#Brieferl No.4 – Herzliche Gratulation

Lieber Cousin Herbert,

du hast es tatsächlich geschafft! Heute bist du endlich, als Erster in unserer Familie, zum Minister unserer schönen Alpenrepublik angelobt worden. Goa net schlecht! Gratulation jedenfalls, wir sind alle sehr stolz auf Dich. Na ja fast. Mehr oder weniger halt.

Aber wer will schon, jetzt und heute, an diesem Freudentag, pingelig sein. Ich bin auch nicht pingelig, ich verstehe nur manche Sachen nicht.

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#Brieferl No.3 – Die Ehe und noch dazu für alle

Lieber Cousin Herbert,

eigentlich wollte ich ja gar nicht so schnell wieder schreiben. Aber du hattest heute so einen anstrengenden und aufregenden Tag, da muss ich dir schon beistehen.

Diese Ludern von der ÖVP aber auch. Ja genau, die sind schuld, dass die ganzen Schwulen und sogar die Lesben jetzt heiraten dürfen. Was haben die Schwarzen auch für die eingetragene Partnerschaft gestimmt – damals 2009? Und warum ist dir und dem Zahntechniker das nicht schon damals aufgefallen? Aber wahrscheinlich hast du es einfach vergessen. Verständlich, Ihr habt ja alle viel zu tun.

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#Brieferl No.2 – Der Öxit in Reichweite

Lieber Cousin Herbert,

ich könnte wieder einmal nicht stolzer sein, auf dich und den Zahntechniker. Endlich will uns jemand die Möglichkeit anbieten, aus der depperten EU auszutreten.

Hat uns ja bisher nix als Scherereien eingebracht, der ganze Müll. Wie könnten wir nicht heute dastehen, wenn wir uns damals nicht hätten einlullen lassen. Ich meine, so Dinge wie Niederlassungs- und Reisefreiheit, gemeinsamer Binnenmarkt oder gar die Charta der Grundrechte – wer braucht das Klumpert schon? Wir haben ja Euch. Ihr bringt uns schon auf den rechten Weg.

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#Brieferl No.1 – Der unbekannte Virus

Lieber Cousin Herbert,

besorgt habe ich festgestellt, dass sich offenbar ein schlimmer, bisher noch unbekannter Virus bei Dir und sonstigen Getreuen des Zahntechnikers breit gemacht hat. Die wunderliche Auswirkung scheint sich in eingeschlafenen Händen zu manifestieren.

Ich mag es, den feschen HC einfach „Zahntechniker“ zu nennen. Das hat so etwas Erdiges, Ehrliches, Ehrenwertes. Der perfekte Repräsentant für den kleinen Mann. Der Kern ist ja auch fesch, aber halt Akademiker. Gut, dass Bildung bei Euch nicht gar so einen hohen Stellenwert hat.
Da fällt mir ein: der Zahntechniker würde sich sicher gut mit der Russlandexpertin Sarah Palin verstehen. Vielleicht können sie ja gemeinsam das Thema „Weinbau in Grönland“ erörtern.

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„In dubio pro reo“ gilt nicht, wenn es um’s Schatzi geht

#notme #schatzigate #peterpilz #listepilz

Wenn sich jemand gesetzeswidrig verhält, so soll er bestraft werden.
Er soll im Namen der Gesellschaft getadelt werden und Übel erleiden.
Das ist ein immenser Eingriff in ein Leben.
Daher gilt im Strafrecht der Grundsatz „in dubio pro reo“ = im Zweifel für den Angeklagten.

In der heutigen Realität, abseits von ordentlichen Gerichtsverfahren, haben ungeprüfte Anschuldigungen das Zeug dazu, jemanden zu ruinieren.
In den Fällen, in denen es dann doch zu höchstgerichtlichen Entscheidungen kommt, kann der Beschuldigte zwar freigesprochen werden. Der Ruin bleibt aber, er kann nicht rückgängig gemacht werden.
Ich erinnere an dieser Stelle an Jörg Kachelmann und Andreas Türck.

Schmähführen, Schäkern oder ähnliches bringt einen heutzutage zwar noch nicht einmal mit einem Bein ins Kriminal, dafür aber in die Bredouille.
Ich kenne keinen Erwachsenen, der nach der aktuell scheinheiligen Interpretation der sexuellen Belästigung nicht selbst mehrfach Täter wie Opfer geworden ist. Pfui Teufel aber auch.

In welch interessanten Welt wir doch leben. In der ein Donald Trump nach dem lebensnahen Tipp „grab them by the pussy“ zwar zum US-Präsidenten gewählt wird, im Gegenzug aber der Schauspieler Kevin Spacey nach einer Anschuldigung, die sich auf ein Ereignis aus dem Jahr 1986 bezieht, seines Amtes enthoben wird.

Wenn #peterpilz heute zurücktritt, so ist das ein Armutszeugnis.
Nicht für ihn, sondern für unsere Gesellschaft. Kaum steht der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum, ist es nämlich aus.
Selbst ungeprüfte Bagatellen wie die Verwendung des Wortes „Schatzi“ reichen schon. Er hat dennoch das Richtige getan. Er hat sich selbst aus der Schußlinie genommen – im Sinne seiner #listepilz, seines politischen Erbes.

Dass dies dem politischen grünen Mitbewerber gerade recht kommt, liegt zwar hinsichtlich der Überlegungen seitens der #listepilz für die Wiener Gemeinderatswahlen nahe, mir jedoch fern eine Kausalität anzuprangern.

Was all die ach so ang’rührten Schatzis dieser Welt nicht verstehen ist, dass sie immensen Schaden anrichten.
Es sind nicht nur die unmittelbar Beschuldigten, die Schaden erleiden.
Es ist sind noch mehr diejenigen, denen wirklich Gewalt angetan wurde.
Denn irgendwann wird man ihnen vielleicht nimmer glauben …