#Brieferl No.230 – Der “menschliche Faktor“ im Lügenmuseum




Lieber Cousin Herbert,

kannst du dich auch noch an Chesley “Sully“ Sullenberger erinnern? Das ist jener, mittlerweile pensionierte Pilot, der am 15. Jänner 2009 einen Airbus A320 nach Problemen mit den Triebwerken durch Vogelschlag im New Yorker Hudson River notwasserte.

Unsereins, also flugtechnische Laien, war ob seines Mutes und der richtigen Vorgehensweise begeistert gewesen. Die Flugsicherheitsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) war nicht ganz so angetan von dem Manöver, weil er doch immerhin einen Totalschaden an der Maschine verursacht hatte.

Im Zuge der eingeleiteten Untersuchungen waren mehrere Flüge im Simulator durchgeführt worden, die alle zum gleichen Ergebnis kamen: er hätte nicht notwassern müssen, denn das Erreichen von anderen Flughäfen wäre zeitlich noch drinnen gewesen.

Die Simulationen waren grundsätzlich korrekt durchgeführt worden – bis auf eine klitzekleine, aber doch wesentliche Kleinigkeit: der Faktor “Zeit“, oder wie es Sully selbst nannte, der “menschliche Faktor“ war nicht berücksichtigt worden.

Alle im Simulator fliegenden Piloten konnten nämlich nach dem Crash mit den Vögeln unmittelbar (re)agieren. Das war in der realen Situation nicht möglich gewesen, denn da kam der Crash unvermutet. Nachdem man den Piloten im Simulator eine Zeitverzögerung von 35 Sekunden (!) vorgegeben hatte, waren diese nicht mehr Lage gewesen, auf den zuvor präferierten Flughäfen zu landen, sondern krachten vorher in die Hochhäuser von New York.

Du fragst dich jetzt sicher, warum ich dir das erzähle, richtig?

Es ist “der menschliche Faktor“, der mir keine Ruhe lässt.

Du erinnerst dich sicherlich daran, dass uns Pamela Rendi-Wagner am 18. September von den zwei Gesichtern des Sebastian Kurz erzählt hat. „#Brieferl No.230 – Der “menschliche Faktor“ im Lügenmuseum“ weiterlesen

#Brieferl No.229 – Margret Whittaker und der Rocky Balboa der österreichischen Politik





Lieber Cousin Herbert,

vorgestern habe ich wieder einmal “Who wants to be a millionaire“ angeschaut und dabei die unglaublich beeindruckende Margret Whittaker kennengelernt.
Es war eine alte Folge aus dem Jahr 2000 und Margret war die erste Frau, die in UK jemals 250.000 Pfund gewonnen hat.

Nachdem sie 125.000 Pfund Frage souverän beantwortet hatte, wurde ihr vom Moderator folgende Frage gestellt

“Can I just ask you what this money means to you, this huge amount of money? 125.000?“

“Darf ich Sie fragen, was dieses Geld für Sie bedeutet, dieser riesige Geldbeitrag? 125.000?“

Man könnte oder dürfte sich erwarten, dass sie entweder von einem Urlaub in der Südsee träumt, sich ein schickes Auto oder vielleicht ein kleines Häuschen zulegen möchte.

Ihre Antwort war jedoch folgende:

“It‘s indescribable. I can not describe as a single mom, life is a struggle from day to day. It‘s just I don‘t need to worry anymore.“

„Es ist unbeschreiblich. Ich kann als alleinerziehende Mutter gar nicht beschreiben, welch ein täglicher Kampf das Leben ist. Ich brauche mir nun keine Sorgen mehr zu machen.“

Lass es mich ganz klar und deutlich sagen:

es ist eine Schande, wenn jemand in Sorge und Angst leben muss!

Eine besondere Schande ist es, wenn Sorgen und Ängste in Ländern verbreitet sind, die reich sind!

Und die größte Schande ist es, wenn es gleichzeitig Superreiche mit Milliardenvermögen gibt, die gerne 49.000 Euro in monatlichen Tranchen an eine Partei spenden, die keine Vermögenssteuer einführen, aber dafür unter dem Deckmantel der “Freiheit“ soziale Errungenschaften abschaffen will, Stichwort “Deregulierung“!

Es ist ein einziger Schand-Fleckerlteppich, wenn man auch nur ein bisserl genauer hinschaut. „#Brieferl No.229 – Margret Whittaker und der Rocky Balboa der österreichischen Politik“ weiterlesen

#Brieferl No.228 – Schrödinger raus, Basti rein!





Lieber Cousin Herbert,

mir tut es ja soooo wahnsinnig leid, dass die FPÖ die erhofften 3,4 Millionen Euro als Schadenersatz wegen der Präsidentenwahl nicht zugesprochen bekommen hat. Dabei hättet ihr das Geldi so gut brauchen können, nicht wahr? Oder hättet ihr damit eh nicht die 3 Millionen Schulden zurückgezahlt, sondern lieber in noch bessere Wahlkampfwerbung investiert?

Man weiß es freilich nicht. Wobei man als Staatsbürger ja schon fast froh sein muss, wenn eine Partei “nur“ Schulden in Millionenhöhe hat und nicht auch noch im Fokus der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA steht, so wie die ÖVP.

Als bescheidener Mensch gibt man sich ja auch schon mit kleinen Dingen zufrieden, weil das Leben an sich kein Ponyhof ist.

Die FMA prüft jetzt jedenfalls, “ob die Geldinstitute, die der Partei Kredite gewährt haben, alle Regeln wie etwa das Bankwesengesetz (BWG) eingehalten haben“.

Außerdem seid ihr mit 3 Millionen eh relativ gut aufgestellt. Die “türkise Buberl- und Mäderlpartie“ soll immerhin 18,2 Millionen Euro Schulden bei Banken haben.

Aber ist eigentlich eh alles wurscht, weil ihr doch alle viel Parteienförderung und Wahlkampfkostenrückerstattung bekommt. Ich habe mal spaßeshalber nachgeschaut, wie viel Geld aus dem Steuertopf alleine die ÖVP im Jahr 2018 bekommen hat. Da gibt‘s nämlich einen sehr hübschen wie detaillierten Wikipediaartikel.

9.710.779,27 € Parteienförderung
5.987.244,39 € Klubförderung
2.885.608,85 € Parteiakademien
hübsches Sümmchen von: 18.583.632,51 €

Glücklicherweise sind die angegebenen Summen eben nur aus 2018 und nicht für die vergangenen Jahre. „#Brieferl No.228 – Schrödinger raus, Basti rein!“ weiterlesen

#Brieferl No.227 – Im Clinch mit dem französischen Server





Lieber Cousin Herbert,

wieder einmal bin ich mehr als nur stolz auf dich. Dass du dich traust, dich mit den politischen Gegnern jetzt sogar in den Ring zu stellen, ist schon mehr als nur mutig!

Ich nehme an, dass dich der Auftritt vom Vitali Klitschko bei seiner Kürzlichkeit inspiriert hat.

Schau nur, wie er strahlt, der Basti. Richtig herzig. Das geht die ganzen 3 Minuten so.

Ich nehme an, du hoffst darauf, ein ähnliches Strahlen dem Norbsi auf die Lippen zaubern zu können, denn er ist nun der neue FPÖ Parteichef. Und schmeißt dich deshalb schon mal in den Ring:

“Die, die du nicht niederclinchst, in deiner Art, die kriegen von mir eine Gerade oder einen rechten Haken!“

Ja genau, Herbie! Zeig‘s ihnen, gib‘s ihnen!

Ich hoffe ja nur, dass du nie gegen den Vitali Klitschko direkt antreten musst. Ich habe den Eindruck, der zerbröselt dich schon, wenn er dich nur schief anschaut. Aber wahrscheinlich bist du deshalb gerne als Triathlet unterwegs. Du kannst ihm dann zumindest davonlaufen oder wegradeln. “Zack Zack Zack“, wie dein früherer Chefi, der Ibiza-Bumsti, wohl sagen würde. „#Brieferl No.227 – Im Clinch mit dem französischen Server“ weiterlesen

#Brieferl No.226 – Wenn ich der Basti wäre …





Lieber Cousin Herbert,

es gibt etwas, was mir keine Ruhe lässt und das ich deshalb mit dir besprechen möchte. Nein, nicht die Heiratsverbot-Vision der “türkisen Buberl- und Mäderlpartie“ für Cousins und Cousinen. Damit habe ich mich abgefunden.

Es geht um seine Heiland-Kürzlichkeit Basti und die Rolle der Medien.

Kannst du dich noch erinnern? Es ist jetzt fast ein ganzes Jahr her, als wir von dem E-Mail aus deinem Innenministerium erfahren haben. Da stand drinnen, dass der Kontakt zu “gewissen Medien auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Maß zu beschränken“ sei.

Ich hatte mich während deiner ganzen Amtszeit gefragt, ob der Basti und seine türkise Entourage eigentlich mit deinen Vorgehensweisen einverstanden sind. Offensichtlich ja. Denn das, wovon auf Ibiza geträumt oder in internen Mails angeordnet wurde, macht die ÖVP, so der Eindruck, selbst eh viel besser.

Eines dieser “gewissen Medien“ war der Falter, von dem wir mittlerweile durch Herrn Jeanée wissen, dass er ein “Bolschewikenblattl“ sein soll.

Kein Wunder also, dass auch die türkise ÖVP nicht ganz so ihre Freude mit dem Falter hat. Zuerst wollten sie dessen Journalisten nicht bei ihren Pressekonferenzen, die sie vordergründig “Hintergrundgespräche“ nennen, dabei haben. Weil sie ja nur Tageszeitungen und TV eingeladen hatten. Nachdem auch der Presseclub Concordia diese Vorgehensweise kritisiert hatte, waren sie doch noch so nett und gewährten Einlass.

Sicherheitshalber haben sie den Falter jetzt geklagt. “Die Türkisen werfen der Wochenzeitung vor, entweder falsch oder manipulativ berichtet zu haben.“

Finde ich ja irgendwie witzig: “falsch oder manipulativ“.

„Falsch“ ist gleichzusetzen mit erstunken und erlogen. Manipulativ? “Manipulativ“ ist insofern gut, weil eher schwammig und allgemein.

“Als Manipulation von Menschen wird die Einflussnahme bezeichnet, bei welcher die Annahme einer Meinung, Ware oder Dienstleistung durch die Zielperson zu einem Nachteil für diese führen kann.“

Dann sind wir mal gespannt wie die Pfitschipfeile, was dabei herauskommen wird. Und auch, was bei der Anzeige vom Peter Pilz zu Tage gefördert wird. Der wiederum hat nämlich die Herren Kurz, Blümel und Nehammer wegen des mutmaßlich „vorgetäuschten“ Hackerangriffs angezeigt.
Und der Florian Klenk bereitet in seiner Funktion als Chefredakteur des Falter eine Klage gegen den “Schreiber“ Michael Jeannée vor.

Für diese Herren, ebenso wie für den Falter, gilt freilich die Unschuldsvermutung!

Zufälligerweise bin ich über den §146 StGB gestolpert. Der behandelt “Betrug“ und besagt:

“Wer mit dem Vorsatz, durch das Verhalten des Getäuschten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, jemanden durch Täuschung über Tatsachen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung verleitet, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.“

Was meinst du? Wenn beispielsweise ein Spitzenkandidat einer Partei, nehmen wir mal spaßeshalber unsere Kürzlichkeit, den Basti, die Wähler bewusst täuschen würde, um mehr Stimmen und damit mehr Parteienförderung zu erhaschen … Würde dann dieser Paragraph zum Zug kommen? „#Brieferl No.226 – Wenn ich der Basti wäre …“ weiterlesen

#Brieferl No.225 – Staatsfeind, Ornithologe und Philosoph





Lieber Cousin Herbert,

nachdem sich die ganze Hacker-Geschichte der “türkisen Buberl- und Mäderlpartie“ (ich kann dir gar nicht genug für diese treffende Bezeichnung danken) wohl in Rauch aufgelöst hat, bin ich umso froher, dass dein Klubobmann-Kollege Norbert Norbsi Hofer sich des Themas angenommen hat.

Nein, nicht der Hacker-Geschichte, sondern der Rauch-Angelegenheit.

Innovativ, vorausschauend und mutig wie immer hat er sich das Thema “Rauchen in der Gastronomie“ näher zur Brust genommen und ist jetzt auf folgende, man möchte fast sagen, geniale Idee gekommen:

Rauchen grundsätzlich eher nein, aber vielleicht doch und dann ab 20 Uhr. Oder auch 21 Uhr. Weil dann nämlich keine Kinder mehr unterwegs sind. Und das ganze natürlich nur in eigenen Räumlichkeiten.

Aha. Was soll man dazu sagen? Wo sollte man anfangen mit dem Zerpflücken dieses Kompromisses? Damit, dass ein 17-Jähriger kein Kind mehr und vielleicht auch noch nach 21 Uhr in einem Lokal ist? Oder mit den Raumtrennungsvorschriften? Oder vielleicht lieber mit der Frage, wieso man dann tagsüber zwar rauchfrei, aber dennoch in einem nach Rauch miefenden Raum sitzen soll, weil da am Abend zuvor geraucht wurde?

Na, macht ja nix. Hauptsache, der blaue Wähler bleibt dem blauen Dunst gedanklich treu und fühlt sich durch Norbsi gut vertreten.

Ich persönlich bin mir immer ein wenig unsicher, wen ich besser finde:

Den gütig-verzeihend-schleimigen Norbsi, der dem Braco Konkurrenz machen könnte?
(Vielleicht übt er ja auch schon, falls es irgendwann mit der Politikkarriere nix mehr ist. Mit einfach nur Dastehen und Schauen lässt sich offenbar viel Kohle machen.)

Oder aber doch dich, den Hobby-Ornithologen Herbie, der niveauvoll wie immer und womöglich frustriert ob der Absenz seiner Tatütata-Pferderln über die “linken Vögel“ philosophiert? „#Brieferl No.225 – Staatsfeind, Ornithologe und Philosoph“ weiterlesen

#Brieferl No.224 – Hack oder Nixhack, das ist hier die Frage





Lieber Cousin Herbert,

seit gestern steht die türkise Welt faktisch still. Zumindest ist eines der Aushängeschilder nicht mehr erreichbar, nämlich die Webseite der Volkspartei.

Die Vorgeschichte

Schon komisch irgendwie, dass der vermeintliche Hackerangriff just dann stattfindet, nachdem der Falter am Montag, 2. September über die türkis-doppelte Buchhaltung berichtet hatte, nicht wahr?

Der Falter-Redakteur Josef Redl erzählt:

“Dem Falter wurden umfangreiche Dokumente aus dem Innersten der ÖVP zugespielt. Es handelt sich dabei um Buchhaltungsdokumente. Um Dokumente, die belegen, dass die ÖVP auch heuer wieder – mit Vorsatz offenbar – die Wahlkampfkostengrenze überschreiten wird.“

“Die ÖVP rechnet intern derzeit mit etwa 9 Millionen Wahlkampfkosten. Das sind 2 Millionen mehr, als erlaubt. Offiziell rechnet sie mit 6,3 Millionen.“

Am Dienstag, 3. September wurde bekannt, dass die ÖVP den Falter auf Unterlassung klagen wird, weil sie der Ansicht ist, dass der Falter “falsche Behauptungen“ verbreitet hätte.
Gestern am Donnerstag, 5. September gab es dann eine Pressekonferenz, die keine war, sondern ein “Hintergrundgespräch“ zu einem plötzlich erkannten Hackerangriff.

Das Praktische an diesem Hackerangriff:

1) Es war sicherlich und niemals nicht ein türkiser Maulwurf, der dem Falter die Daten der türkis-kreativen-doppelten Buchhaltung zukommen ließ.

2) Die Aufmerksamkeit wird von den Wahlkampfkosten auf die Hacker gelenkt.

Aber lassen wir doch zum Hackerangriff einen zu Wort kommen, der sich mit derartigen Angelegenheiten auskennt. Du kannst dich sicherlich noch an das Brieferl No.88 erinnern, in dem ich verraten konnte, dass deine ministeriale E-Mail in einem Spambot verwendet wurde.

Der Hackerangriff

Wieder ist es mein Schani, der eine kleine Analyse durchführt.

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Im Bericht der SEC-Consult vom 04.09. wird von einem nicht-automatisierten Angriff durch einen versierten Angreifer ab dem 27.07. bei einer Vorbereitungszeit von 1-2 Monaten ausgegangen, der zumindest fünf Systeme kompromittiert haben soll. Entdeckt worden sein soll die Sache dadurch, dass “Auf zentralen Loggingsystemen [… ] Anomalien in den IT Systemen entdeckt“ worden seien.

Der vermeintliche Angreifer
– hatte mindestens 60 Tage Zeit bei nur einem angenommenen Monat Zeit Vorbereitung,
– war sehr versiert,
– hatte sich die Möglichkeit verschafft, “Daten zu kopieren, verfälschen oder platzieren“,
– schaffte es während dieser 60 Tage, unentdeckt zu bleiben(!)

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Das ist ja schon mal interessant. Da gibt es also zusammengefasst einen Angreifer, der zwar tippi-toppi vorbereitet war und auch seit etwa Anfang Juli unentdeckt geblieben ist. Und plötzlich, was sicherlich gar nichts mit dem Falter zu tun hat, kommt man drauf, dass da was war … „#Brieferl No.224 – Hack oder Nixhack, das ist hier die Frage“ weiterlesen

#Brieferl No.223 – Armutschkerln soweit das Auge reicht





Lieber Cousin Herbert,

na bitte, das war eine tolle Woche bisher, oder?

Der arme Basti mit dem Taferl

Begonnen hat alles mit seiner Kürzlichkeit beim Sommergespräch am Montag, 2. September. Ich mag ja meine wertvolle, weil begrenzte Lebenszeit nicht mit fast einer Stunde Basti-Geschwafel verschwenden, weshalb ich mir lieber das Nachgespräch und die Analyse angeschaut habe.

Der Peter Filzmaier, unser aller Filzi, hat es wieder sehr schön auf den Punkt gebracht:

“Bei der inhaltlichen Glaubwürdigkeit hab ich große Zweifel, denn es kann schon sein,dass eine solche zweite Buchhaltung der ÖVP … legal ist … nur, nicht alles, was man innerhalb des gesetzlichen Rahmens durch tricksen, täuschen und tarnen gerade noch machen kann, ist politisch eine besonders hochstehende moralische Handlung.“

Er war schon fast irgendwie arm, der Basti, als er in seiner Not, die vom Falter dokumentierte türkis-doppelte Buchhaltung erklärend, ein Taferl mit Christian Kern hervorgekramt hat.

Aber war ja nicht der Einzige, der diese Woche irgendwie arm wirkte.

Der arme Giftzwerg namens Herbie

Am Dienstag, 3. September gab es das große Duell zwischen dir und Helmut Brandstätter. Schon blöd, dass der Herr Brandstätter doch das Buch “Kurz & Kickl: Ihr Spiel mit Macht und Angst“ geschrieben hatte. Ich kann emotional schon nachvollziehen, dass du entsprechend angepapperlt warst.

Im ersten Moment könnte man ja meinen, du hättest den Helmut Brandstätter fast zerlegt. Am zweiten Blick hast du dich eher als Giftzwerg entpuppt, der in Ermangelung redlicher Argumente wild um sich schlägt und mit jedem noch so untergriffigen Mittel versucht, den Gegner schlecht zu reden.

Armer Herbie. Das wirkt doch alles sehr unseriös. Dem Zug in Richtung Ministerium kannst du wohl nachwinken.

Am Dienstag gab es noch ein Highlight, das uns gleich zwei Armutschkerln beschert hat. In der Sendung “Klartext – Die Konfrontation der Spitzenkandidaten“ waren sie alle anwesend. Von seiner Kürzlichkeit über Pamela Rendi-Wagner, Norbert Hofer und Beate Meinl-Reisinger bis hin zu Peter Pilz und Werner Kogler.

Der ausgebuhte Basti

Eines der Themen war natürlich die Parteienfinanzierung. Peter Pilz hatte bemerkt, dass es offenbar nicht nur eine, sondern zwei Ibiza-Parteien gäbe. Eine patscherte Ibiza-Partei und eine hoch professionelle Ibiza-Partei. „#Brieferl No.223 – Armutschkerln soweit das Auge reicht“ weiterlesen

#Brieferl No.222 – Warum ich Greta nicht leiden kann





Lieber Cousin Herbert,

heute muss ich etwas mit dir besprechen, was dir im ersten Moment sicherlich gut gefallen wird. Weil du annehmen wirst, dass ich dir und anderen nach Rechts Ausgerichteten damit in die Hände spielen werde.

Ach, ich sehe schon sie schon jetzt, die moralinsauren Kommentare wie “also gerade von IHNEN hätte ich mir das nicht erwartet“ und so weiter.

Bei genauerer Betrachtung wirst du allerdings schwer enttäuscht sein.

Es mag viele Gründe geben, warum die “türkise Mäderl- und Buberlpartie“ und die blauen Kompagnons so beliebt sind. Eines ist jedenfalls klar: wir können uns alle noch so sehr über Einzelfälle oder Netzwerke echauffieren, ihr werdet weder Strategie noch Intention ändern. Die “Anderen“ ändern sich selten. Was man aber tun kann ist, sich selbst zu ändern.

Auch nicht leicht, aber jedenfalls machbarer als Änderungen beim “Anderen“ zu erwarten.

Wenn “Links“ wirklich “Links“ wäre, also jene Ausrichtung, deren Ziel Würde und Wohlergehen ALLER ist, dann hättet ihr wohl keine Chance. Aber leider ist das nimmer der Fall.
Die Linke wurde durch eine Pseudolinke ersetzt, die Maßnahmen wie Hartz IV erlässt und deren vorrangiges Pseudoziel es ist, Gleichwürdigkeit durch die “richtige“ Wahl der Worte zu erreichen.

Es ist nämlich einfacher, viel schicker, wesentlich bequemer und lustvoller, sich für das Binnen-I stark zu machen, immer und überall Rassismus und Sexismus anzuprangern und sich damit selbst zur kämpferischen Ikone stilisieren, als fade Kämpfe für echte, wahrhaftige Gleichwürdigkeit und Gerechtigkeit auszutragen.

“Denn um wie viel bequemer und lustvoller ist ein solches Engagement, als wenn man sich mit strukturellen Problemen, wie Austeritätspolitik, Armutsfallen und Hartz IV – oder auch den Freihandelsverträgen mit afrikanischen Staaten – beschäftigen müsste!“

(Zitat “Erwachsenensprache“ von Robert Pfaller, Seite 39)

Auch in Österreich haben wir “schöne“ Beispiele, wie meine “Lieblingsfreundin“ Sigi Maurer.
Was den vornehmlich weiblichen Protagonistinnen gemein ist: sie befinden sich in einer privilegierten Position, von der aus sie (abge)sicher(t) agieren können. „#Brieferl No.222 – Warum ich Greta nicht leiden kann“ weiterlesen

#Brieferl No.221 – Vom BIMAZ zum GIMAZ





Lieber Cousin Herbert,

du hast es sicherlich auch vernommen, dass die SPÖ eine Erbschaftssteuer einführen will, richtig?

Man könnte ja meinen, dass sich die FPÖ wegen “wir sind die SOZIALE Heimatpartei“ solchen Ideen anschließen würde.

Dem ist natürlich nicht so. Im Gegenteil wird die Idee sogar als “Sinnlosforderung“ bezeichnet und der “dann vertschüssen sich alle ins Ausland“-Teufel an die Wand gemalt.

Würde ich natürlich genau so machen, wenn ich wieder mit der “türkisen Buberl- und Mäderlpartie“ ins Koalitions-Betterl hüpfen wollte.

Apropos ins Betterl hüpfen … Da trifft es sich natürlich gut, dass die angeschlagene Beziehung von Norbsi und Basti im Wahlwerbe-Video im Rahmen einer Paartherapiesitzung aufgearbeitet wird.

Der liebe, gütige, verzeihende Norbsi. Mit einem Blick, als könnte er kein Wässerchen trüben, dafür aber Selbiges in Weihwasser verwandeln.

Damit sollte auch dem letzten FPÖ-Fan klar sein: wer euch wählt, wird den Basti bekommen! Wobei ich mir nicht so sicher bin, ob die FPÖ-Fans wirklich gar so auf den Basti erpicht sind. Weil er doch immer recht goaschtig ist, speziell zu dir. Zuerst hat er dich als ersten Minister der zweiten Republik entlassen. Und jetzt wollen sie dich gar nimmer mit auf die Regierungsbank lassen, falls du das nicht weißt. Weil doch Gernot Blümel schon am 13. Juli gesagt hatte:

“Völlig wurscht, auf welchem Sessel Kickl sitzt, das geht sich dann einfach nicht aus.“

Und sich dann trotzdem so anbiedern? Dass euch das gar nicht, man möchte fast sagen, peinlich ist … ? „#Brieferl No.221 – Vom BIMAZ zum GIMAZ“ weiterlesen