#Brieferl No.45 – Martini, Mann und Abgesang

Liebe Cousine Herberta,

heute wird wieder einmal der Weltmännertag gefeiert. Wobei „gefeiert“ wohl nicht der treffende Ausdruck ist, „begangen“ trifft es vermutlich besser.

Irgendwie habe ich das Gefühl, wir Männer sind so etwas wie Menschen zweiter Klasse. Die Deppen der Nation, nein der Welt. Und das gleichsam seit Anbeginn der Zeit. Da wurde schon Eva von der einzigen Göttin erschaffen und der Adam einfach aus ihrer Rippe geschnitten. Und wen hat die Schlange im Paradies bezirzt, dass er doch den Apfel nimmt? Den Adam natürlich! Diese einzige Göttin hat dann natürlich eine Tochter in die Welt platziert, die sich auch nur mit Jüngerinnen umgeben hat. Und dem einzig relevanten Mann rund um die Geschichte von Jesuine, der Magdalenus, wurde das Flair des umtriebigen Toyboys umgehängt.

Die ganze Menschheitsgeschichte scheint nur von Frauen geprägt worden zu sein. „#Brieferl No.45 – Martini, Mann und Abgesang“ weiterlesen

#Brieferl No.44 – Der Journalist, die Ukraine, die öffentliche Ordnung und ein Einzelfall

Lieber Cousin Herbert,

na das war ja gestern noch eine Aufregung wegen deines „Journalisten“. Schade irgendwie, dass du auf der Facebookseite keine Korrektur deines Irrtums vorgenommen hast. Aber vielleicht war es ja auch gar kein Irrtum, das wäre natürlich möglich. „Journalist“ klingt eben doch besser als „weisungsgebundener Nachrichtenverbreiter“.

Mir wurde eine herzige Internetseite zugetragen, http://polizeicafe.at/. Das ist „Österreichs einzige Internet-Plattform für literaturbegeisterte Exekutivbedienstete.“ Das finde ich wirklich lieb. Da habe ich auch deinen Journalisten gefunden. Hast du eigentlich gewusst, dass mein Papa, also dein Onkel, auch Polizist war?

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#Brieferl No.43 – Und hysterisch dämmert der Basti …

Lieber Cousin Herbert,

gestern habe ich wieder einmal etwas für‘s Leben gelernt. Zum einen habe ich als agnostische Atheistin (oder wahlweise auch umgekehrt) gelernt, dass zumindest der Papst irgendeine Macht zu haben scheint. Oder war es purer Zufall, dass die ÖVP ein Mandat in Kärnten verloren hat, just, als der Basti beim Papst war? Ich glaube nicht. Bemerke an dieser Stelle bitte unbedingt das Wort „glaube“!

Und dann habe ich noch etwas herausgefunden, was mich leider dazu bewegt, dem Basti den „Sauren Apfel in Bronze“ aus dem letzten Brief für seine Verdienste im Rahmen der #AnswerLikeKurz Kampagne wieder abzuerkennen. Weil er den Preis krankheitshalber nicht verdient! „#Brieferl No.43 – Und hysterisch dämmert der Basti …“ weiterlesen

#Brieferl No.42 – Ehrenzeichen, Cojones erster Güte und saure Äpfel

Lieber Cousin Herbert,

immer wieder stelle ich erstaunt fest, welche Politiker mit Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurden. Jedoch scheint es sich bei der Verleihung solcher Orden mehr um einen Automatismus zu handeln, als um wirkliche und wahrhafte Verdienste. Zumindest, wenn es um Politiker geht. Da scheint es auszureichen, lange genug einen Sessel im Parlament angewärmt zu haben.

So habe ich mir gedacht, ich führe jetzt auch ein Ehrenzeichen ein. Eine Art „Oscar für herausragende Leistungen“. Der Oscar ist nicht nur ausnehmend cool, er hat auch einen ungeliebten Gegenspieler, die Himbeere. Jedes gute Drama hat ja immer den Protagonisten und den Antagonisten. Ich muss mich an dieser Stelle beim Matthias Strolz bedanken, der mich mit seiner flammenden Rede inspiriert hat.

Wie auch beim Oscar werden hier die Gründe für die jeweilige Verleihung in Form von filmischen Ausschnitten präsentiert.

* Trommelwirbel * bumm bumm bumm * „#Brieferl No.42 – Ehrenzeichen, Cojones erster Güte und saure Äpfel“ weiterlesen

#Brieferl No.41 – Keine Gastfreundschaft mit Krethi und Plethi

Lieber Cousin Herbert,

dieses fade Thema Rauchverbot – ich muss es noch einmal aufgreifen, weil ich glaube, ich weiß jetzt, warum der Bumsti so dagegen ist.

Dazu muss ich jetzt ein bisschen ausholen. Als Raucherin sowie gelernte Wienerin war ich wenig amüsiert, als ich feststellen musste, dass in Irland in keinem einzigen Restaurant oder Pub geraucht werden darf. Nicht einmal irgendwelche Hinterkammerln gibt es. Man muss tatsächlich vor das jeweilige Lokal gehen. Sehr ungemütlich, um nicht zusagen, eine Zumutung. Das waren meine ersten Gedanken.

Nun gewöhnt man sich ja nicht nur relativ schnell daran, sondern im Gegenteil habe ich sehr schnell die Vorteile einer derartigen Regelung ausgemacht. Zum einen stinken ich und mein Gewand nach einem Restaurantbesuch nicht mehr nach Rauch. Sehr angenehm ist das.
Zum anderen ist das Rauchen vor der Türe immer gepaart mit neuen Bekanntschaften. Da trifft man irgendwelche Menschen, mit denen man sonst wohl nie Kontakt hätte und kann mit denen gemütlich tratschen. Super ist das!

Und ich vermute, das ist der Grund für den Bumsti, warum er das nicht will. In den vielen Jahren, die ich für den Magistrat der Stadt Wien gearbeitet habe, war ich ganz in der Nähe vom Parlament stationiert. Und konnte eine interessante Entdeckung machen. „#Brieferl No.41 – Keine Gastfreundschaft mit Krethi und Plethi“ weiterlesen

#Brieferl No.40 – Die Würde des hohen Hauses

Lieber Cousin Herbert,

heute hast du mir schon wieder leid getan. Da schwingst du eine beschauliche Rede darüber, wie sich die Kriminalität weiter entwickelt und dass alle Überwachungsmaßnahmen nur ein Schutzschirm für die Bevölkerung sind.
Und was machen diese dreisten Abgeordneten der Liste Pilz? Marschieren mit Herbie-Kickl-Masken und Kameraattrappen herum und rollen ihre Transparente mit „Nein zur Überwachung“ aus.
http://www.krone.at/1652847

Du hast es wirklich nicht leicht als Minister. Umso herziger habe ich es gefunden, dass dir der Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka gleich zu Hilfe geeilt ist. Da habe ich mich an Schulzeiten erinnert gefühlt. Da wurde der Klassensprecher auch manchmal zum Klassenvorstand zitiert. Wie im Parlament die Klubobleute zum Präsidenten. Und im Hintergrund lacht der eine oder andere Abgeordnete verstohlen. Das war bei uns in der Schule auch immer so. Besonders heimlich haben immer die gelacht, die selber gerne bei einer coolen Aktion dabei gewesen wären, aber den Mut dazu nicht finden konnten. „#Brieferl No.40 – Die Würde des hohen Hauses“ weiterlesen

#Brieferl No.39 – Mit „Troja Quest“ nach Schasklappersdorf

Lieber Cousin Herbert,

gestern konnte ich leider kein Brieferl schreiben, weil ich eine Freundin aus Schulzeiten zu Besuch hatte. Sie war extra mit dem Flugzeug aus Schottland angereist, damit wir endlich wieder einmal genug Zeit zum Tratschen haben. Ich reise ja auch oft mit dem Flugzeug. Da habe ich so darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn Österreich ein Flugzeug wäre …

Grundsätzlich gehe ich als Flugpassagier davon aus, dass sich die Fluglinie um alles Wichtige kümmert. Also dass der Flieger ordentlich gewartet ist und nicht bei der kleinsten Windböe auseinanderbricht. Kühn wie ich bin, erwarte ich sogar, dass genug Treibstoff an Bord ist. Und dass ich an das Ziel komme, für das ich gebucht habe, liegt sowieso auf der Hand.

Ich stelle mir den Basti als Piloten und den Bumsti als Copiloten vor. Da haben wir Passagiere einen Flug in den Süden gebucht, um gemütlich mit unseren Familien am sonnigen Strand zu spielen. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, gerade angenehm. So dass sich alle, bis auf die ewigen Querulanten, denen eh nie was passt, wohlfühlen können. Ein paar wenige sitzen in der Business Class, der Rest ist Holzklasse. „#Brieferl No.39 – Mit „Troja Quest“ nach Schasklappersdorf“ weiterlesen

#Brieferl No.38 – Wenn sich die Überwachung und ein Blog in Rauch auflösen

Lieber Cousin Herbert,

manchmal frage ich mich, ob hinter so mancher Diskussion geniale Strategie zwecks Ablenkung oder doch schlichtes Unvermögen, im Volksmund auch Blödheit genannt, steckt. Getreu dem Motto „Unter der kleinsten Ministerialdeck‘n kann der größte Depp steck‘n“.
https://derstandard.at/2000074856464/Strache-will-sofort-Volksabstimmungen-aber-OeVP-sei-dagegen

Also muss ich mich notgedrungen jetzt mal kurz mit dem Rauchverbot beschäftigen. Hier eine kurze Chronologie zum Gesetz selbst.

Am 08.07.2015 wurde ein Entschließungsantrag im Nationalrat beschlossen. Was so eine Entschließung ist, steht im Art. 52 (1) B-VG: „Der Nationalrat und der Bundesrat sind befugt … ihren Wünschen über die Ausübung der Vollziehung in Entschließungen Ausdruck zu geben.“
Lustig lustig, denn diese Entschließung hatte die „gewerberechtliche Regelung von Raucherzonen im Freien“ zum Thema. Finde ich gut, denn so wie es in dem Antrag steht, sollte Rechtssicherheit für die Raucherzonen im Freien geschaffen werden, damit die Gastronomen nicht in Schwierigkeiten geraten, wenn plötzlich die Raucher vor der Türe stehen.  „#Brieferl No.38 – Wenn sich die Überwachung und ein Blog in Rauch auflösen“ weiterlesen

#Brieferl No.37 – Herzige Figuren

Lieber Cousin Herbert,

gestern Abend habe ich mich so gefreut, weil ich dich wieder einmal im Fernsehen bewundern durfte. Irgendwie hatte ich nur leider den Eindruck, dass du dich gar nicht richtig wohl gefühlt hast. Du hast sehr unentspannt, beinahe angefressen und, ich möchte sagen, fast aggressiv gewirkt. Das liegt sicher an der Ministerrolle, die ja nicht ganz so gemütlich ist, wie die Opposition. Oder vielleicht daran, dass du nicht mit dem Armin Wolf reden durftest?

Mir sind da ein paar Fragen zu deinen Themen eingefallen …

Zum Thema Überwachungspaket, das du als Sicherheitspaket, nein sogar Schutzschirm für die Bevölkerung, eine Firewall gegen die schwere Kriminalität verscherbeln wolltest:

Warum ist eigentlich die Kriminalstatistik 2017 immer noch nicht da? Probleme bei der Datenverknüpfung? Und warum wurden in der Kriminalstatistik 2016 Playmobilfiguren zur Einleitung der jeweiligen Kapitel verwendet? „#Brieferl No.37 – Herzige Figuren“ weiterlesen

#Brieferl No.36 – Ein Bundestrojaner ist kein Schaukelpferd, Herbert!

Lieber Cousin Herbert,

reichlich angepapperlt ich bin. Dank eurer neuesten Geniestreiche.

Kannst du nicht lieber in München bleiben und dort fröhlich herumreiten, als Österreich in einen Überwachungsstaat zu verwandeln? Denjenigen möchte ich sehen, der sich wegen des „Sicherheitspaktes“ jetzt subjektiv sicherer fühlt.
https://derstandard.at/2000074708694/Regierung-beschliesst-Bundestrojaner-und-Ende-des-Briefgeheimnisses

Weil ich den Eindruck habe, dass du IT-technisch nicht ganz so firm bist, lass dir bitte hier gesagt sein: Ein Bundestrojaner ist kein hölzernes Schaukelpferd im Bundesdienst, Herbert!

Letzten Sommer wusstest du das noch und hast dich auch klar ausgedrückt: „Der geplante Einsatz des Bundestrojaners, der nicht nur die Kommunikation des Verdächtigen, sondern auch die Überwachung aller Daten am Gerät beziehungsweise der Daten auf den Geräten eines Dritten ermöglicht, sei weit über das Ziel schießend.“

Was ist passiert? Amnesie? Demenz? Oder einfach Ministeritis? „#Brieferl No.36 – Ein Bundestrojaner ist kein Schaukelpferd, Herbert!“ weiterlesen