#Brieferl No.336 – Zwei wie Pech und Schwafel





Lieber Cousin Herbert,
na bitte! Es ist vollbracht, vorerst zumindest! Weg ist der Basti aus allen politischen Ämtern!

Der arme Basti! Opfer ist wieder einmal geworden, hinausgemobbt hat man ihn fast!

„Ich habe Politik immer verstanden als einen Wettbewerb der besten Ideen und in den letzten Monaten war aber mein politischer Alltag kein Wettbewerb der besten Ideen mehr, sondern viel eher die Abwehr von Vorwürfen, von Anschuldigungen, von Unterstellungen und von Verfahren!“

Da kann er direkt froh sein, dass der kleine Konstantin jetzt da ist! Der hat ihn aus den Fängen der bösen Politik, aus dem „Gefühl, gejagt zu werden“ befreien können!

Ohne Basti mag auch der Blümel nimmer

Es ging mir doch sehr zu Herzen. Auch unser Blümerl hat sich aus der Politik verabschiedet! Gemeinsam waren sie aufgestiegen und haben nun gemeinsam die Hüte gezogen. Und auch beim Gernot waren es selbstverständlich die beiden eigenen Kinder, die ausschlaggebend waren.

So eine Freundschaft in guten wie in schlechten Zeiten hat beinahe etwas emotional-romantisches. Ob die beiden künftig weiterhin beruflich miteinander verbunden bleiben? Der Basti soll möglicherweise nach Irland zu einem High-Tech-Konzern gehen.

Na bitte nicht! Ich mag ihn nicht in meiner Nachbarschaft haben! Wenn er wirklich kommt, dann wandere ich aus! Am besten zurück nach Österreich!

Der schwafelnde schöne Karli

Der schöne Karli, nuschelnd vom „Fundament der Werte“ schwafelnd, ist also nun der neue ÖVP Chefi und auch Kanzler. Hurra!

Dass ausgerechnet der Karli, der DIR, werter Cousin, das DU-Wort entzogen hat, jetzt Kanzler ist, ist auch kein gutes Omen, das muss ich schon sagen!

Und eine Kurz-Nachfolgerin haben sie auch schon! Die Claudia Plackolm ist, wie dereinst der Basti, Chefin der Jungen Volkspartei und wird jetzt Staatssekretärin. Nochmal Hurra!

Es ist ja auch absolut nachvollziehbar, dass man in der Verzweiflung auf alle möglichen Pferde setzt: einerseits auf die schwarze Tradition der Bundesländer und ihren Einfluss und andererseits auf die türkis-juvenile Tradition, mit der vielleicht ein neuer Heiland, diesmal in weiblicher Form, aufgebaut werden soll.

Zwei wie Pech und Schwafel

Die Grünen zeigen sich traditionell schmerzbefreit verbiegungsfreudig und finden letztlich gar nichts dabei, dass der große Koalitionspartner mehr mit sich selbst, als mit dem Land oder gar der Pandemie beschäftigt ist.

Das Mantra „wir haben ein Regierungsprogramm und das wird abgearbeitet“ gespickt mit „die Bevölkerung erwartet sich zurecht, dass wir arbeiten“ wird öfter gebetet, als der Prediger von Awakening Austria um Weisheit für den Basti bitten konnte.

Und so kleben sie zusammen, der Werner und der Karli, wie Pech und Schwafel. Es bleibt ja auch nix übrig!

Wenn jetzt Neuwahlen kommen, dann kann die ÖVP froh sein, wenn sie hinter der SPÖ gerade noch Zweiter wird. Wenn sie wirklich Pech haben und du zb die MFGler ins blaue Boot holen kannst, dann sind sie gar Dritter.
Die Grünen können zwar mit dem Klimaticket wacheln, der Lobautunnel ist aber eher als Klientelpolitik zu sehen, die vielleicht nicht einmal dem VfGH standhalten wird.

Insofern haben die beiden fast Glück im Unglück, dass gerade Pandemie ist und sie argumentativ das Land in dieser ohnehin schwierigen Zeit deshalb nicht auch noch in Neuwahlen drängen wollen.

Nun denn. Der „ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss“ wird dennoch kommen und das „koalitionäre Eis“, wie es Ex-Kanzler Schallenberg formulierte, wird wohl wieder dünner werden. Schau ma mal, wie lange Pech und Schwafel noch gemeinsam umherschlittern können oder ihnen vielleicht doch das Wasser bald bis Halse steht.

Liebe Grüße,
Cousine Daniela



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