#Brieferl No.140– Huschi statt Luschi

Lieber Cousin Herbert,

mittlerweile ist es ziemlich huschi geworden. No na, ist ja auch Spätherbst. Da sollte man sich schon ein bisschen wärmer anziehen.

Wirst du eh gut und warm angezogen sein, wenn du morgen zum BVT-Untersuchungsausschuss gehst? Du bist ja ein- bzw. vorgeladen. Ich habe extra für dich das “Handbuch zum Recht der Untersuchungsausschüsse im Nationalrat“ gesucht und gefunden.

Weil ich doch den Eindruck habe, du bist rechtlich irgendwie nicht am neuesten Stand. Wobei man das so eigentlich auch nicht sagen kann, denn beispielsweise das Verbotsgesetz gibt es schon seit dem Jahr 1947. Okay, ist vielleicht schon wieder zu alt, um sich noch damit auseinanderzusetzen.

Du hattest nämlich in der parlamentarischen Anfrage am Mittwoch, 21. November folgenden Satz von dir gegeben:

“… werden dann auch noch die Begriffe Rechtsextremismus, Neonazi – alles Dinge, die unsere Rechtsordnung im Übrigen in der Form NICHT kennt, dass das jetzt Straftatbestände wären …“

Ja, ich weiß eh. Das ist alles nicht so leicht mit den Gesetzen. „#Brieferl No.140– Huschi statt Luschi“ weiterlesen

#Brieferl No.139– Das Bananenparlament

Lieber Cousin Herbert,

endlich kann ich nach einer Woche wieder ein Brieferl schreiben.
Ich hoffe, du freust dich, wenngleich ich den Eindruck habe, dass du mir nicht so wohlgesonnen bist wie ich dir. Sonst hättest du wohl nicht so schnell das Weite gesucht, als ich dich diesen Mittwoch in der Nähe der Cafeteria im Parlament ausgemacht hatte.
Das ist natürlich der Vorteil eines Triathleten. Da kann man schon flott und dringlich zur nächsten Anfrage tschörteln. Ist ja auch irgendwie suboptimal, einen sogar vom Bundesheer “entorderten“ Rechtsextremen aus dem Umfeld Gottfried Küssels zu beschäftigen, und das auch noch im BVT-Untersuchungsausschuß.

Es sind jedenfalls nicht alle so humorbefreit wie du. Wenngleich das Video mit dem Räderwechsel, der lediglich ein Reifenwechsel war, schon ausnehmend lustig gewesen ist. Und da hast du doch auch mitgemacht.

Der Winter naht. Also bitte Reifen wechseln, bevor er am Wochenende zuschlägt. Wir zeigen, wie schnell das erledigt sein kann 😉

Geplaatst door Herbert Kickl op Vrijdag 16 november 2018

 

Vielleicht haben sie dir das Video vor der Veröffentlichung nicht gezeigt und es ist quasi durchgerutscht. So wie das Ali-missbraucht-die-ECard-Video, für das auch keiner verantwortlich sein wollte. Wenigstens war die SMS wirklich ein Irrläufer bzw. ein Vertippsler vom Witzekanzler, in der er hilfesuchend um Meinungen zu „Wie sollen wir einen 4. Direktor argumentieren, wenn dieser keine Arbeit mehr hat?“ gebeten hatte.

https://derstandard.at/2000091449332/Pechvogel-Strache

Zufälligerweise habe ich dazu eine witzige Studie aus dem Jahr 2002 gefunden. „#Brieferl No.139– Das Bananenparlament“ weiterlesen

#EU28wks – Woche 26 – Rumänien

Gemeinsam mit Bulgarien trat Rumänien am 1.1.2007 der EU bei. 2014 wurde der europäische Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet, was unser Bumsti gar nicht gut fand.

https://www.trend.at/news/oesterreich/strache-arbeitsmarktoeffnung-bulgaren-rumaenen-369909

Weder war ich jemals in Rumänien, noch weiß ich sonderlich viel über dieses Land. Zumindest hatte mein Auto in Österreich ausgezeichnete und nette Mechaniker, die aus Rumänien waren.

Für mich ist Rumänien immer für zwei Dinge berühmt gewesen: das Delta, in dem unsere Donau ins schwarze Meer mündet und Transsylvanien. Transsylvanien finde ich wesentlich spannender, was wir Bram Stoker und seinen Geschichten um Graf Dracula zu verdanken haben. Und „jenseits des Waldes“ ist faktisch alles möglich.
Der Name “Siebenbürgen“ gefällt mir ja nicht so, weil da der mystische Flair, der mit Vlad Dracul einhergeht, perdu ist. „#EU28wks – Woche 26 – Rumänien“ weiterlesen

#Brieferl No.138– Eine neue Sportart

Lieber Cousin Herbert,

es war am Montag, den 12. November 2018, 5 Uhr und 45 Minuten. Ja, tatsächlich 5 Uhr, nicht 17:00. 5:45 in aller Herrgottsfrühe, als selbst die Hühner noch schliefen, aber eine schon munter war: unsere KHB (nicht zu verwechseln mit dem schönen KHG), auch bekannt als das Gelbe im faulen Regierungsei.

Um diese noch hühnerlose Zeit hat KHB ganz Österreich via Presseaussendung wissen lassen: “Die Notstandshilfe bleibt“

Sie ist schon sehr herzig, die KHB. Immer wieder lehnt sie sich aus dem sozialen Fenster, vermutlich weil sie irgendwann am Gehaltszettel gelesen hat, dass sie doch auch als “Sozialministerin“ engagiert wurde. Sie hatte bereits am 2. Jänner in der ZIB2 erzählt: “Also gleich ganz deutlich: Hartz IV wird es bei mir nicht geben.”

Der optimistische Mensch könnte ihr tatsächlich glauben und das Unheil ebenfalls bei der SPÖ orten, die “gezielte Verunsicherung betreibt“. Blöd nur, wenn wir uns daran erinnern, dass unsere KHB wenige Tage später, am 5. Jänner, vom Bundesmaturanten die Flügel zurecht gestutzt bekam.

“Wer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe, bekomme die Mindestsicherung, stellte Kurz klar. Dies bedeutet das geplante Ende der Notstandshilfe.“

Meinst du, hat KHB ihre Meldung ob der Hoffnung auf postpubertäres Langschläfertum vom Basti so früh geschickt? Das ist so ähnlich wie bei kleinen Kindern. Die halten sich gerne die Augen zu und meinen, man sieht sie nicht. Kann eh sein, dass der Basti das verschlafen hat. Zumindest hat er noch nix dazu gesagt. Aber das darf uns nicht irritieren, ist er doch grundsätzlich eher auf der schweigsamen Seite. „#Brieferl No.138– Eine neue Sportart“ weiterlesen

#EU28wks – Woche 27 – Kroatien

Kroatien ist das bisher jüngste Mitglied der Europäischen Union, und zwar seit dem 1. Juli 2013. In der Eurozone ist Kroatien noch nicht mit von der Partie, weil die Konvergenzkriterien noch nicht erreicht sind. Auch beim Schengener Abkommen, das die Reisefreiheit innerhalb zwischen den Ländern ohne Grenzkontrollen erleichtern soll, ist Kroatien noch nicht dabei.

Andererseits soll es gerüchteweise Länder geben, die zwar im Schengenraum sind, aber dennoch wieder Grenzkontrollen einführen. Was vermutlich daran liegt, dass so manche Routenschließung nicht so geklappt hat, wie deren Schutzheiliger das gerne erzählt.

Ich selbst war ein einziges Mal in Kroatien auf Urlaub, etwa 1981 oder 1982, als das Land noch Teil Jugoslawiens war. Die Autofahrt von Wien nach Pula war lang und aufregend gewesen und hatte mich mit einem Schriftzug konfrontiert, der mich zutiefst beeindruckt hat:

http://www.kroatien-netz.de/kroatien-foto-75819.htm?image_id=75819&mode=search

Ich stellte mir die Frage, was wohl an diesem Tito so besonders war, dass er dermaßen bedacht wurde. Eine äquivalente Ehrung am Schneeberg oder Großglockner für Bruno “Sonnenkönig“ Kreisky dachte ich an, verwarf die Idee jedoch mangels familiärer Zustimmung wieder. „#EU28wks – Woche 27 – Kroatien“ weiterlesen

#Brieferl No.137– Ein-Jahres-Jubiläum

Lieber Cousin Herbert,

jetzt ist es schon wieder genau ein Jahr her, dass ich dir das erste Brieferl geschrieben habe. Du hast eh alle gelesen, oder etwa nicht?

Lässt sich jedenfalls irgendwie schwer überprüfen. Genau wie diese “Am Schulhof ist nur noch deutsch zu sprechen, jawolllll“ – Initiative vom Manfred Haimbuchner. Ich verstehe ja, dass er gerne hätte, dass jeder alles verstehen kann. Wobei, wenn man konsequent ist, man dann auch Dialekte abschaffen müsste.

Ab sofort sollte es deshalb es keine mieselsüchtigen Grantscherben, sondern nur noch schlecht gelaunte, verdrießliche Menschen geben. Und der Bahöl kann auch gleich in Gatsch hupf‘n.

Ich frage mich, wie genau sich der Herr Haimbuchner die Kontrolle und auch die Strafmaßmaßnahmen bei Zuwiderhandeln vorgestellt hat. Gar nicht wahrscheinlich, weshalb ich wieder einmal helfend eingreife.

Für die Kontrolle schlage ich vor:

– Einrichtung eines freiwilligen (!) Spitzelwesens innerhalb der Schülergemeinschaft, Projektname “Blockwart 2.0“

– Herzige Miniponys mit Abhörgeräten auf Schulhofstreife. Die werden von allen gestreichelt, weil sie so herzig sind. Daher können sie sich den Verdächtigen gut annähern und mitlauschen.

– Bekanntmachung der Gratis-App “Troja Quest“, die wegen des herzigen Pferderls am Logo eh jeder freiwillig herunterlädt und die das hinterrückse Installieren des spionierenden Bundestrojaners obsolet werden lässt.

Auch für die Strafmaßnahmen habe ich Vorschläge für dich bzw. deinen Kollegen ausgearbeitet:

– Durchführen von Gehsteigreinigungen (die Gehsteige können ja doch nie sauber genug sein), Projektname “Reibpartie 2.0“

– Wöchentliche Singkurse mit Udo Landbauer. Damit der Umgang mit der deutschen Sprache gefestigt wird.

– 100 Mal “Das Land bekennt sich zur Heimatpflege durch das Bewahren der landestypischen Brauchtümer und Traditionen“ schreiben. Handschriftlich, versteht sich. „#Brieferl No.137– Ein-Jahres-Jubiläum“ weiterlesen

Haus der Verantwortung

Unlängst wurde ich gebeten, meine Stellungnahme zum Geburtshaus von Adolf Hitler abzugeben, das zum „Haus der Verantwortung“ gemacht werden soll.

Als interessant und traurig zugleich empfinde ich, dass der Fragende zwar sehr institent auf meine Beantwortung gedrängt, jedoch diese dann seinerseits nicht mehr beantwortet hat. Vielleicht war meine Antwort nicht die, die er lesen wollte …

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Sehr geehrter Herr,

ich danke Ihnen für die Ehre, diese schwierige Frage auch beantworten zu dürfen. Ich musste erst in Ruhe darüber nachdenken, weshalb ich erst jetzt antworte. Hier meine persönliche Ansicht.

Die Idee vom „Haus der Verantwortung“ gefällt mir gut, die der „Stadt der Verantwortung“ nicht. Eine Stadt und damit deren Bewohner, die wirklich nichts dafür können, verantwortlich zu machen, sie Verantwortung tragen zu lassen, kann zu einer Last werden. Diese Last kann ins Gegenteil umschlagen, nämlich dass man entweder von der ganzen Angelegenheit gar nix mehr hören will oder noch schlimmer, nach dem Motto „wenn mich schon alle für einen Nazi halten, dann kann ich auch gleich einer sein“,
Man darf Menschen nicht beladen mit etwas, wofür sie nichts können. Weder in der einen noch in der anderen Richtung.

Beim Abendessen habe ich meinen 15-jährigen Sohn, der Adolf Hitler mit den Eckpunkten natürlich kennt, gefragt, was er denn tun würde, wenn er in Braunau spazieren ginge und plötzlich vor dem Geburtshaus stünde. Er hat gemeint: ich würde hineingehen und herausfinden wollen, wie er zu solch einem Monster geworden ist. „Haus der Verantwortung“ weiterlesen

#Brieferl No.136– Die Henne und das Ei

Lieber Cousin Herbert,

auch wenn, oder gerade weil du gestern in die USA gereist bist, sollst du nicht ohne Lesestoff in Form verwandtschaftlicher Korrespondenz auskommen müssen.

“Mir ist wichtig, den von Österreich eingeleiteten Paradigmenwechsel
in den Bereichen Schleppereibekämpfung, EU-Außengrenzschutz
und Asylpolitik weiter voranzutreiben”

Warum eigentlich? Hat es mit der Schließung der Balkanroute doch nicht so geklappt, wie sich der Basti das vorgestellt hatte? Wahrscheinlich, sonst müsstest du dich jetzt nicht so ins Zeug legen.

Weißt du, was ich mich grundsätzlich frage?
Wer von euch beiden, also dir und dem Basti, ist eigentlich die Henne und wer das Ei?
Ich erkläre dir auch gleich, warum mich diese Frage überhaupt beschäftigt.

Grundsätzlich könnte man doch annehmen, dass der Basti als Kanzler die Henne ist, die das ministeriale blaue Ei, also dich, gelegt hat. Nun ist mir aber folgendes aufgefallen: „#Brieferl No.136– Die Henne und das Ei“ weiterlesen

#EU28wks – Woche 28 – Das Vereinigte Königreich

Ist es Zufall oder Schicksal, dass die 28 Wochen bis zur Wahl des europäischen Parlaments am 5. November starten?
Und dass die Nummer 28, die es wohl bald nimmer in der EU geben wird, das Vereinigte Königreich ist?

Remember, remember!
The fifth of November,
The Gunpowder treason and plot;
I know of no reason
Why the Gunpowder treason
Should ever be forgot!

Den Mann hinter dem Gunpowder Plot ist Guy Fawkes.
Wegen seines Vorhabens, so sagt man sich, er ist der einzige Mann, der je mit ehrlichen Absichten ins Parlament ging.

Ich selbst habe vom Gunpowder Plot durch den Film “V wie Vendetta“ erfahren. Früher habe ich dieses Meisterwerk mit der Distanz einer in einem stabilen, demokratischen Staatsgefüge eingebetteten Bürgerin durchaus beklemmend empfunden.
Wenn ich ihn mir heute Abend, wie an jedem 5. November, wieder anschauen werde, dann mit dem Wissen, dass faschistische Dystopie auch wieder zur bitteren Realität werden kann.

Das Vereinigte Königreich trat am 1. Jänner 1973 gemeinsam mit der Republik Irland der Europäischen Union bei. Sie waren damit Nummer 8 und 9 seit Gründung der EU, auch wenn sie damals noch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft war. „#EU28wks – Woche 28 – Das Vereinigte Königreich“ weiterlesen

#Brieferl No.135– Der Polit-Algorithmus

Lieber Cousin Herbert,

wegen der vielen anderen Arbeiten, die zu tun waren, komme ich erst jetzt dazu, mit dir dein Interview mit dem Kurier zu besprechen.

Wirst du eigentlich dem Standard oder dem Falter auch ein Interview geben? Weil doch damals in der Elektropost eines deiner Mitarbeiter gestanden ist, dass die Kommunikation mit “kritischen Medien“ wie eben Kurier, Standard und Falter “auf das nötigste Maß“ zu beschränken seien.

Das Kurier-Interview finde ich nicht wirklich erquickend, dafür jedoch die Tatsache, dass die Reporterin das Handy abgeben musste, bevor sie mit dir sprechen durfte. Diese Abgabe-Regelung soll ja sogar für deine Mitarbeiter gelten.

Warum denn? Angst vor dem eigenen Überwachungspaket?
Oder heimlichen Aufnahmen im Büro?
Hast du gar auch irgendeinen Reichsadler hängen, der nicht der aktuelle ist?
Oder tönen fidele Oldies aus der ministerialen Stereoanlage? „#Brieferl No.135– Der Polit-Algorithmus“ weiterlesen