest-wien/

Liebe Grüße,
Cousine Daniela

Eine Antwort auf „#Brieferl No.205 – Geldi, Geldi, Geldi“

  1. Ich fürchte so freundliche Texte würden mir nicht einfallen und der Basti käme dann auf die Idee mich zu verklagen, damit er wieder genug Körberlgeld bekommt;)

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