#Brieferl No.191 – Ein Jackerl und die Schizophrenie





Lieber Cousin Herbert,

nicht nur ich, wir sind alle so stolz auf dich! Wie du dich gestern nach der Helios-Notfall-Übung in so einem feschen Jackerl präsentiert hast, das wie eine Uniform aussieht, war einfach nur atemberaubend.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Uniform eine klare Botschaft an die EU war. Weil doch der EuGH nun am Dienstag ein Urteil veröffentlicht hat, in dem steht, dass man Menschen zurück nicht in Staaten abschieben darf, in denen Todes- oder Foltergefahr besteht. Unabhängig davon, was sie selbst gemacht haben.

Deine Empörung darüber scheint nicht die richtige Aufmerksamkeit erhalten zu haben, weshalb du vielleicht, zur Demonstration deines Status, eben gestern zur Uniform gegriffen hast. Damit man zumindest sehen kann, wo “Law & Order“ wirklich zu Hause sind.

EU-Gerichtshof erschwert Abschiebung straffälliger Flüchtlinge

Stell dir nur vor, der Basti hat heute im Parlament gesprochen! Er hat sich wieder in die EU geschleimt. “Die Europäische Union ist die größte Errungenschaft des letzten Jahrhunderts“ hat er vom Zettel abgelesen.

Hat er das Interview mit dem Jean-Claude Juncker gelesen, in dem der Kommissionspräsident meint: „Anwürfe gegen EU sind völlig daneben“ ? Oder hat er in diesem Artikel gar folgendes gelesen?

“Ich finde es nicht gut, dass er, der für Europa steht, sich jetzt dem Chor der gegnerischen Stimmen anschließt.“

Und wegen des bastianischen Angriffs der Kürzlichkeit auf die “Schnitzel- und Pommesverordnung“ meinte Herr Juncker:

“Eine Verordnung, der Österreich übrigens zugestimmt hat. Schizophrenie kann man behandeln, bewusste Schizophrenie nicht. Und natürlich verbietet diese Verordnung weder Schnitzel noch Pommes frites.“

Der arme Basti! Ich weiß gar nicht, was man davon halten soll. „#Brieferl No.191 – Ein Jackerl und die Schizophrenie“ weiterlesen

#Brieferl No.190 – Basti & Bumsti – Masern





Lieber Cousin Herbert,

ganz Österreich muss dankbar sein, vor allem dir. Die gesamte Angelegenheit der Polizei scheint dir wirklich und wahrhaftig, wie es dein Kollege Herbert (nein, nicht du selbst, der Herr heißt so – das ist sein Nachname) formuliert hat, eine Herzensangelegenheit zu sein.

AUF/FPÖ-Herbert: „Neue Munition für die Polizei – mehr Effizienz und Sicherheit in kritischen Situationen für unsere Exekutive“

Die Exekutive wird ja wirklich toll ausgerüstet. Zuerst die Sturmgewehre für jede Funkstreife, dann die schußsicheren Westen und jetzt die neue Munition.

Na ja, wenn es dir eine Herzensangelegenheit ist, dann möge es freilich so sein. Wir wollen ja nicht, dass dir vielleicht noch ganz bang um Selbiges wird und du dann aus lauter Gram gar das Handtuch wirfst.

Was ich nur eigenartig finde, ist folgendes: da wirst du großartig vom Herbert (deinem blauen Kollegen mit diesem Nachnamen) gelobt und zum Helden stilisiert. Der Minister der Herzen gewissermaßen.

“Innenminister Kickl hat damit binnen kürzester Zeit als ressortzuständiger Minister das umgesetzt, woran seine Amtsvorgänger über viele Jahre hinweg gescheitert sind … hat unser Innenminister einmal mehr unter Beweis gestellt, dass ihm die Sicherheit unserer Polizei eine Herzensangelegenheit ist“

Und dann finde ich zufällig heraus, dass diese neue Munition, die du angeblich heldenhaft und erstmals herbeigeschafft hast, eh schon unter Innenminister Sobotka im Oktober 2017 angeschafft wurde. Mysteriös direkt.

Neue Polizeimunition kommt 2018

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#Brieferl No.189 – Gratulation und neue Services





Lieber Cousin Herbert,

ausnahmsweise und nur deshalb, weil du doch stets ein besonderes Platzerl in meinem Herzen haben wirst, gratuliere ich dir und deinen Kollegen heute und hier gebührenfrei. Ich weiß, du wirst dich jetzt sicher wundern, ist es doch mit den Gratulationen üblicherweise eine eher teure Angelegenheit.

Zumindest, wenn dein Bumsti-Chef gratuliert. Da kostet dann ein schickes Inserat schon mal zwischen 11.000 und 35.874 Euro.
Ich frage mich übrigens, ob die insgesamt 254.000 Euro, die für Gratulationen an österreichische Sportler verpulvert wurden, aus dem normalen Budgettopf oder dem für das Sonderbudget in der Höhe von 7,5 Millionen pro Jahr genommen wurden.
Du erinnerst dich sicher an das Brieferl No.70, in dem ich dir von insgesamt 63,4 Millionen Euro jährlich für “persönliche Ratgeber“ und Sonderbudgets erzählt habe, oder?

https://derstandard.at/2000102729984/Strache-gratulierte-Sportlern-fuer-254-000-Euro-in-Krone-Oesterreich

Wobei es eigentlich schnuppe ist, denn es ist ohnehin der gemeine Steuerzahler, der dafür zahlt. Insofern ist das Sonderbudget-Mascherl auch schon irrelevant.

Aber weil ich gerade in Gratulationslaune bin, will ich gleich weitermachen.

Gratulation an K3

Ich gratuliere der „Edition K3 – Gesellschaft für Sozialpolitische Studien Verlags- und BeratungsGesmbH“ recht herzlich zu ihrer Fähigkeit, vorhandenen Text zu kopieren und in ein neues Dokument einzufügen. Man darf keinesfalls die mühevolle Arbeit unterschätzen, die ein minimales Ummodeln des Textes mit sich bringt. Weil ganz eins zu eins kann oder will man es dann auch nicht lassen. Und die Änderungen beispielsweise von “nationalistisch“ auf “patriotisch“ kann auch nur der ausgewiesene Profi ausführen. „#Brieferl No.189 – Gratulation und neue Services“ weiterlesen

#Brieferl No.188 – Ein Volk, eine Gesundheit, ein Frosch





Lieber Cousin Herbert,

kennst du das Gleichnis vom gekochten Frosch? Falls nicht, möchte ich es dir gerne erzählen.

Wenn du einen Frosch kochen willst, dann darfst du ihn keinesfalls einfach ins kochende Wasser werfen. Der Frosch würde die Hitze sofort bemerken und alles unternehmen, um sich zu befreien. Deshalb lege man den Frosch in lauwarmes, angenehmes Wasser, damit er sich so richtig wohl fühlt. Dann mache man das Wasser langsam heißer. Der Frosch wird es nicht bemerken, sondern angenehm müde werden und schließlich ist er gekocht.

Du fragst dich sicher, warum ich heute mit Froschzubereitung daherkomme, stimmt‘s? Weil ich das Gefühl habe, der rot-weiße-rote Frosch soll im türkis-blauen Wasser zerkocht werden.

Lass uns gemeinsam ein Gedankenexperiment durchgehen:

Was würde ich als professionelle Froschzubereiterin machen, wenn ich die Arbeits- und Sozialwelt zum Nachteil der Bevölkerung revolutionieren wollte?

1) Ich bringe ein Nebenthema aufs Tapet und bausche es auf. Ich impliziere, dass nicht nur die Einsatzfähigkeit des Heeres in Gefahr ist, sondern schmiere auch den “Gutmenschen“ Honig ums Maul, indem ich die NGOs mit berücksichtige.

2) Ich garniere meinen Plan damit, dass ich, pflichtbewusst wie ich nun mal bin, auf den “Unmut über die wachsende Ungerechtigkeit“ reagiere. Ungerechtigkeit mag niemand, also bin ich die Heldin. „#Brieferl No.188 – Ein Volk, eine Gesundheit, ein Frosch“ weiterlesen

#Brieferl No.187 – Die geheimen Mitschnitte der ersten Begegnungen von Minister und Verbindungsoffizier





Lieber Cousin Herbert,

die neuesten Neuigkeiten sind so dermaßen unfassbar und toll, dass selbst ein ehemaliger ÖVP-Minister mit

“Das glaube ich nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen“

seiner Überwältigung Ausdruck verlieh.

Offiziere in Ministerien: Der lange Arm des Bundesheers

Erstmals in der Republik gibt es in sieben Ministerien Verbindungsoffiziere vom Bundesheer. Konkret im Bundeskanzleramt, im Finanzministerium, im Außenministerium, im Innenministerium, im Bildungsministerium, im Infrastrukturministerium sowie im Vizekanzleramt (zuständig für den Öffentlichen Dienst).

Nicht nur das, auch die anderen Ministerien sollen mit Verbindungsoffizieren bestückt werden. Ich glaube ja dem Google nicht, das mir hinterlistigerweise Informationen zum KGB, zur DDR und zur NS-Zeit ausgespuckt hat, als ich die Suchanfrage “Verbindungsoffiziere Ministerien“ auf die große Reise durch das Weltnetz geschickt habe.

Deshalb bin ich umso froher und auch stolzer, dass ich aus gut informierten Quellen folgendes geheime Geheimprotokoll des Kennenlernens zwischen Verbindungsoffizieren und Ministern zugespielt bekommen habe.

Ist alles gar nicht so schwer bedenklich, wie es die Verfassungsjuristen wieder von den Dächern pfeifen.

Gernot Blümel – Kanzleramtsminister für EU, Kunst, Kultur und Medien

Blümel: Sie san der neue Verbindungsoffizier?
VO: Jawohl, Herr Minister!
Blümel: Wissen Sie schon, was Sie zu tun haben werden?
VO: Jawohl, Herr Minister!
Blümel: Wie heißen Sie?
VO: Verbindungsoffizier, Herr Minister!
Blümel: Aber das ist ja Blödsinn, was Sie da reden!
VO: Jawohl, Herr Minister!
Blümel: Wir haben eine Identifikationspflicht in Österreich!
VO: Jawohl, Herr Minister!
Blümel: Also no amoi. Wie heißen Sie?
VO: Verbindungsoffizier, Herr Minister!
Blümel: Wos is mit Ihna?
VO: Die Aufhebung der Anonymität soll nur fürs Weltnetz gelten, nicht für den strammen Offizier, Herr Minister!
Blümel: Aso. Ahja. Na wuascht. Weitermachen!
VO: Jawohl, Herr Minister! „#Brieferl No.187 – Die geheimen Mitschnitte der ersten Begegnungen von Minister und Verbindungsoffizier“ weiterlesen

#Brieferl No.186 – Der Schoki-Tisch und der Brennessel-Topf





Lieber Cousin Herbert,

manchmal habe ich das Gefühl, die Regierungsmitglieder und da wiederum besonders die FPÖler sind wie die kleinen Kinder. Jahrelang haben sie nichts zu Naschen bekommen und jetzt, da sie am großen Schoki-Tisch sitzen, fressen sie förmlich in sich hinein, als ob es kein Morgen gäbe.

Wobei manche dieser Kinder öffentlicher schnabulieren und andere eher heimlich. Solange es halt geht. Du scheinst mir eher der Kategorie “Ich stopfe mir die Schoki lieber heimlich rein“ anzugehören.

Die Presse-Schoki

Was tut der geneigte Minister, wenn ihm die Presse-Schoki zu süß und außerdem nicht dunkelbraun genug ist?

1) Wenn er Inserate schaltet, dann hauptsächlich in Medien, die seinen Vorstellungen entsprechen. Wenn also eine Dame von “Reporter ohne Grenzen“ dazu meint

“Diese Zeitungen seriös anzuerkennen ist absurd, da sie nicht im geringsten versuchen objektiv zu sein. Sie schreiben Hetzartikel, falsche oder bewusst falsch recherchierte Artikel, nicht selten mit antisemitischen Inhalten. “

dann schmeckt die braune Schoki besonders gut.

Österreichs rechte Medienwelt

2) Ein Mitarbeiter seines Ministeriums versendet eine “Anregung“ per E-Mail, damit “kritische Medien“ künftig weniger saure Drops verteilen können.

Geheimpapier: Kickls brisante Medienkontrolle

3) Aufgeputscht durch den Zuckerschub der Presse-Schoki werden auch Nacht und Nebel-Aktionen möglich. Schwups, wird die Pressestelle des Bundeskriminalamts aufgelöst und ins eigene Ministerium integriert.

“Die Nachricht war offenbar für alle Beteiligte derartig überraschend, dass noch nicht einmal geklärt ist, wo die Pressemitarbeiter des Bundeskriminalamts überhaupt Platz im Innenministerium finden werden.“

Innenminister Kickl „zentralisiert“ die Öffentlichkeitsarbeit

Die Armen. Wo werden die denn untergebracht? Dein Kammerl mit dem Feldbett wird wohl nicht groß genug sein. Leider konnte ich kein Foto davon finden, um eine genauere Einschätzung treffen zu können. „#Brieferl No.186 – Der Schoki-Tisch und der Brennessel-Topf“ weiterlesen

#Brieferl No.185 – Ausklang mit Ausblick





Lieber Cousin Herbert,

na, das war wieder ein hübscher Ausklang der Woche! Mit tollen Ausblicken auf eine ruhmlose Zukunft, die türkis-blauer nicht sein könnte.

Ausblick No.1 – Das Sabbatical

Der Norbert Steger, neuerdings ja ORF-Stiftungsratsvorsitzender, hatte dem Armin Wolf den freundschaftlichen Vorschlag gemacht, er möge doch ein Sabbatical, also ein Jahr Sonderurlaub nehmen. Weil dieser doch im Interview den Harald Vilismky (wahlweise auch Taser-Vili oder Champagner-Harry genannt) ein Bild aus dem “Stürmer“ zu Vergleichszwecken mit einer Karikatur des steirischen Rings Freiheitlicher Jugend vorgelegt hatte.

Seit heute wissen wir, dass Armin Wolf das großzügige Angebot nicht annehmen wird. Hier ein kleiner Einblick in eine Konversation zwischen Armin Wolf und Norbert Steger:

Ausblick No.2 – Der Austausch

Ja ja, wir wissen eh, die Lebensader der FPÖ sind die Ausländer. Wobei ich mich immer frage, was ihr eigentlich machen würdet, wenn es die nicht mehr gäbe. Na ja, irgendwer tät sich sicher finden. Schwule und Lesben wären beispielsweise eine Möglichkeit. Oder vielleicht Kinderlose.

Jedenfalls wissen wir vom Bumsti, dass er der einzige Held sein kann, der uns alle vor dem großen “Bevölkerungsaustausch“ zu schützen vermag. Hallelujah! Dass der Begriff zwar einerseits ein klein wenig überzogen und zudem unangebracht ist, sehen die Fans sicher anders. Endlich einer, der es ausspricht! „#Brieferl No.185 – Ausklang mit Ausblick“ weiterlesen

#Brieferl No.184 – Fälle: Ab, Aus, Einzel, Un, Ver, Vor, Wasser, Zer und Zu





Lieber Cousin Herbert,

jetzt haben wir uns im letzten Brieferl wirklich wieder genug über die Einzelfälle deiner Partei unterhalten.

Ich habe mal spaßeshalber versucht, mich in die Rolle seiner Kürzlichkeit zu versetzen, was zugegebenermaßen gar nicht so leicht und noch weniger spaßig war.
Also das mit dem Kanzlerjob kann ich mir schon gut vorstellen, aber so das geistige Drumherum ist halt nicht so leicht. Ich will damit nicht sagen, dass er blöd ist. Nicht so richtig zumindest. Ein Mindestmaß an so etwas wie Intelligenz muss schon vorhanden sein, um es so weit bringen.

Was würde ich als minimal gebildeter, dafür umso braverer und schleimiger Partei-, Wirtschaftskammer- und Industriellenvereinigungssoldat machen, um Maßnahmen im Land umzusetzen, die für die meisten Menschen nachteilig sind?

Ich suche mir einen Koalitionspartner, von dem ich weiß, dass dessen Mitglieder nur eine einzige Aufgabe wirklich zuverlässig übernehmen:
Einzelfälle produzieren!

Das hat enorme Vorteile.
1) Wenn ich irgendwelche scheinheiligen Sauereien umsetzen will, schaut keiner mehr so genau drauf, weil sich doch alle über meinen Koalitionspartner echauffieren.
2) Wenn mein Partner mal über das Ziel hinausschießt, dann macht das auch nix. Weil dann mahne ich sie heldenhaft ab, was mir neue Fans bringt. Weil ich doch einer von den Guten bin und außerdem über Durchsetzungsvermögen verfüge.

Im Zufall des Einzelfalls, dem Unfall des Zerfalls, dem Wasserfall des verbalen Ausfalls liegt im Extremfall nicht nur Verfall, sondern vielmehr ein Vorfall für legistischen Abfall.

Also lass uns lieber den Fokus auf die “Veränderung“ legen, die unter seiner Kürzlichkeit begonnen hat. Dazu habe ich die BBHF, die “Basti & Bumstis Hall of Fame“ mal wieder auf den aktuellsten Stand gebracht.

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#Brieferl No.183 – Gedichte und andere Märchen





Lieber Cousin Herbert,

was der Basti neuerdings alles mitmachen muss, das tut schon beinahe weh. Und der Bumsti erst!

Der Bumsti ist besonders arm, wie ich finde. Da teilt er harmlos einen Artikel von einer Webseite, die er nicht so genau kennt, und schon wirft sich die Meute auf ihn, als gäbe es kein Morgen.

Ich bin ja immer wieder fasziniert, dass manche Leute so unbedarft im Internet herumsurfen. Und zufällig auf irgendwelchen Seiten landen, deren Couleur eigentlich jeder halbwegs Vernunftbegabte sofort erkennen kann.

So wie damals, als der Pressesprecher vom Bumsti, Martin Glier, rein zufällig auf Metapedia statt Wikipedia gelandet ist. Wobei “damals“ klingt gar so weit weg. Das war im Februar 2018 und wir hatten das im Brieferl No.25 besprochen.

Ach, das Leben als unbedarfter Mensch muss irgendwie schon besonders schön sein! Man gleitet wie auf blauen Wölkchen durchs Leben, schaut nicht nach links, dafür umso öfter nach rechts, und freut sich wie ein Kind, wenn man irgendwo lustige Geschichten findet. Man ist so vertrauensvoll und unbedarft und teilt seine Erkenntnisse mit der großen Welt.

Vielleicht aber stellt sich der Unbedarfte auch nur als ein solcher, was ihn dann eher zum Märchenerzähler oder Gschichtldrucker macht. Was aber auch nix ausmacht, denn er schiebt ja die Schuld eh den Anderen zu.

“Diese Art der Berichterstattung grenzt an Verhetzung, böswillige Unterstellung und Diffamierung.“

Strache verwehrt sich gegen diffamierende Unterstellungen, er habe eine Facebookseite mit rechtsradikalen Inhalten geteilt

Und schwups hat sich der Unbedarfte oder Gschichtldrucker wieder in die Opferrolle gebracht und darf jammern. Vor allem über die bösen Medien, weil “das nichts mehr mit redlichem Journalismus zu tun hat, sondern nur der krampfhafte Versuch ist, Schlagzeilen zu generieren.“ „#Brieferl No.183 – Gedichte und andere Märchen“ weiterlesen

#Brieferl No.182 – Ein Funserich kommt selten allein





Lieber Cousin Herbert,

du kennst sicher auch viele Funsen, gell? Die Funsen sind ja im täglichen Leben so verbreitet wie Eier zu Ostern. Manch einer meint sogar, dass es ganze Parteien gibt, bei denen Funsentum faktisch Programm ist. Ob das für deine Partei, die FPÖ, zutrifft, wäre möglich, ist aber nicht restlos geklärt. Das “F“ tät ja zumindest passen.

Quelle: Duden – Wie sagt man in Österreich? Zur Verfügung gestellt von Robert Enz. Einem, der nachweislich und gerne im Widerstand ist.

Die Funsen ist also eine “eingebildete, aber dumme und keifende Frau“, was mich spontan an unsere geliebte KHB erinnert, die niemals mit dem (auch nimmer ganz so) schönen KHG zu verwechseln ist.

“Keifen“ wird tendenziell auch nur Frauen zugeschrieben. Nicht umsonst schreibt der Duden hier nur Beispiele in Bezug auf Frauen.

Ich finde ja, dass so eine Funsen mehr ist. Eine Funsen ist eine, die gar nicht unbedingt keifen muss. Es reicht schon, wenn sie überhaupt den Mund aufmacht. Ihre Motive sind meist niederer Natur, die Kommentare insgesamt eher vernachlässigbar und Freunde hat sie auch kaum. Ausgenommen andere Funsen versteht sich.

Interessanterweise gibt es kein akkurates, männliches Pendant zur Funsen, obwohl ich der Ansicht bin, dass es durchaus auch männliche Funsen gibt. Der Basti macht so einen eher funsigen Eindruck, weshalb ich zu Ehren seiner Kürzlichkeit den “Funserich“ ins Leben rufe.

Der gemeine Funserich, als Abbild der weiblichen Funsen, handelt ebenfalls aus niederen Motiven. Wenn er den Mund aufmacht, denkt man sich meistens “ach hätte er doch nur geschwiegen, der Schweigekanzler“. Und mit wem umgibt sich ein Funserich? Mit anderen Funserichen und Funsen.

Apropos Schweigekanzler: Ich weiß jetzt, warum der Medienminister, unser Blümerl, unbedingt Klarnamenpflicht für alle einführen und jegliche Anonymität abschaffen will. Was genau genommen eh nur eine logische Fortsetzung der sonstigen Überwachungsmaßnahmen darstellt. Vielleicht steht das “F“ in FPÖ ja doch für “Funsen“ und nicht für “Freiheitlich“. Weil mit “Freiheit“ hat das alles kaum bis gar nix mehr zu tun. „#Brieferl No.182 – Ein Funserich kommt selten allein“ weiterlesen