#Brieferl No.231 – Ein Herzblatt für Basti




Lieber Cousin Herbert,

ich weiß nicht so recht, ob ich mich mit freuen oder trauern soll. Ein Minus von fast 9 Prozent einzufahren ist schon eine Leistung. Ja klar, du wirst sicher sagen, dass weder du noch der Norbsi irgendwas dafür können. Das war alles der Bumsti. Zuerst mit seinem Auftritt auf Ibiza, dann noch die Sache mit dem üppigen Spesenkonto. Auch ist es eigenartig, dass die gute Philippa ein derart hübsches Salär bezogen haben soll.

Man munkelt doch, dass der gütig-verzeihende Norbsi, der bisher doch immer die Lebensleistung vom Bumsti in den Mittelpunkt gestellt hatte, diesen von der Partei ausschließen wird. Wenn er das tut, dann frage ich mich, warum er ihn nicht schon VOR abgesägt hat. Wäre das nicht ein explizites Zeichen an die Wähler gewesen? Ich frage mich die ganze Zeit, warum er das nicht getan hat …

Aber egal. Es tut mir auch leid für dich, dass der erhoffte “Schlag aufs Hosentürl“ nicht geklappt hat. Vielleicht probierst du es beim nächsten Mal mit Haxl stellen.

Ich bin jedenfalls fasziniert, dass es der Basti und seine “türkise Buberl- und Mäderlpartie“ wieder geschafft haben.

Nur leider habe ich den Eindruck, dass niemand so recht mit ihm koalieren will. Die Neos täten zwar gerne, können aber nicht. Und bei den anderen sieht es aktuell schwarz und nicht türkis aus.

Aus meiner persönlichen FutureThek habe ich eine Folge Herzblatt ausgegraben, die uns den Basti bei der Wahl seines Koalitionspartners zeigt.

 

Moderator: Begrüßen Sie mit mir … Basti Kurz aus dem Waldviertel! (Applaus) Herr Basti, sind Sie ein typischer Waldviertler?

Basti: Ich bin bitte nicht aus dem Waldviertel, ich komme aus Meidling! Einem echten Wiener Arbeiterbezirk, der auch nimmer lang rot sein wird!

Moderator: Und was machen Sie beruflich, Herr Basti?

Basti: Ich bin Politiker, Staatsmann, Kanzler, alles in einer Person. Ein Heiliger gewissermaßen, anbetungswürdig bis in die Zehenspitzen.

Moderator: Und da haben Sie noch keinen geeigneten Partner gefunden, Herr Basti? Um Himmels Willen,das kann ja gar nicht sein!

Basti: Wenn man so außergewöhnlich ist wie ich es eben bin, tut man sich schwer, ein geeignetes Pendant zu finden. Deshalb bin ich heute hier.

Moderator: Sehr gut. Bitte Ihre Fragen für die Kandidaten hinter der Wand.

Basti: Als Wahlsieger habe ich es ständig mit sich anbiedernden Leuten von anderen Parteien zu tun. Kandidat 1! Was kannst du mir bieten?

Kandidat 1: Tja, lieber Basti. Ich habe dir viel anzubieten. Lass uns den 12-Stunden-Tag wieder abschaffen, die Mindestsicherung ordentlich reformieren und den Blödsinn mit der Krankenkasse noch einmal durchdenken, dann sind wir im Geschäft. Ich verzeihe dir auch, dass du den kranken Norbert Hofer an die Journalisten verpfiffen hast.

Basti: Aha. Ich sehe jetzt schon, dass das nix wird. Kandidat 2, was hast du mir zu bieten?

Kandidat 2: Bei mir steht der Klimaschutz und die Transparenz im Mittelpunkt. Wenn wir ned auch gemeinsam die Korruption und die ganzen Machenschaften in den Griff kriegen, dann wird das nix mit uns, das kann ich dir gleich sagen.

Basti (zum Moderator): Heans, was haben Sie da für Kandidaten für mich ausgesucht? Einen hamma ja noch. Kandidat Nummer 3! Was kannst du mir bieten?

Kandidat 3: Ich verspreche dir, dass ich den Bumsti aus der Partei ausschließe und die Philippa ihr Mandat nicht annimmt. Dem Kickl werde ich ein bisserl die Wadeln viere richten, damit er nicht immer so frech ist. Nach außen hin tu ich jetzt erst mal so, als ob wir nicht mit dir wollten, damit ich nicht auch noch die letzten Wähler vergraule. Aber da es ja mit den anderen beiden Kandidaten eh nix werden wird, sehe ich eine glorreiche rechte Zukunft für uns voraus. Wenn nötig, gemma in Paartherapie.

Basti: Hihihihi.

Moderator: Und jetzt kommt die kurze Zusammenfassung von Susi!

Susi: So lieber Basti, wer soll denn nun dein Herzblatt sein?
Kandidat 1, die sich schon jetzt rendident für die Menschen einsetzen will.
Oder Kandidat 2, der mit dir gemeinsam gegen Korruption vorgehen und das Klima schützen will.
Oder Kandidat 3, der besonnene Versprecher, dem selbst eine Therapie nicht zu viel Arbeit ist.
Tja Basti, jetzt musst du dich entscheiden!

Basti: Ich nehme Kandidat 3, weil ich fest davon überzeugt bin, dass jetzt alles anders und viel besser ist. Und er schon schon machen, was ich will. Immerhin habe ich ihm 258.000 Wähler abgeknöpft. Das wird schön. Wir werden harmonieren wie in alten Zeiten!

Moderator: Und hier ist Ihr …… Herzblatt!

Bussi links, Bussi rechts, Bussi links und selige Umarmung garniert mit männlichem Schulterklopfen.

Moderator: Gratulation! Sie fliegen mit dem Herzblatt-Hubschrauber nach Ibiza. Dort werden Sie mit einem Sangria, dem typischen Nationalgetränk begrüßt. Viel Spaß und bis nächste Woche!

Basti und Kandidat 3 verschwinden in trauter Eintracht und murmeln: Den roten Sangria können sie sich auf den Bauch hauen. Wir nehmen uns a blaue Sau mit.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela




7 Antworten auf „#Brieferl No.231 – Ein Herzblatt für Basti“

  1. Geh, Frau Kusin, was bist denn so grauslich zur Fipsi? Die hat ja jetzt eh ein nervliches Wrack daheim. Und viel Worseg wird auch nimmer drin sein. Sie tuhut mihir ja sooo leiheid!

  2. Ich lese ihre Briefe mit großer Begeisterung, mit ihren humorvollen Betrachtungen der österreichischen Innenpolitik helfen sie mir dieses geschleime und angepatze leichter zu ertragen.
    So sehr ich es mir auch wünsche dass Basti weniger Stimmen bekommen hätte, so sagt das aktuelle Ergebnis des BMI leider was anderes.
    https://wahl19.bmi.gv.at/
    Freue mich schon auf ihre kommenden Briefe

  3. Das mit den weniger Stimmen als 2017 stimmt halt so nicht, bzw. ist noch nicht heraussen. Der Vergleich Äpfel (2017 incl. Wahlkarten) mit Birnen (2019 noch ohne Wahlkarten) ist untauglich.

    Bei all dem Witzigen würde ich Fake News doch den Rechten überlassen.

    1. 1) Ich hatte „nach aktueller Auszählung“ geschrieben, weshalb es sich nicht um Fake News, sondern um eine Momentaufnahme handelte. Bitte genau lesen.
      2) Ich habe es bereits adaptiert.

  4. Wahlbeteiligung wohl niedriger als 2017

    So schaute es aus. Es waren rund 5 Prozent weniger an der Urne:

    Erst nach Auszählung der Brief- und Wahlkartenwähler steht dann auch die Wahlbeteiligung fest. An den Urnen wurden gestern 3.877.129 Stimmen abgegeben – das ist eine Wahlbeteiligung von 60,61 Prozent. Zusammen mit den Briefwahlen wird ein Anstieg der Wahlbeteiligung auf 75,5 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zur Nationalratswahl von 2017 wäre das allerdings immer noch ein recht deutlicher Rückgang – damals wählten 80 Prozent.

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